Golf: "Wir haben nie Spieler gekauft"

Golf : "Wir haben nie Spieler gekauft"

Im Gespräch erklärt Willi Wolters, der Präsident des Golfclubs Schmitzhof, was das Geheimnis hinter dem Erfolg der Klubteams ist, was den Platz auszeichnet – und wie man auf den Wettbewerb reagiert.

Im Gespräch erklärt Willi Wolters, der Präsident des Golfclubs Schmitzhof, was das Geheimnis hinter dem Erfolg der Klubteams ist, was den Platz auszeichnet — und wie man auf den Wettbewerb reagiert.

Herr Wolters, wie lange gibt es den Golf- und Landclub Schmitzhof schon?

Wolters Seit 1975. Unser Platz wird in diesem Jahr 37 Jahre alt.

Schmitzhof ist damit einer der ältesten Plätze der Region...

Wolters Ja, als der Platz eröffnete, gab es in der Gegend nur den Golfclub Schloss Myllendonk und den Platz in Krefeld-Linn.

Was zeichnet Schmitzhof aus?

Wolters Der größte Vorteil ist vielleicht, dass der Platz das ganze Jahr bespielbar ist. Es kommt fast nicht vor, dass er aufgrund schlechten Wetters gesperrt werden muss. Selbst im Winter, wenn es schneit, gehen wir noch auf die Runde. Ein weiterer Vorteil ist, dass man keine blinden Schläge hat, man sieht die Hindernisse...

...was den Platz fair macht...

Wolters, Ja, genau. Hinzu kommt, dass die Löcher sehr abwechslungsreich sind. Der Baumbestand und die Hindernisse variieren. Der Klub verfügt zudem über ein Physiotherapie-Zentrum, das sich auf den Golfsport spezialisiert hat.

Wie viele Mitglieder haben Sie zurzeit?

Wolters Insgesamt sind es 1060 Mitglieder.

In den vergangenen Jahren sind sehr viele Klubs in der Gegend gegründet worden. Der Wettbewerb wird immer härter. Wie reagieren Sie darauf?

Wolters Inzwischen gibt es in einem Umkreis von 50 Kilometern über 50 Golfplätze. Es gab ein rasantes Wachstum. Aber wir haben schon vor Jahren auf diese Entwicklung reagiert: Zum Beispiel haben wir die Aufnahmegebühr drastisch gesenkt. Seit diesem Jahr bieten wir auch ein sogenanntes Willkommens-Jahr an, in dem Interessierte für einen kleinen Beitrag unseren Klub kennenlernen können.

Welche Mitgliedschaften bieten Sie an?

Wolters Nach dem Willkommens-Jahr kann man sich zwischen verschiedenen Jahresmitgliedschaften und der Wochentags-Mitgliedschaft entscheiden. Letztere ist insbesondere für Ruheständler gedacht, die nur während der Woche Golf spielen wollen.

Schmitzhof war sportlich schon immer sehr erfolgreich...

Wolters Ja, unsere Herren-Mannschaft hat viele Jahre in der Ersten Bundesliga gespielt. Sie ist schon NRW-Meister geworden. Unsere Frauen spielen derzeit in der Zweiten Bundesliga. Unsere Jungsenioren holten inzwischen über zehnmal den Titel des Landesbesten. Auch unsere Jungseniorinnen gehören zu den Besten des Landes. Der Erfolg war aber auch ein Problem.

Weshalb?

Wolters Manche Leute hatten früher eine Hemmschwelle, sich bei uns anzumelden. Sie dachten, sie würden zu schlecht spielen. Das ist natürlich Quatsch. Schmitzhof zeichnet gerade aus, dass jeder mit jedem spielt. Überhaupt ist Golf nicht mehr der elitäre Sport, der er früher gewesen ist.

Was ist das Geheimnis hinter dem Erfolg Ihrer Mannschaften?

Wolters Wir haben nie Geld bezahlt, um fremde Spitzenspieler zu uns zu locken. Ich glaube, entscheidend ist unsere gute Jugendarbeit. Derzeit trainieren bei uns über 180 Jugendliche. Jede Woche erhalten sie Unterricht in den verschiedenen Leistungs- und Altersklassen.

Ab wie vielen Jahren fangen Sie mit dem Training bei Kindern an?

Wolters Die Jüngsten sind sechs bis acht Jahre alt. Sie schlagen im Training dann aber nicht nur eine Stunde Bälle, sondern erhalten auch viel Bewegungslehre. Sie spielen Volleyball und Fußball. Es ist teilweise erschreckend, wie eingeschränkt viele Kinder heute sich nur noch bewegen können.

Gibt der Klub auch Unterricht an Schulen?

Wolters Wir bieten Schul-Arbeitsgemeinschaften an der Grundschule Merbeck und an der Realschule sowie dem Gymnasium in Wegberg an.

Manche Klubs haben Probleme, ihre Mitglieder zur Teilnahme an Turnieren zu bewegen. Wie sieht das bei Ihnen aus?

Wolters Das ist bei uns kein Thema. Alleine beim Herrengolf mittwochs melden sich jede Woche um die 60 und 70 Personen an. Beim Turnier des Pro-Shops starteten 150 Teilnehmer. Zu unseren Offenen Meisterschaften erwarten wir über 300 Golfer.

Eine letzte Frage: Welche Ziele verfolgen Sie als Präsident?

Wolters Wir legen Wert darauf, dass Schmitzhof ein reiner Privatklub bleibt, der den Mitgliedern gehört und nicht einer Betreibergesellschaft. Unser größtes Ziel ist es aber, dass die Mitglieder zufrieden sind. Gerade deshalb bieten wir am Wochenende zum Beispiel keine Startzeiten für Gäste an. Samstags und sonntags bleibt der Platz für die Mitglieder reserviert. Und natürlich wollen wir das Niveau des Platzes und der Gastronomie halten.

Fabian Eickstädt führte das Gespräch.

(RP)