Lokalsport: TVK und Borussia sind unter Zugzwang

Lokalsport: TVK und Borussia sind unter Zugzwang

Die Drittliga-Handballer aus Korschenbroich brauchen im Heimspiel eine Überraschung, der Oberligist benötigt auswärts Konzentration.

Dass der TV Korschenbroich die Dritte Liga sportlich noch halten kann, scheint utopisch. Acht Punkte Rückstand hat der Tabellenvorletzte inzwischen auf den ersten Nichtabstiegsplatz, vier Zähler sind es auf den drittletzten Rang, der am Saisonende möglicherweise zu einer Relegation berechtigt. Dort steht derzeit die HSG Handball Lemgo II, gegen die der TVK noch ein Rückspiel zu bestreiten hat, aber auch bei einem Sieg dann läge er immer noch zwei Punkte zurück.

So müssen die Korschenbroicher neben direkten Duellen im Abstiegskampf auch solche gewinnen, in denen sie eigentlich Außenseiter sind. Eine solche Partie steht heute (19.30 Uhr) an, wenn der Tabellensechste Longericher SC in der Waldsporthalle gastiert. "Das ist mit Sicherheit eine sehr schwere Aufgabe", sagt TVK-Trainer Ronny Rogawska, der am Mittwoch seinen 49. Geburtstag feierte - unter anderem, indem er die Jugend und seine Erste Mannschaft trainierte.

Letzteres war in dieser Woche nur eingeschränkt möglich: Philip Schneider fiel mit einer Zerrung ebenso ein paar Tage aus wie Aaron Jennes, Luca Bohrmann und Erik Hampel (alle Grippe), ob Letzterer heute auflaufen kann, sei "sehr fraglich", sagt Rogawska. Immerhin konnte Julian Mumme wieder mittrainieren, der wurfstarke Spielmacher hatte zuletzt bei der 24:35-Niederlage in Leichlingen wegen Rückenproblemen passen müssen. "Es sah unter der Woche schon besser aus. Ich hoffe, dass ich auf ihn zurückgreifen kann", sagt Rogawska.

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Der Auftritt in Leichlingen hatte ihm nicht nur wegen des hohen Ergebnisses nicht gefallen. "Wir haben da im Angriff zu viel parallel gespielt und zu wenig Druck in die Tiefe gemacht. Das muss gegen Longerich besser werden", sagt der Trainer, der über den Gegner zu berichten weiß: "Die Kölner haben in den letzten drei Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung von einem Aufsteiger zu einem festen Bestandteil der Dritten Liga gemacht. Sie sind eingespielt und spielen vorne einen guten Ball mit Benjamin Richter als Mittelmann." Das "Prunkstück" aber, ist laut Rogawska "die Abwehr, die sehr, sehr schwer zu knacken ist und aus der sie schnell umschalten mit Erster, Zweiter Welle und Schneller Mitte". Das bedeute für sein Team: "Wir müssen vorne geduldig spielen und Longerich beschäftigen, der Ball muss laufen, um das schnelle Umschalten zu verhindern." Und, wichtig: "Wir spielen zu Hause und müssen versuchen, eine Überraschung zu erzwingen", schließt der Trainer.

Oberligist Borussia Mönchengladbach muss heute beim TSV Aufderhöhe in Solingen antreten. Die Erinnerungen an den Gegner sind positiv. Im Hinspiel feierten die Borussen mit 42:24 ihren bislang höchsten Saisonsieg. "An dem Tag hat wirklich alles reibungslos geklappt. Aber wir müssen uns davor hüten, zu glauben, dass das im Bunker in Aufderhöhe auch so geht", sagt Borussias Trainer Tobias Elis. Ein Selbstläufer sei die Aufgabe keineswegs. "Wir dürfen den Gegner nicht unterschätzen. Aufderhöhe hat nur mit einem Tor gegen Unitas Haan verloren", warnt Elis.

Vor allem auswärts stünde es den Borussen auch nicht gut zu Gesicht, irgendeinen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen, denn die Bilanz ist mit fünf Niederlagen bei acht Spielen in fremden Hallen äußerst bescheiden. Elis nimmt seine Spieler daher in die Verantwortung: "Die zwei Punkte sind Pflicht." Trotz der über Karneval nicht so optimalen Vorbereitung fordert er, dass sich die Spieler fokussieren, denn es geht für den Tabellenfünften darum, nicht weiter abzurutschen. "Das Mittelfeld ist nicht unser Anspruch", sagt er. Tobias Eickmanns und Niklas Berner sind angeschlagen, ihr Einsatz ist fraglich. Aufgrund von Verletzungen stehen Torhüter Martynas Savonis und Andreas Heitzer nicht zur Verfügung.

(wiwo)