Volleyball : Zu spät aufgewacht

Gladbachs Top-Teams im Volleyball können den Abstieg kaum noch vermeiden. Dabei schafften die RTV-Männer jetzt den zweiten Saisonsieg – beim Tabellenzweiten. Die Frauen des TV 1848 haben zu große Probleme.

Ernüchterung herrscht derzeit bei den klassenhöchsten Volleyball-Vertretungen der Stadt, TV 1848 und Rheydter TV. "Wir wollen die Oberliga für den Standort Mönchengladbach halten", klang es zuletzt noch übereinstimmend aus beiden Vereinen. Nach dem 0:3 (14:25, 21:25, 17:25) der 18er gegen Bayer Wuppertal aber drohen beide Mannschaften abzusteigen. Wohl zu spät verbuchte der RTV mit dem 3:0 (25:21, 25:21, 25:23) beim Tabellenzweiten (!) Alemannia Aachen den zweiten Saisonerfolg. "Schön für den Kopf und das Selbstbewusstsein, für mehr eher nicht", sagte Trainer Roland Brüss.

Wie Brüss beim RTV würde auch Thomas Palaszewski vom TV 1848 gerne bleiben und einen Neuaufbau wagen. Gegen Wuppertal zeigte sich einmal mehr, dass die Mannschaft ohne Zuspielerin Ina Meuter (Schulterverletzung) und Anne Batsch (nach Köln) schwächer besetzt ist als im Vorjahr, zumal mit Marita Kipke die zweite Zuspielerin seit Wochen angeschlagen ist. Palaszewski zeigt Verständnis für die beruflichen und familiären Verpflichtungen der "Möhren", gesteht aber auch: "Ein geregeltes Training ist seit Wochen nicht möglich."

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Zwei auf verlorenem Posten

Susanne Philippsen, einzige nennenswerte Verstärkung der vergangenen Jahre, steht oft nicht zur Verfügung. Fehlt sie, lastet alle Verantwortung auf Dagmar Weber. Am Wochenende standen beide gemeinsam auf verlorenem Posten, weil die Fehlerquote der gesamten Mannschaft zu hoch war. So verloren die 18er gegen Wuppertal bei 20:15 im zweiten Satz acht Ballwechsel in Folge, im ersten Satz hatte ein Aufstellungsfehler drei Punkte und die nötige Konzentration gekostet. "Rein rechnerisch ist die Relegation noch möglich", so Palaszewski. Für Neuzugänge wie Judith Küppers (kam aus der Düsseldorfer Landesliga) wäre ein Start in der Verbandsliga aber wohl die bessere Variante.

Was ohne Druck und Ergebnisorientierung möglich ist, zeigten die abgeschlagenen Rheydter Männer in Aachen. "Die Mannschaft hat all das umgesetzt, woran wir ein Jahr lang gearbeitet haben", lobte Brüss. Block und Abwehr standen konstant, offensiv setzten vor allem Michael Haese und Jens Herden (Mitte) sowie Jens Peter Wörz und Christian Wedereit Akzente. Realistisch betrachtet werden die Rheydter bei vier Begegnungen, vier Punkten Rückstand und der anstehenden Aufgabe bei Tabellenführer Rumeln jedoch einen neuen Anlauf nehmen müssen.

"Wenn die Emotionen sich gelegt haben" (Brüss), wollen die Beteiligten beraten, wie es weitergeht. Auch in Rheydt könnte der Nachwuchs davon profitieren, Lars Müller (16) war bereits im Januar beim Vorbereitungsturnier in Bonn dabei. Unklar ist die Zukunft von Jaroslav Sapsovych (Studium).

(RP)