Traben: Wettumsatz steigt um 37 Prozent

Traben : Wettumsatz steigt um 37 Prozent

Deutschlands Trabrennbahnen kommen ein wenig aus dem jahrelangen Tief heraus: Sie gaben gerade bekannt, dass es bundesweit eine Steigerung von 37 Prozent beim Umsatz gegeben hat. Wie sieht das in Mönchengladbach aus?

Pietsch Die 37 Prozent sind der Gesamtumsatz. Der Außenumsatz ist sogar noch mehr gestiegen, bei uns in Gladbach um 57 Prozent.

Woran liegt es?

Pietsch Bei den Wetten, die über das Internet getätigt werden, zahlt sich jetzt aus, dass die Rennvereine neue Verträge mit den Buchmachern abgeschlossen haben. Diese müssen jetzt die Wetten, welche die Rennvereine anbieten, vermitteln, statt sie selbst zu halten. Dadurch kommt auch dieser Umsatz in den Totalisator, und das bringt uns Vereinen diese sehr erfreuliche Steigerung.

Die sieht speziell in Mönchengladbach wie aus?

Pietsch Bei uns beträgt der Bahnumsatz mittlerweile nur noch etwa ein Viertel des Gesamtumsatzes. Gegenüber 2008 haben wir in diesem Jahr bisher eine Steigerung von 6950 Euro pro einzelnem Rennen auf 9500 Euro. Der Bahnumsatz beträgt dabei unverändert 2400 Euro. Wir haben eine Steigerung des Außenumsatzes gegenüber 2008 von 4500 auf 7100 Euro. Das ist enorm. Andere Bahnen haben beim Bahnumsatz zum Teil ein Minus.

Mönchengladbach als Vorzeigebahn — das sah früher mal anders aus. Woran liegt es?

Pietsch Wir sind eben bei den Wettern beliebt.

Warum?

Pietsch Weil der Wetter das Vertrauen hat: Hier wird fair gefahren.

Woanders nicht?

Pietsch Der Wetter honoriert, dass bei uns fair gefahren wird.

Sie haben in diesem Jahr bisher fünf Renntage gehabt. Macht die positive Entwicklung nicht Mut, mehr zu veranstalten?

Pietsch Leider nein, weil wir in Deutschland nicht mehr genügend Rennpferde haben.

Sonntags hat sich Ihr Umsatz mittlerweile bei gut 100 000 Euro stabilisiert. Donnerstags sind es nur 60 000 Euro. Ein Problem?

Pietsch Ja. Es liegt daran, dass wir wegen des Pferdemangels donnerstags nicht mehr als acht Rennen zusammen bekommen. Damit kann man die Kosten kaum decken.

Da läge es doch nahe, auf Donnerstage zu verzichten.

Pietsch Wir werden darüber nachdenken, ob wir die Zahl dieser Renntage reduzieren, zumindest im Winter. Zunächst aber steht der Rennkalender auf den deutschen Bahnen für 2009. Und wir in Gladbach haben in den Monaten April, Mai, Juni und Juli jetzt erst einmal nur noch Renn-Sonntage, dazu Fronleichnam als Feiertag. Da hoffen wir, unsere erfreuliche Umsatzentwicklung noch einmal etwas steigern zu können.

O. E. Schütz sprach mit Werner Pietsch (52), Vorsitzender des Vereins zur Förderung des rheinischen Trabrennsports Mönchengladbach.

(RP)