Hockey: Vize-Weltmeister sind zurück

Hockey: Vize-Weltmeister sind zurück

Lässig schlenderte Christoph Menke durch das Spalier junger Hockeyspieler. Die linke Hand in der Tasche, in der Rechten ein Pils, um den Hals die Silbermedaille, die er tags zuvor bei der Weltmeisterschaft in Neu-Delhi mit der deutschen Nationalmannschaft gewonnen hatte.

Der Mönchengladbacher Hockeyspieler vom GHTC ist seit Samstag Vize-Weltmeister, und gestern Abend empfingen ihn im Klubhaus gut 200 Vereinskameraden und Gäste. "Chrissi, Chrissi", riefen sie dem 25-Jährigen zu. "Ich bin total happy. Ich will am liebsten mit jedem ein Bier trinken", sagte Menke. Vermutlich hatte er das auf dem Weg ins Vereinsheim schon mit Andrew Meredith getan, sein Trainer beim GHTC und Co-Trainer der Nationalmannschaft bei der WM in Indien.

Menke hat Durst und Hunger

Verständlich, dass er Durst hatte. 17 Stunden war er seit dem frühen Morgen unterwegs gewesen von Indien über München nach Köln und Mönchengladbach. Aber er hat auch Hunger, auf Erfolge. Die Silbermedaille, die Titelverteidiger Deutschland nach dem 1:2 im Endspiel gegen Australien gewann, soll am besten nur der Anfang gewesen sein. "Offiziell war das Halbfinale unser Ziel", sagte Menke. "Aber im Team haben wir vorher besprochen: Wir wollen Weltmeister werden. Wir hatten uns absichtlich ein hohes Ziel gesetzt. Aber die Vize-Weltmeisterschaft ist auch ein Riesenerfolg."

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Im kommenden Jahr bei der Hockey-EM im Mönchengladbacher Hockeypark, der Stätte des Weltmeistertitels von 2006, bei dem Menke nicht dabei gewesen war, dann will Menke seinen nächsten Angriff auf die Goldmedaille starten. Und bei Olympia 2012 in London sowieso. Das sind seine Ziele mit der Nationalmannschaft.

Einen ähnlichen Empfang im GHTC hat Florian Kunz auch schon erlebt. Er war 2001 in Kuala Lumpur Weltmeister geworden und erlebte bei der Rückkehr nach Mönchengladbach ähnliche Szenen wie gestern Abend Menke. "Super, dass so viel los ist. Ich bin heute auch ein Fan", sagte Kunz, der Menke einen Tipp gab: "Die Silber-Medaille ist extrem viel wert, weil Deutschland die jüngste Mannschaft im ganzen Turnier hatte."

Offiziell geehrt Christoph Menke noch am kommenden Sonntag auf der Jahreshauptversammlung des GHTC. "Wir sind stolz auf ihn", sagte Teammanager Axel Grambusch. Bis Sonntag wird der Durst des Christoph Menke wohl gestillt sein. Der Hunger aber, der bleibt mindestens bis 2011.

(RP)