Handball : TVK wie im Rausch

Die Mannschaft der Stunde kommt aus Korschenbroich: Sie ist seit fünf Spielen ungeschlagen und bezwang nun auch Tabellenführer Hüttenberg 35:32. Das Spiel war eine Kopie des Derbysieges gegen den Bergischen HC.

Bislang waren Khalid Khans Ansprachen selten lustig. Der Korschenbroicher Trainer ist mehr Energiebündel als Witzemacher. Nun, nachdem seine Mannschaft ihre Siegesserie auf 9:1 Punkte und fünf Spiele ohne Niederlage ausgebaut hat und dabei jüngst den bis Anfang November ungeschlagenen Tabellenführer TV Hüttenberg 35:32 in die Knie zwang, da muss er sich einen Scherz gegönnt haben.

Jedenfalls lachten einige Spieler auffallend im Kreis, während auf den Tribünen gefeiert wurde. Es herrscht derzeit ein Ausnahmezustand beim TVK, der sich und seine Fans an seinem Spiel berauscht und in der Tabelle langsam sogar in die Aufstiegsregion vordringt. "Wir haben jetzt schon die Punkte, die wir uns bis Ende der Hinrunde errechnet hatten", sagte Geschäftsführer Klaus Hintzen.

Schnell und variabel

Der Sieg gegen Hüttenberg war vom Spielverlauf her praktisch eine Kopie des Derbysieges gegen den Bergischen HC am vergangenen Mittwoch. Wieder lagen die Gäste vorne (diesmal 9:6), wieder machte Korschenbroich daraus einen Vorsprung zur Pause (18:15), um den der TVK in der zweiten Halbzeit lange zittern musste, ihn aber erstaunlich abgeklärt und verdient verteidigte. Mehr noch: Er zeigte erneut die große Korschenbroicher Stärke.

Sie spielen einerseits schnell, und haben andererseits praktisch immer eine spielerische Lösung. Erneut war es Torwart Thomas Bauer mit einer überragenden Partie (25 Paraden), der Hüttenberg bremste. In der ersten Halbzeit klappte vor allem das Kreisläuferspiel des TVK. Jörn Ilper und Marcel Görden kamen so zu sechs Toren, weil Hüttenberg ihnen den Platz einräumte. Selbst in Unterzahl wirkte Korschenbroich taktisch so sicher, dass sich eine Zeitstrafe kaum auf das Resultat auswirkte.

Nach der Pause, als die Hessen den Kreis besser zustellten, suchte der TVK erfolgreich auf andere Weise den Weg zum Tor. Mal per Kempatrick (zum 22:16), viel über Rechtsaußen mit Mathias Deppisch oder David Breuer oder einfach nur mit Wucht aus dem Rückraum.

"Wir wissen blind, was wir machen und sind schwer auszurechnen", sagte Jörn Ilper. Dass es noch einmal enger wurde (30:28) lag auch daran, dass beim TVK die Kräfte schwanden. Khan ließ seine acht Stammkräfte ganz durchspielen. "Wir haben Spaß am Handball", sagte der immer wichtiger werdende Marcel Görden. Hüttenbergs Trainer Jan Gorr war nicht spürbar sauer über die zweite Niederlage in Folge. Er sagte: "Ihr könnt in dieser Liga jeden schlagen."

(RP)