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Handball: TVK: Raus aus der Abstiegszone?

Handball : TVK: Raus aus der Abstiegszone?

Der TV Korschenbroich verspürt Aufwind. Nicht nur, dass der Kader verstärkt wurde, sondern der Sieg gegen Schwerin brachte Selbstvertrauen. Und eine komfortable Situation. Bei einem Sieg in Nordhorn kann der TVK die unteren Regionen verlassen.

Im karierten Hemd saß er hinter der Bank, während seine neue Mannschaft zum Befreiungs-schlag ausholte. Benjamin Göller, der letzte Zugang des TV Korschenbroich, war beim wichtigen 33:28 gegen Schwerin nur Maskottchen.

Am Sonntag endlich, beim Gastspiel des TVK in Nordhorn (Anwurf 17 Uhr), darf er selbst eingreifen. "Er bringt mit seinen 25 Jahren sehr viel Erfahrung mit", sagt Trainer Jörn Ilper über seinen neuen Linksaußen. Und das braucht sein Team im Abstiegskampf der Zweiten Bundesliga. Auf dem Weg nach Nordhorn ist der Mannschaftsbus nun mit zehn Feldspielern wieder konkurrenzfähig besetzt.

Korschenbroich gehört zu den Klubs, die erkannt haben, dass der Kader so noch nicht reicht. In Göller und Phillip Liesebach (Hüls, Verbandsliga) kamen zwei Außenspieler. Gesucht wird noch ein abwehrstarker Rückraumspieler. Der TVK rüstet auf, im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Nationalspieler verpflichten, wie Dormagen es tut, das kann der TVK weiter nicht. "Aber wir haben das Interesse geweckt", sagt Ilper über seine Spielersuche. "Es wird noch ein paar Tage dauern bis zur Verpflichtung. Wir brechen nichts übers Knie. Das ist eine ganz wichtige Entscheidung." Die Suche führte Korschenbroich auch ins Ausland, derzeit sieht es aber wohl nach einem deutschen Zugang aus.

Einen abwehrstarken Spieler kann Korschenbroich jedenfalls genauso gut gebrauchen wie zwei Punkte aus Nordhorn. Im Schnitt kassierte der TVK bislang genau 29 Gegentore pro Spiel — zu viel für die starke Zweite Bundesliga.

Daran ändert auch Torwart Oliver Mayer nichts, der mit 36 Prozent gehaltenen Bällen eine ganz passable Saison spielt. Die Gastgeber, einst Erstligist, haben eine Serie von drei Niederlagen in Folge hinter sich. Gewinnt Korschenbroich, kann es Nordhorn in der Tabelle sogar überholen. Wie das gelingen soll, hat Ilper in der Woche mit der Mannschaft einstudiert.

"Wir müssen die starke 6-0-Deckung in Bewegung bringen. Torwart Björn Buhrmester ist sehr stark. Also brauchen wir viele freie Schüsse." Spielerische Lösungen sind demnach gefragt, weniger die einfachen Schüsse aus dem Rückraum.

Das spricht dafür, dass auf der halbrechten Position erneut Mathias Fuchs anfangen wird für die wurfgewaltigen, aber zu oft auch glücklosen Pasqual Tovornik und Christoph Piske. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass es klappt. Denn die Mannschaft nimmt Veränderungen gut an", sagt Ilper, der nur auf die Langzeitverletzten Mathias Deppisch, Björn Marquardt und Markus Breuer verzichten muss.

Trotz der Pleitenserie Nordhorns meint Ilper: "Das ist eines der drei schwersten Auswärtsspiele in dieser Saison." Das bekam auch der starbesetzte GWD Minden zu spüren. Sein einziges Spiel verlor der GWD bislang in Nordhorn.

(RP)