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Hockey: Zeller darf beim 7:0 mitstürmen

Hockey : Zeller darf beim 7:0 mitstürmen

Vor dem obligatorischen Fachgespräch nach Spielende musste sich Philipp Zeller nicht sorgen. "Er hat bisher sicher nicht viel zu kritisieren", sagte der Verteidiger der deutschen Hockey-Herren vorausblickend über die Dialoge mit seinem Bruder Christopher, der Deutschlands 7:0 (3:0)-Erfolg über Russland nur als TV-Experte im Gladbacher Hockey-Park verfolgte.

Der Stürmerstar, der Deutschland vor fünf Jahren zum WM-Titel und 2008 zum Olympia-Gold von Peking schoss, ist bei der Europameisterschaft aufgrund einer Knöchel-Operation zum Zuschauen verdammt. Doch auch ohne seinen Topangreifer löste das deutsche Team seine abschließende Pflichtaufgabe in der Gruppenphase souverän.

Montag trifft früh doppelt

"Wir sind zufrieden. Es war unser großes Ziel, als Erster die Gruppe zu beenden", sagte Philipp Zeller. Gegen die klar unterlegenen Russen sorgte Jan-Marco Montag mit zwei verwandelten Strafecken innerhalb der ersten sechs Minuten schnell für klare Verhältnisse, so dass die Partie in der Folge eher den Stellenwert eines Freundschaftsspiels hatte. "Es war schon sehr schwer, nach der frühen Führung die Spannung aufrecht zu erhalten. Doch trotz einiger Durchhänger haben wir es gut hinbekommen", sagte Zeller. Der 28-Jährige ist anders als sein 18 Monate jüngerer Bruder nicht für die Tore verantwortlich, sondern seit Jahren eine feste Größe in der deutschen Verteidigung.

So freut ihn die bisherige Abwehrleistung des Teams bei der EM auch besonders. "Keiner ist sich zu schade, mit nach hinten zu arbeiten. In der Abwehr kannst du nur gut aussehen, wenn auch der Sturm mithilft", sagte der Verteidiger, der gegen die harmlosen Russen ausnahmsweise auch in der Offensive Akzente setzen konnte. Sein Schussversuch mit der Argentinischen Rückhand wurde noch geblockt, dafür legte er Christopher Wesley einen Treffer auf.

War Deutschland beim 7:0 in der ersten Hälfte nur per Strafecke erfolgreich, glückten nach dem Wechsel noch vier Feldtreffer. "Das ist für die einzelnen Stürmer sicher noch wichtiger als für das Team", sagte Zeller. Die Aufgabe, für Tore zu sorgen, hat die Mannschaft mit dem Fehlen ihres Torjägers auf viele Schultern verteilt. Gegen Russland waren noch Moritz Fürste (2), Florian Fuchs und Thilo Stralkowski erfolgreich.

"Wer trifft, ist doch völlig egal. Christopher hat ja früher die Spiele auch nicht alleine entschieden", sagte Zeller. So soll auch im Halbfinale am Freitagabend um 21 Uhr gegen England die Homogenität der Schlüssel zum Erfolg sein. Philipp Zeller wird bei der Neuauflage des EM-Finales von 2009 auf dem Feld verteidigen. Und sein verletzter Bruder von der Tribüne aus zuschauen — ehe es wieder zum Fachgespräch kommt.

(togr)