Nach den Angriffen Stadt Mönchengladbach zeigt Solidarität mit der Lebenshilfe

Mönchengladbach · Die Steinwürfe auf die Einrichtung, die sich für Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzt und ihnen Wohnraum bietet, haben für großes Entsetzen gesorgt. Denn es gibt Anhaltspunkte, die auf einen rechtsradikalen Hintergrund der Taten schließen lassen können.

An Pfingsten wurde ein Ziegelstein auf die Geschäftsstelle der Mönchengladbacher Lebenshilfe geworfen.

An Pfingsten wurde ein Ziegelstein auf die Geschäftsstelle der Mönchengladbacher Lebenshilfe geworfen.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Schrecken und Bestürzung hat in der Stadt die Nachricht ausgelöst, dass eine Einrichtung der Lebenshilfe Opfer eines mutmaßlich rechtsextremen Angriffs geworden ist. Bereits am Tag, an dem der Vorfall bekannt wurde, habe Oberbürgermeister Felix Heinrichs dem Geschäftsführer der Lebenshilfe Unterstützung in dieser für Mitarbeitende und Bewohner belastenden Situation angeboten, wurde aus dem Rathaus mitgeteilt.

In der Nacht auf Montag, 27. Mai, war ein Kostenpflichtiger Inhalt Ziegelstein auf ein Wohnhaus der Lebenshilfe in Giesenkirchen geworfen worden. Eine Wand wurde beschädigt. Doch viel schlimmer ist etwas anderes. Es ist die Aufschrift auf der Tatwaffe, die einen rechtsradikalen Hintergrund vermuten lässt. Auch die Geschäftsstelle des Vereins war Ziel eines Steinwurfes geworden.

Nach den beiden Angriffen hatten sich auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger bei der Stadt gemeldet, die sich ebenso schockiert über den Angriff auf die Lebenshilfe zeigten. Felix Heinrichs: „Mönchengladbach ist eine offene und tolerante Stadt, eine Stadt in der ganz unterschiedliche Menschen zusammen leben und ihre Stadt gestalten. Die Lebenshilfe mit ihren Einrichtungen ist eine wichtige Stütze für viele und Bestandteil unseres sozialen Zusammenlebens. Alle, die einen Angriff darauf verüben, müssen mit der geschlossenen Gegenreaktion der Mehrheit in Mönchengladbach rechnen. Wir stehen solidarisch zusammen."

Stadtdirektorin Dörte Schall ergänzt: „Es gibt kein sogenanntes unwertes Leben, wie es die Nationalsozialisten in der dunkelsten Zeit unseres Landes vertreten haben. Ganz im Gegenteil: Die Würde des Menschen – aller Menschen – ist unantastbar. Die Lebenshilfe, ihre Beschäftigten, die Bewohnerinnen und Bewohner, Klientinnen und Klienten und deren Familien müssen sich in unserer Stadt sicher fühlen können."

Heinrichs richtet einen Appell an die Zivilgesellschaft: „Wir rufen alle auf, sich solidarisch an die Seite der Lebenshilfe und aller zu stellen, die für unsere vielfältige Gesellschaft eintreten."

(gap)
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