Schach: U10 des Rheydter Schachverein fährt zur DM

Schach : U10 des Rheydter Schachverein fährt zur DM

Der Schachnachwuchs hat sich als NRW-Meister für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Gespielt wird von Samstag bis Dienstag in Magdeburg. Mit schönen Spielzügen wollen die Rheydter ihren Gegnern Paroli bieten.

Am Fenster lehnt ein großes Schachbrett. "Was ist der richtige Spielzug?", will Thomas Krause wissen. "Weißer Läufer auf e4", sagt der achtjährige Jonas Noever. Sein Mannschaftskamerad sieht das anders. "Was bringt das denn?", fragt Simon Bartels und schaut dabei auf das Schachbrett auf dem Tisch vor ihm. Eine extra knifflige Spielsituation hat sich Trainer Krause für die Übung mit dem Rheydter Schachnachwuchs ausgesucht. Untermalt von Erklärungen verschiebt er nun die magnetischen Spielfiguren auf dem Brett. Und wenige Augenblicke später fällt es auch Simon wie Schuppen von den Augen. Klar, das ist der richtige Spielzug, um den Gegner schnell matt setzen zu können - also die Partie zu gewinnen.

Die U10-Mannschaft des Rheydter Schachvereins, zu der auch Niklas Noever, Sönke Leßmann und Jonah Hansen gehören, absolvieren gerade ihr Abschlusstraining. Das letzte Training vor ihrem bislang größten Turnier - der Deutschen U10-Meisterschaft. Am Freitag macht sich das Team samt Trainer Krause und zwei weiteren Betreuern auf den Weg nach Magdeburg, wo von Samstag bis Dienstag Deutschlands Schach-Nachwuchs um den Titel kämpft.

"Die Jungs sind ziemlich aufgeregt, obwohl sie schon Turniererfahrungen gesammelt haben", erzählt Michael Noever, Jugendwart im Rheydter Schachverein. Das Team um Mannschaftsführer Niklas ist schließlich amtierender NRW-Meister. Und dennoch: Die Deutsche Meisterschaft hat noch mal eine ganz andere Größenordnung. 54 Mannschaften aus ganz Deutschland und rund 250 junge Schachspieler werden sich während der ersten Runden im Turniersaal tummeln. "Es wird viel Unruhe im Raum herrschen, und wenn nur noch eine Partie läuft, zieht diese immer viele Zuschauer an", sagt Krause. "Trotzdem müssen sich die Jungs wahnsinnig konzentrieren." Die Konzentrationsfähigkeit ist ohnehin das A und O des Schachspielens. Deswegen müssen die Spieler von ihr auch einiges in Petto haben. 60 Minuten Bedenkzeit stehen jedem der beiden Kontrahenten nämlich pro Partie zur Verfügung. Heißt: Ein Spiel kann gut und gerne bis zu zwei Stunden dauern. "Zwischen den Spielen lassen die Kinder deswegen gern auch mal Luft raus. Während des Trainings dient dafür der Kicker und in Magdeburg werden wir zwischendurch auch mal joggen gehen", erzählt Krause.

Doch gerade die Anforderung der hohen Konzentrationsfähigkeit ist es auch, die für Jonas und Co. den Reiz am Schachspielen ausmacht. "Man muss viel nachdenken, aber dann ist es auch cool, wenn man einen schönen Spielzug findet", erzählt Simon. Am besten einen, der den Gegner matt setzt, denn der Ehrgeiz ist bei den kleinen Spielern schon ganz groß. "Ich finde gut, dass man Pokale bekommt, wenn man gut spielt. Und bei der Deutschen Meisterschaft wollen wir Erster werden", sagt Sönke. Das Ziel steht somit schon mal fest.

(rost)
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