Big Air Festival Mönchengladbach: Viele Premieren bei den Free-Ski-Finalistinnen

Big Air Festival Mönchengladbach: Viele Premieren bei den Free-Ski-Finalistinnen

Beim "Big Air Freestyle Festival" scheiden die deutschen Herren in der Qualifikation aus. Bei den Frauen schafft es ein Duo in die Endrunde.

Vermutlich muss man einem besonderen Menschenschlag angehören, um sich von einer steilen, schneebedeckten Rampe, deren höchster Punkt 16 Stockwerke hoch ist, auf Skiern hinunterzustürzen, um dann einen Sprung mit mehrfachen Drehungen um die eigene Achse oder über Kopf zu wagen - und das am besten schon beim Anlauf mit dem Rücken voran. Doch beim "Big Air Freestyle Festival" im Hockeypark waren gestern eine ganze Menge Menschen dieses besonderen Schlages zusammengekommen. Und die Free-Skier boten bei ihrem Weltcup Spektakel vom Sturz bis zum waghalsigsten gestandenen Sprung.

Der Tscheche Vojtech Bresky etwa landete mit solcher Wucht und Rücklage, dass er gleich beide Skier verlor und sich hernach mächtig ärgerte - kein Wunder, immerhin hatte er so das Finale verpasst. Damit befand er sich aber in großer Gesellschaft, unter anderem schieden alle deutschen Herren in der Qualifikation aus. So auch Florian Preuss, der "Lokalmatador" aus dem westfälischen Sprockhövel. Der 25-Jährige war zwar gut gestartet und hatte im ersten Qualifikationsdurchgang eine Wertung von 83,60 Punkten vorgelegt, im zweiten "Run" kam er aber nur auf 60,40 - das war Rang sieben in der Qualifikationsgruppe und für das Finale der besten Zehn zu wenig. Zum Vergleich: Der Norweger Oystein Braaten schaffte es mit 85,40 Punkten in die Endrunde.

Foto: ap, mm

Bei den deutschen Frauen kam ein Duo ins Finale, und Aliah Delia Eichinger eröffnete es gleich. Die 16-Jährige feierte eine doppelte Premiere: Zum ersten Mal startete sie bei einem Weltcup, zum ersten Mal sprang sie von einer künstlich angelegten Rampe. "Das war etwas komplett Neues für mich: Das erste Mal Weltcup und dann noch als erste Starterin", sagte Eichinger, die ihre Sprünge auf Sicherheit ausgelegt hatte, aber alle drei stand. "Ich freue mich einfach, hier zu sein. Es war eine Ausnahme, weil so wenig Mädels gemeldet hatten. Ich hatte Glück", sagte sie. Sie wurde Sechste, Landsfrau Kea Kühnel Fünfte.

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Die Konkurrenz war enorm. Guilia Tanno aus der Schweiz zeigte einen ersten Sprung, der drei volle Rotationen um die eigene Achse und zwei Überschläge über Kopf beinhaltet. Sie hatte ihn als erste Frau überhaupt vor einer Woche in Mailand erstmals gestanden. "Ich habe den vor ein paar Wochen im Stubai-Tal gelernt", sagte Tanno. "Mir fällt der Trick ziemlich leicht. Das hat mich selbst überrascht." Und auch für sie gab es eine Premiere: Sie gewann erstmals einen Weltcup.

Vorjahressiegerin Silvia Bertagna aus Italien, die in ihrem ersten Sprung mit dem Rücken voraus angefahren war, erklärte, dass daran eigentlich gar nichts so Besonderes sei: "Wir fahren so viel rückwärts, da ist es eigentlich egal. Vielleicht ist es rückwärts sogar einfacher, weil man dann nicht direkt in den Abgrund", blickt sagte die 31-Jährige lachend.

Heute starten die Snowboarder mit ihrem Weltcup, bei dem es auch um die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang (Südkorea) geht.

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(ame)