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Hockey: "Wir verspüren jetzt keine besondere Belastung"

Hockey : "Wir verspüren jetzt keine besondere Belastung"

Der Trainer des Gladbacher HTC spricht über das Kellerduell bei Schwarz-Weiß Neuss und die Ausgangslage nach dem ersten Saisonsieg.

Vergangenen Sonntag feierte der Gladbacher HTC den ersten Saisonsieg in der Bundesliga. Hat sich die Mannschaft damit vor dem Kellerduell beim Abstiegskonkurrenten Schwarz-Weiß Neuss die größte Motivationsspritze selbst gegeben?

Klatt Es ist definitiv eine große Motivation, zu wissen, dass wir am Samstag richtig was verändern können. Ich denke, die Spieler schauen derzeit täglich auf die Tabelle. Es wäre sensationell, wenn wir mit einem Sieg die Abstiegsplätze verlassen würden.

Die Mannschaft kassierte zuletzt ein 1:14 und ein 1:9, meldete sich dann mit einem 3:2 bei Blau-Weiss Berlin zurück. Hat sich dadurch die Stimmung im Team nochmals geändert?

Klatt Der Sieg hat eher für ein wenig Erleichterung gesorgt. Die Stimmung war bei uns nie schlecht. Es beeindruckt mich schon, wie locker die Mannschaft mit der Situation umgeht. Auch unsere ausländischen Zugänge haben sich damit sehr gut arrangiert. Das gesamte Team hat das heftige 1:14 gegen Alster gut weggesteckt. Und ich bin mir sicher, dass es jetzt auch diesen Sieg gut wegsteckt.

Verspüren sie nun Genugtuung gegenüber jenen, die dem GHTC schon den sicheren Abstieg voraussagten?

Klatt Nein, denn ich kann durchaus nachvollziehen, dass uns ganz Hockey-Deutschland als Abstiegskandidat Nummer eins eingestuft hat. Ich freue mich vielmehr für die Mannschaft.

Zwei Monate haben sie nun den völlig neu zusammengestellten Kader beisammen. Wie hat sich das Team seither entwickelt?

Klatt Menschlich hat es sich auf jeden Fall sehr gut weiterentwickelt. Und auch sportlich kommen wir Schritt für Schritt voran. Dass wir auch mal eine heftige Niederlage kassieren, war zu erwarten. Doch wir machen uns auch nichts vor: Von den meisten Gegnern trennt uns einiges. Wir müssen in jedem Spiel 120 Prozent geben, um punkten zu können – auch gegen Neuss.

Mit einem Sieg in Neuss springt der GHTC womöglich auf einen Nichtabstiegsplatz, bei einer Niederlage sind es allerdings wieder fünf Punkte Rückstand...

Klatt Es ist sicher eine nicht ganz einfache Situation. Eine Niederlage wäre natürlich ein Rückschlag. Doch wenn wir punkten, bleiben wir im Rennen. Die Chance auf den Klassenverbleib müssen wir bis zum Saisonende aufrechterhalten.

In den meisten Spielen bislang war Ihr Team in der Rolle des Außenseiters. Ändert sich nun die Drucksituation für die Mannschaft?

Klatt Wir haben nur den Druck, denn wir uns selbst durch den Sieg in Berlin gemacht haben. Ich verspüre keine besondere Belastung und glaube, dass es der Mannschaft ebenso geht. Wir sehen vielmehr die Möglichkeiten, die sich uns durch die drei Punkte vom vorigen Wochenende bieten.

Mit Andreas Bauch haben sie nun einen Kollegen an Ihrer Seite, der bis Mitte September noch Cheftrainer in Neuss war. Ein Vorteil?

Klatt Das wollen wir doch hoffen. Es sollte auf jeden Fall kein Nachteil sein, auch wenn die Neusser sicher motiviert sein werden, gegen ihren Ex-Trainer zu gewinnen. Dafür kennt Andi natürlich die Spieler sehr gut. Er wird unsere Mannschaft noch ein wenig besser einstellen können als Florian Kunz oder ich.

Worauf wird es Samstag ankommen?

Klatt Mit seinem neuen Trainer hat Neuss richtig gute Ergebnisse erzielt. Wir werden Geduld und ein gutes Aufbauspiel brauchen, denn Neuss wird wohl auch gegen uns seinen Fokus auf die Defensive richten. Sicher dürfen wir nicht wie in Berlin 14 Strafecken zulassen. Und wir müssen wieder denselben Teamgeist und Willen an den Tag legen.

Sind alle Spieler einsatzbereit?

Klatt Leon Johenneken fällt wohl mit Beschwerden an der Achillessehne aus. Und Florian Jansen hat muskuläre Probleme, da müssen wir abwarten.

(togr)