Fußball: Wie auf dem Schulhof

Fußball: Wie auf dem Schulhof

Beim Tag des Jugendfußballs, den Fortuna ausrichtete, gab es neben vielen Pokalen auch Experimente: Bis zur E-Jugend wurde ohne Schiedsrichter gespielt. Das Fair-Play-Prinzip funktionierte gut.

Das Besondere an den Turnieren am Tag des Jugendfußballs, den der Kreis Mönchengladbach/Viersen am Wochenende auf der Anlage von Fortuna am Bergerfeld veranstaltete, ist die Tatsache, dass am Ende keine Sieger ermittelt werden. Bei den Bambini ist das üblich, doch auch die E- und F-Jugend spielt hier. Jeder freut sich zwar über jeden Sieg, hat aber auch Spaß, wenn es am Ende keinen Siegerpokal gibt. "Dennoch bekommt jedes Kind bekommt zur Erinnerung einen kleinen Pokal", sagte Kreisjugendleiter Hermann Kaisers.

Auch auf große Pokale muss indes nicht gänzlich verzichtet werden. Es gab sogar zwei ungewöhnlich große Exemplare, doch die wurden anders als gewohnt vergeben. "Einer geht an den Verein, der hier mit den meisten Mannschaften teilnimmt", sagte Fortunas Jugendobmann Heinz Erbrath, der mit Bärbel Dülpers das Wochenende lange geplant hatte. "Zudem kann jede Mannschaft noch vier Elfmeterschützen benennen, und auch da gewinnt der Verein mit den meisten Toren", sagte er.

Es geht natürlich darum, dass die Anlage so voll wie irgend möglich ist. 32 Vereine hatten schon jetzt die Möglichkeit genutzt, an den beiden Tagen zu kicken. Das bedeutet, dass rund 800 junge Fußballer bei Fortuna zu Gast waren, aufgeteilt auf knapp 90 Mannschaften.

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Eine perfekte Gelegenheit sind solche Turniere allerdings auch für das eine oder andere Experiment. Im Spielbetrieb der Bambini wird inzwischen die Fair-Play-Liga ohne Schiedsrichter praktiziert, künftig soll dies auch beim jüngeren Jahrgang der F-Jugend so sein. "Wir lassen heute sogar die E-Jugend alles selbst regeln, obwohl die gewohnt sind, mit Schiedsrichtern zu spielen. Das gibt es nirgendwo und es klappt reibungslos", sagte Kaisers erfreut. Auf Sicht will der Verband ohnehin bis zu den E-Junioren so spielen lassen. Was auf dem Schulhof funktioniert, soll auch auf dem Rasen umzusetzen sein.

Bei den F-Junioren am Sonntag gingen auch sechs Teams aus den Niederlanden mit an dem Start. Mit den Gästen aus Wittenhorst, Venlo und Tegelen kam jedoch auch der Regen – die Niederlande haben scheinbar auf allen Ebenen des Fußballs derzeit kein Glück. Das ändert jedoch nichts daran, dass diese Zusammenarbeit erfreulich ist und ausgebaut werden soll. "Es waren Verantwortliche aus den Niederlanden da, die sich den Tag des Jugendfußballs angesehen haben. So etwas soll es dort auch bald geben, und dann können Teams aus dem Kreis 4 mit Gegeneinladungen rechnen", sagte Kaisers.

Neben den eigentlichen Partien bestand an beiden Tagen auch die Möglichkeit, das DFB-Sportabzeichen abzulegen. 800 Teilnehmer nutzten diese Chance, sich als Dribbelkünstler, Kurzpass-Ass oder Flankenkönig zu beweisen. "Wir hätten noch mehr schaffen können, aber wir hatten schlicht keine Urkunden mehr", erklärte Kaisers. Das Wetter konnte dem Spaß letztlich nichts anhaben.

(kpn)
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