Victoria Mennrath verpasst den Aufstieg in die Landesliga

Fußball, Relegation : Mennrath schafft das Wunder nicht

Trotz der 0:2-Niederlage gegen die SpVgg. Steele und des damit verpassten Aufstiegs in die Landesliga gibt es Beifall von den Anhängern. Türkiyemspors Reserve steigt nach einem torlosen Remis bei Hehn II in die Kreisliga B auf.

Gejubelt wurde im Mennrather Naturstadion „De Kull“ am Ende, aus Gladbacher Sicht leider nur auf der falschen Seite, denn die Gäste der SpVgg. Steele aus Essen feierten zuerst einen 2:0-Erfolg und anschließend den Aufstieg in die Landesliga. Dieser blieb somit sowohl den Mennrathern als auch Wuppertal-Ronsdorf, dem anderen Gegner in der Dreiergruppe, verwehrt.

Die Aufgabe für die Victoria war ohnehin schwer, denn gegen Steele musste Mennrath mit fünf Toren Differenz siegen, um aufzusteigen. War man seitens des Gladbacher Vertreters in der Aufstiegsrelegation zweckoptimistisch an die Sache herangegangen, wurde das Unterfangen ganz schnell – genau genommen nach sieben Minuten – reinste Makulatur. Just zu diesem Zeitpunkt ging Steele 1:0 in Front und Mennrath hätte da schon mindestens sechs Tore schießen müssen. Vorausgegangen war ein abgefangenes Zuspiel an der Mittellinie, zwei Spielerstationen später zog der Essener aus gut 19 Metern aus zentraler Position ab, und der Ball flog über Mennraths Torwart David Platen ins Tor, der bei diesem Schuss nicht gerade glücklich aussah.

Vier Minuten später kam Mennrath erstmals gefährlich in Strafraumnähe, doch Oliver Krüppels Flankenversuch (oder war es doch ein Schuss?) hätte im American Football drei Punkte für ein Fieldgoal gebracht, hier landete der Ball in den angrenzenden Bäumen. Mennrath gewann zwar optisch immer mehr an Überlegenheit, mehr als ein paar harmlose Abschlüsse gab es jedoch nicht. Und Essen war am Ende immer Herr der Lage und zudem bei Konterattacken stets gefährlich, untermauert von zwei Bällen, die auf dem Querbalken des Mennrather Gehäuses landeten.

Auch nach dem Seitenwechsel das gewohnte Bild: Mennrath bemühte sich weiterhin und griff zunehmend zu illegalen Mitteln, Essen lauerte und ließ die Victoria bis zu einer gewissen Linie hantieren. Als dann Simon Littges in der 69. Minute die Sense auspackte und mit Rot den Platz vorzeitig verlassen musste, war der Fisch gegessen. Essen legte dann in der 80. Minute zum Endstand nach.

Nicht nur Mennraths Spieler, auch ihr Trainer Simon Netten waren enttäuscht und entzogen sich jeden Kommentars. Besser machte es der Mennrather Anhang, der zur „Kull-Hymne“ lautstark mitsang und die Mannschaft mit stehendem Beifall verabschiedete. Die Fans bedankten sich so beim Team für die bisher beste Saison der Vereinsgeschichte – trotz des unglücklichen Endes – gebührend. So kann Amateurfußball auch sein.

In einem weiteren Relegationsspiel holte Türkiyemspor II ein 0:0 bei Hehn II und stieg dank der besseren Tordifferenz als letztes Team in die Kreisliga B auf.

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