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Hockey: "Wir arbeiten daran, ein Leistungszentrum aufzubauen"

Hockey : "Wir arbeiten daran, ein Leistungszentrum aufzubauen"

Der Vorstandssprecher und der Sportdirektor des Hockeybundes über die U21-Juniorinnen-WM und weitere Pläne für den Hockeypark.

Herr Knuf, Herr Bartel, der Deutsche Hockeybund hat für 2013 wieder eine sportliche Großveranstaltung in den Hockey-Park geholt – die U21-WM der Juniorinnen.

Knuf Das ist richtig. Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass uns die Nachwuchsarbeit bei den Damen wichtig ist. Wir haben gerade im Damenbereich wichtige personelle Veränderungen gehabt, Jamilion Mülders hat den Bundestrainerjob von Michael Behrmann übernommen. BARTEL Wir wollen den Fokus in diesem Jahr auf den Damenbereich legen. In der Analyse haben wir festgestellt, dass die letzten zwei Olympischen Spiele bei den Frauen nicht so erfolgreich waren. Wir sind der Meinung, das geht besser. Viele Spielerinnen aus dem U21-Kader werden 2016 das Gerüst für die Spiele in Rio bilden. Sie sollen im Gladbacher Stadion mit seiner tollen Atmosphäre motiviert werden.

Die Atmosphäre lebt auch von den Zuschauern. Wird die Öffentlichkeit dieses Turnier wahrnehmen?

Bartel Wir werden nachhaltig versuchen, die Leute dafür zu begeistern. Das ist natürlich schwieriger, als bei einer Männer-WM, die ja 2006 ein großartiger Erfolg war. Wir müssen dafür sorgen, dass nicht nur das Endspiel voll sein wird. Fakt ist: Auch die U21-Damen spielen Hockey auf hohem Niveau, das sehr sehenswert ist. KNUF Für die Mädchen ist es auch ein wunderbares Gefühl, in diesem Stadion zu spielen. Sie wissen, dass die Männer hier zwei große Titel geholt haben – den Heimnimbus werden sie als Anreiz nehmen. Bei der EM waren viele der U21-Spielerinnen als U18-Spielerinnen dabei und haben auf der Tribüne gesessen. Jetzt werden sie auf dem Platz stehen. Glauben Sie mir: Die Mädchen sind total heiß darauf. BARTEL Es werden 16 Teams nach Gladbach kommen, das hat dieselben Ausmaße wie die bisherigen großen Turniere. Das Schöne ist, dass wir und die Stadt eingespielt sind in der Organisation. Alle, die Spielerinnen und die Fans, können sich auf die U21-WM freuen.

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Das Problem mit dem Spielfeld ist behoben?

Bartel Es gibt Gespräche mit allen Beteiligten. Zu dem Zeitpunkt – die WM beginnt am 27. Juli – soll alles in Ordnung sein, so dass die Durchführung des Turniers nicht gefährdet ist. Wir werden Hand in Hand mit der Stadt und dem Hockeypark arbeiten. Das Stadion ist wichtig für die Stadt – und es ist auch klar, dass es nicht nur mit Hockey bespielt werden kann, um wirtschaftlich zu sein. Es geht darum, sinnvolle Lösungen zu haben.

Denkt der Deutsche Hockey-Bund darüber nach, Gladbach zu einem festen Standort für die Austragung der DM-Endrunden zu machen?

Knuf Nein. Wir testen allerdings gerade mit der Hallen-Endrunde, die zum dritten Mal in Berlin ist, ob so etwas funktioniert. Aber so oder so wird immer wieder mal eine Feld-Endrunde im Hockeypark sein. BARTEL Es liegt auch an der Struktur unseres Verbandes. Die Vereine sind sehr wichtig, wir müssen darauf achten, dass wir unsere großen nationalen Turniere auch in die verschiedenen Regionen bringen. Darum ist es schwierig, eine DM zentral zu vergeben. Das wäre nicht sinnvoll. KNUF Hockey ist eben mehr als ein Leistungssport. Aber der Hockeypark wird unser zentraler Standort für internationale Groß-Events bleiben. BARTEL Alle anderen Nationen beneiden uns um dieses Stadion. Es ist und bleibt einzigartig.

Der Hockeybund ist seit 2006 in Mönchengladbach. Müsste er nicht in der Stadt präsenter sein? Fragt man den Bürger auf der Straße, werden viele nicht wissen, dass der DHB in Gladbach sitzt.

Bartel Ich frage dagegen: Was bringt uns das? Fakt ist, dass wir einige Arbeitsplätze geschaffen haben, mehr als die Hälfte unserer 14 Mitarbeiter kommt aus Mönchengladbach. KNUF Hinzu kommt, dass wir uns hier sehr wohlfühlen. Schauen Sie mal raus, es ist doch ein herrlicher Arbeitsplatz mit dem Blick in das Stadion. Und für die Hockey-Szene ist Gladbach ganz klar die Hockey-Hauptstadt. Darum arbeiten wir daran, in Gladbach ein Leistungszentrum aufzubauen. Dazu fehlen im Stadion noch einige Funktionsräume. Die diesbezüglichen Gespräche laufen. Ein Leistungszentrum wäre wichtig für den DHB – und würde den Standort weiter stärken, nicht nur als Event-Fläche.

KARSTEN KELLERMANN SPRACH MIT TORSTEN BARTEL UND HEINO KNUF. BARTEL IST IM VORSTAND DES DEUTSCHEN HOCKEY-BUNDES FÜR KOMMUNIKATION UND MARKETING ZUSTÄNDIG, KNUF IST SPORTDIREKTOR.

(RP)