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Mönchengladbach: Stadt ködert mit Masterplan Investoren

Mönchengladbach : Stadt ködert mit Masterplan Investoren

Auf der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München stellt die Stadt kommende Woche vier Innenstadt-Areale ins Schaufenster, die im Sinne des Masterplans bebaut werden sollen. Besonders spannend ist das Croonsquartier.

Es liegt gegenüber der Arcaden, kann auch architektonisch die Einkaufsstadt mit dem Gründerzeitviertel verbinden, ist satte 6000 Quadratmeter groß — und kann bebaut werden. Denn die nötigen Grundstücke rund um das alte Finanzamt an Kaiserstraße, Croonsallee und Yorkstraße gehören Stadt oder Land. Und darum ist das "Croonsquartier" eines der Projekte, das die Entwicklungsgesellschaft (EWMG) besonders gerne mit nach München nimmt. Dort kommen ab Montag bei der Expo Real knapp 40 000 Menschen aus 71 Ländern zusammen, die ein Interesse eint: Sie wollen bauen — oder eben wie die Stadt bauen lassen.

"Wir fahren stolz und optimistisch nach München", sagt EWMG-Geschäftsführer Dr. Ulrich Schückhaus. Denn Mönchengladbach hat etwas, was anderen Städten dieser Größe im Umfeld der großen Metropolen abgeht: einen Plan. Denn letztlich ist der Masterplan nichts anderes als ein Skizzenbuch für Investoren. Die können anhand des vom Büro des Londoner Stararchitekten Sir Nicolas Grimshaw entwickelten Masterplans ablesen, wo in der Stadt Platz für was ist. Und bekommen als Nebeneffekt eine wichtige Botschaft mitgeliefert: "In Mönchengladbach tut sich was. Die Stadt ist im Aufwind, bekommt mehr Lebensqualität", sagt Fritz Otten, Vorsitzender des Vereins MG 3.0.

Die ersten Pflanzen des Bemühens registriert Projektentwickler Norbert Bienen schon jetzt: "Einige Investoren schauen gerade jetzt zum ersten Mal nach Mönchengladbach." Damit bald auch wirklich geerntet werden kann, setzt die Stadt an dem Gemeinschaftsstand des Niederrheins ganz auf den Masterplan.

Außer dem Croonsquartier haben die Entwickler und Stadtplaner die Steinmetzstraße, den Berliner Platz und den Rheydter Hauptbahnhof als Entwicklungsprojekte ausgewählt. Für alle vier geht es nun in München gezielt auf Investorensuche. Gespräche wird es aber auch zu einigen anderen Masterplanthemen geben: "Natürlich präsentieren wir auch den Gladbach-Tower, die neue Landmarke jenseits der Bahnlinie", sagt Schückhaus.

Und wer Freude an einem Hotel auf dem Abteiberg hätte, wird sicher auch in der Mönchengladbacher Delegation sehr offene Ohren finden. Dass mit dem Maria-Hilf-Gelände mittelfristig noch ein weiteres großes Gebiet in Top-Lage neu erfunden werden kann, hat sich ohnehin schon weit über die Grenzen der Stadt hinaus herumgesprochen

Praktischerweise kann Mönchengladbach nicht nur bunte Bilder, sondern auch schon abgeschlossene Verträge und sogar Fotos von Kränen zeigen. Darum werden am Stand ebenso die Arcaden und die Belebung der Gladbacher City wie die Umgestaltung des Rheydter Marktplatzes Thema sein. Und besonders interessant sind für Investoren die schon tief in der Umsetzung befindlichen Pläne für die Bleichwiese und das Monforts-Quartier. "Daran kann man belegen: Mönchengladbach ist im Aufbruch — und zwar auf der Grundlage des Masterplans", sagt Otten.

Inzwischen gibt es die ersten Bürobauten in Mönchengladbach, für die nicht erst der Bagger anrückt, wenn sie quasi schon komplett vermietet sind. "Auch bei uns kann man spekulativ bauen — in dem Wissen, dass der Markt da ist", sagt Bienen. Die geeigneten Flächen sind da. Weswegen Dr. Ulrich Schückhaus sich auf die Expo Real vielleicht so sehr freut wie lange nicht: "Ich bin sicher, dass wir Appetit auf Mönchengladbach machen können."

(RP)