Volleyball: TV Mülfort-Bell und TV 1848 sind in der Landesliga erfolgreich

TV Mülfort-Bell und TV 1848 : Volleyball-Klubs im Aufwind

Das hat es lange nicht mehr gegeben: Zwei Mönchengladbacher Vereine spielen in der Landesliga derzeit oben mit. Vor allem für den Herren-Aufsteiger TV Mülfort-Bell kommt dieser Erfolg sehr überraschend.

So richtig können die Spieler des TV Mülfort-Bell ihren aktuellen Siegeszug in der Landesliga nicht erklären. Es läuft einfach richtig gut für den Aufsteiger, der nach sechs Spieltagen mit fünf Siegen auf dem zweiten Tabellenplatz steht. Am vorigen Wochenende gab es ein souveränes 3:0 gegen den Haaner TV – es war der dritte Sieg in Serie. „Für uns ist es völlig überraschend, dass wir uns gleich so gut zurechtgefunden haben“, sagt Mülforts Sportwart Kalle Reuen, der selbst zum Spieler-Kader gehört. Damit sorgt sein Team mal wieder für positive Schlagzeilen in einer Sportart, die in Mönchengladbach zumindest auf Meisterschaftsebene fast gar nicht mehr vorkommt.

„Es ist schon traurig, dass wir die einzige Herren-Mannschaft in der Stadt sind, die in einer Leistungsklasse spielt“, sagt Reuen. Immerhin hat es der TV Mülfort-Bell nun geschafft, überhaupt eine Mannschaft in diesen Liga-Bereich zu bringen. Seit dem Rückzug des Rheydter TV vor einigen Jahren war dieser völlig verwaist. Zuletzt hatten einzig die Damen des TV 1848 auf dieser Ebene die Gladbacher Farben hochgehalten. Es passt zur positiven Momentaufnahme, dass der „18“ gar an der Tabellenspitze steht.

„Bislang spielen wir eine sehr gute Saison, es stimmt im Team und wir bieten guten Volleyball“, sagt Trainer Thomas Palaszewski, der bereits seit 26 Jahren Trainer beim TV 1848 ist. Während er früher mit den Damen auch in der Ober- oder Verbandsliga aktiv war, ist die Mannschaft mittlerweile in Landesliga sesshaft geworden. Oder geht in diesem Jahr wieder mehr?

Der Saisonstart ist auf jeden Fall geglückt, vier Siegen steht bislang nur eine Niederlage gegenüber. „Bisher gelingt es uns sehr gut, trotz eines nicht besonders breiten Kaders unsere Leistungen zu bringen. Doch in der Liga geht es sehr ausgeglichen zu, da kann sich das Tabellenbild auch schnell wieder ändern“, betont Palaszewski. Wehren würde sich das Team gegen einen Aufstieg aber nicht: „Natürlich würden wir das mitnehmen. Aber wir haben nicht die Erwartung oder den Druck, das schaffen zu müssen“.

An den Aufstieg denken die Herren in Mülfort-Bell auch noch nicht, schließlich war der Klassenverbleib das eigentliche Saisonziel. „Allerdings trauen wir uns nun schon zu, bis zum Schluss oben dabei zu bleiben, wenn wir weiter ohne große Verletzungen durchkommen“, sagt Reuen, der zu den Routiniers gehört. Dazu zählt auch Trainer Thorsten Müller, der selbst ab und an noch aktiv in das Geschehen eingreift. Das Gros der Mannschaft setzt sich indes auch Spielern zusammen, die vor Jahren durch zwei Schul-AG’s zum TV Mülfort-Bell kamen. Sie blieben dem Klub nun auch beim Übergang in den Seniorenbereich treu und profitieren nun von der Erfahrung der Routiniers.

Eine unverhoffte Verstärkung erhielt das Team zusätzlich durch den ehemaligen Bundesligaspieler Sven Anton, dessen Tochter in der Turngruppe des Vereins aktiv ist. Anton entschied sich, trotz seiner nun bereits 49 Jahre nochmals einzusteigen, und ist seitdem ein wichtiger Faktor im Mülforter Spiel. Die Voraussetzungen sind somit nicht schlecht, dass sich der Verein mindestens in der Landesliga etablieren kann. Reuen indes bleibt vorsichtig: „Es ist unglaublich schwer, Jugendliche für Volleyball zu begeistern, vor allem, wenn es um den Meisterschaftsbetrieb geht.“ So fehlt es dem Klub derzeit auch am Unterbau. Das Herrenteam indes macht Freude – so wie die Frauen des TV 1848. Zwei Spitzenteams in der Landesliga hat Mönchengladbachs Volleyball schon lange nicht mehr gehabt.