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Hockey: "Wir sind jetzt kein Aufstiegskandidat"

Hockey : "Wir sind jetzt kein Aufstiegskandidat"

Der Trainer des Hockey-Zweitligisten Gladbacher HTC spricht über die Vorbereitung, die Favoritenrolle und das Saisonziel.

Der Gladbacher HTC hat seine Premierensaison in der Ersten Tennis-Bundesliga erfolgreich beendet. Jetzt rücken langsam wieder die Hockey-Herren in den Fokus, die Mitte September in der Zweiten Bundesliga starten. Hoffen Sie, dass Ihr Team dann die gesteigerte Aufmerksamkeit durch die Tennisspieler auch ein wenig für sich nutzen kann?

Bauch Ich denke, dass man die beiden Sportarten nicht miteinander vergleichen kann. Die Tennis-Bundesliga ist eine andere Welt, 1000 Zuschauer können wir im Hockey eigentlich nur bei einem Derby in der Halle erreichen. Natürlich haben wir die Tennis-Saison verfolgt, aber wir schauen nicht so sehr auf die Aufmerksamkeit, die der GHTC in dieser Zeit hatte, sondern konzentrieren uns auf unsere Aufgaben. Für uns geht es darum, wieder eine Mannschaft zu formen, die als geschlossene Einheit auftritt. Wenn uns das gelingt, kommt die Aufmerksamkeit von ganz alleine.

Wenn Ihre Mannschaft am 20. September in die Saison startet, liegt das letzte Pflichtspiel beinahe fünf Monate zurück. Wie haben Sie diese ungewöhnlich lange Zeit genutzt?

Bauch Zunächst haben wir uns drei Wochen Freizeit gegönnt, denn seit Juli 2013 war das Team fast durchgängig im Trainingsbetrieb. Doch danach haben wir gleich wieder begonnen, in vielen Bereichen intensiv und konsequent zu arbeiten.

Hatten Sie dabei auch die Gelegenheit, mit Ihrer sehr jungen Mannschaft an den nötigen Grundlagen für das Bundesliga-Niveau zu feilen?

Bauch Daran arbeiten wir aktuell. Natürlich ist uns bewusst, dass wir in der vergangenen Saison qualitativ nicht erstligatauglich waren. Aber wir haben auch gesehen, dass man trotzdem viel herauskitzeln kann, wenn man an sein Limit geht.

Ist der Gladbacher HTC als Absteiger aus der Ersten Bundesliga nun automatisch gleich wieder ein Aufstiegskandidat?

Bauch Nein, davon kann nicht die Rede sein. Schwarz-Weiß Neuss hat ganz andere Möglichkeiten in seinem Kader, Mannschaften wie Klipper Hamburg und Hannover 78 sind vielleicht Kandidaten. Aber ich erwarte grundsätzlich eine spannende Zweitligasaison, in der wir uns zunächst einmal behaupten müssen. Es wird darauf ankommen, konstant seine Leistung abzurufen. Das ist für unsere junge Mannschaft eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen.

Zumindest wird der GHTC nicht wie in der Vorsaison ständig der Außenseiter sein, sondern des Öfteren die Rolle des Favoriten einnehmen. Wird sich dementsprechend auch die Spielanlage der Mannschaft verändern?

Bauch Grundsätzlich wollen wir uns weniger nach dem Gegner richten, sondern unser eigenes Spiel aufziehen. Es ist unser Ziel, taktisch breiter aufgestellt und damit für den Gegner auch weniger ausrechenbar zu sein.

Wie hat sich Ihr Kader gegenüber der Vorsaison verändert?

Bauch Wir haben uns mit Thomas und Johannes Sonntag sowie Kai Schmitz vom Rheydter SV verstärkt, zudem haben wir mit Paul Tenckhoff vom DSD Düsseldorf einen bundesligaerfahrenen Spieler und mit Hendrik Peters einen talentierten Torwart vom Crefelder HTC hinzubekommen. Außerdem sind mit Felix Pfefferle, Lars Achten und Robin Vratz weitere Eigengewächse in den Herren-Kader aufgerückt.

Wie viele Abgänge stehen dem gegenüber?

Bauch Wir haben es nicht zuletzt durch den Aufbau eines Netzwerks geschafft, viele unserer jungen Talente, die nach ihrem Abitur nun ein Studium beginnen, zu halten. Wir wollen damit unseren jungen Spielern die Möglichkeiten aufzeigen, die sich in der Stadt bieten. So beginnt Felix Krause in Mönchengladbach ein duales Studium. Natürlich können wir nichts machen, wenn ein Luca Sieben künftig in München studiert. Außerdem mussten wir akzeptieren, dass sich Max Silanoglu für den Düsseldorfer HC und die Erste Liga entschieden hat. Doch ansonsten ist der Kader zusammengeblieben. Einen Aderlass, wie ihn der GHTC im vergangenen Sommer mit neun Abgängen erlebte, hätten wir auch nicht verkraften können. Jetzt soll diese Mannschaft wachsen, sich entwickeln und in der Zweiten Bundesliga etablieren.

THOMAS GRULKE FÜHRTE DAS GESPRÄCH

(togr)