Mönchengladbach: Stadt kehrt Schotter nicht weg

Mönchengladbach: Stadt kehrt Schotter nicht weg

Der letzte Schnee ist längst geschmolzen, aber auf den Gehwegen liegt immer noch viel Splitt. Privatleute ärgern sich. Sie müssen die Gehwege vor ihren Häusern säubern und schliddern über städtisches Granulat.

Vor den Privathäusern an der Kampsheide liegen die Gehwege wie geleckt. Ein paar Meter weiter, vor der Obstwiese, endet die saubere Zone. Wie mit dem Lineal gezogen. Ab da wird's unangenehm. Eine fast geschlossene Granualtfläche macht den Fußgängern das Gehen schwer. Die Räder von Kinderwagen, Rollstühlen und Koffern fahren sich im Splitt fest, Kinder rutschen mit ihren Fahrrädern aus.

Endlich den Dreck wegmachen

"Die Bürger werden dazu verpflichtet, die Gehwege in Ordnung zu halten, die Stadt hat das offenbar aber nicht nötig", sagt Erich Oberem. Die Obstwiese an der Kampsheide gehört der Stadt. "Und da ist offenbar niemand in der Lage, endlich mal den Dreck wegzumachen. Der Schnee ist doch schon lange geschmolzen." FWG-Chef Oberem ärgert sich. Er zahlt immerhin 260 Euro im Jahr, damit der Bürgersteig vor seinem Haus regelmäßig gereinigt wird. "Ich habe einen Vertrag mit der GEM, die halten alles tiptop in Ordnung", sagt er.

Die Stadt muss sich um die Reinigung der Flächen vor städtischen und öffentlichen Gebäuden kümmern. Auch die Gehwege auf den Brücken liegen in städtischer Verantwortung. Und da sind nach dem großen Schnee jede Menge Rückstände liegen geblieben. Rund um das Verwaltungsgebäude an der Aachener Straße knirscht es mächtig unter den Schuhen. Ebenso ist es am Rathaus Waldhausen. Eine dicke Granulatschicht bedeckt die Geh- und Radwege. Die Randstreifen der Eisenbahnbrücke Lindenstraße sind von einer fast geschlossenen Splittschicht bedeckt, das gleiche Bild bietet sich auf der Brücke Viersener Straße.

"Der Schotter bleibt im Moment noch liegen", sagt Stadtsprecher Wolfgang Speen auf Nachfrage. "Wir rechnen am Wochenende noch einmal mit Schneefall." Erst wenn der Frühling tatsächlich begonnen habe, würde die Stadt Bürgersteige und Fahrradwege räumen. "Möglicherweise werden wir mit der Reinigung aber auch die GEM beauftragen", sagt Speen. Denn in diesem extremen Winter sei wesentlich mehr Granulat gestreut worden als je zuvor.

Das bestätigt Wilfried Theißen, Betriebsleiter der GEM. "Diesen Winter können wir mit keinem vorher vergleichen." Noch nie sei soviel Splitt gestreut worden. Deshalb sähen die Bürgersteige jetzt auch schlimmer aus als in all den Jahren davor. "Bisher galt immer: Das Granulat wird nach Ostern weggefegt", sagt er. Da habe sich auch nie jemand beklagt.

Das Granulat kann nicht wiederverwendet werden. "Da sitzen unter Umständen Giftstoffe drin, Feinstaub und belastetes Material", sagt Theißen. Deshalb wird das komplette Material entsorgt. Der Stadt möchte die GEM gern entgegen kommen. "Wenn die städtischen Mitarbeiter den Splitt von den Gehwegen in die Straßenrinne pusten, können wir die Steinchen mit unseren Kehrmaschinen aufnehmen", sagt Wilfried Theißen.

(RP)