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Mönchengladbach: Staatsanwältin fordert fast sechs Jahre Haft

Mönchengladbach : Staatsanwältin fordert fast sechs Jahre Haft

Der Prozesstag vor dem Schwurgericht wurde gestern von den Plädoyers der Staatsanwältin und des Verteidigers beherrscht. Der Angeklagte (26) hatte am 11. Februar in Rheydt an der Hauptstraße im Streit einen 40-Jährigen mit einem Messerstich in den oberen Bauchraum lebensgefährlich verletzt.

Gestern forderte die Anklagevertreterin wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung für den 26-Jährigen eine Haftstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten. Das Opfer habe nach einem Streit um einen Handykauf aggressiv reagiert und ihn bedroht, hatte sich der Angeklagte verteidigt. Er habe sich nichts gedacht, als er das bereits aufgeklappte Messer aus der Hosentasche zog und mit großer Wucht auf das Opfer einstach. Eigentlich habe er sich nur gewehrt. Die große Bauchwunde des 40-Jährigen habe er nicht gesehen, so der Angeklagte.

Doch die Staatsanwältin sah diese Erklärung durch Aussagen des Opfers und von Zeugen widerlegt. Keineswegs habe der Messerstecher in Notwehr gehandelt, hieß es im Plädoyer. Allerdings hatte ein psychiatrischer Gutachter dem Angeklagten verminderte Schuldfähigkeit attestiert. Der heroinabhängige und psychisch instabile Täter habe sich nicht mehr steuern können, so der Gutachter. Wiederholungsgefahr sei gegeben, wenn er nicht in einer Therapieanstalt behandelt würde. Die Staatsanwältin hatte sich dem psychiatrischen Gutachten angeschlossen und neben der Haftstrafe für den 26-Jährigen Unterbringung in einer Entziehungsanstalt gefordert.

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Sein Mandant habe am 11. Februar nach einem Drogencocktail in einem Rauschzustand gehandelt, als er mit dem Messer zustach, setzte sich der Verteidiger gestern in seinem Plädoyer für den 26-Jährigen ein. Außerdem war der Anwalt der Ansicht, dass der Angeklagte damals nicht erkennen konnte, wie bedrohlich die Stichverletzung des Opfers tatsächlich war. Nächste Woche wird das Urteil verkündet.

(RP)