Handball : TVK gewinnt in letzter Sekunde

Mit Glück gewinnt Korschenbroich 26:25 gegen Eisenach und rundet damit einen guten Saisonstart ab. Die Gäste ätzten massiv gegen häufig überforderten Schiedsrichter, dabei war der entscheidende Mann Simon Breuer.

zweite bundesliga Simon Breuer riss sich das Trikot vom Leib, als wäre es mit Juckpulver gewaschen. Damit entlud sich vor 654 Zuschauern die ganze Anspannung, die sich in 60 Minuten aufgebaut hatte und die in der Schlusssekunde ihren dramatischen Höhepunkt fand. Als Mathias Deppisch nämlich den 26:25-Siegtreffer für den TV Korschenbroich gegen den ThSV Eisenach erzielte nach einem Spiel, das Simon Breuer geprägt hatte. Der 27-jährige Spielmacher lebte den puren Willen vor und war zudem der Einzige, der zuverlässig aus dem Rückraum traf. "Unser Angriffsspiel hat ein bisschen gehakt", sagte Simon Breuer, dessen Bruder David (Torschützenkönig) im Moment eine auch verletzungsbedingte Ladehemmung plagt. "Wir schaffen es, das als Mannschaft aufzufangen", sagte David Breuer.

Dominante Abwehrreihen

Der TVK begann ein wenig lethargisch und lag zunächst 1:4 hinten. Dann begann Simon Breuers großer Auftritt, der mit Hüftwürfen den tschechischen Torwart Radek Musil narrte oder im Liegen noch Bälle erkämpfte. Er erzielte auch die erste Führung des TK zum 7:6. Bis zur Pause blieb es eng, weil der TVK es in der letzten Minute versäumte, eine doppelte Überzahl zu einer deutlicheren Führung zu nutzen. "Es waren eben zwei dominante Abwehrreihen", sagte Trainer Khalid Khan.

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Weil seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit endlich wieder zu ihrem Tempospiel fand, erhöhten Robin Doetsch und Simon Breuer fast im Alleingang auf 19:15 (45. Minute). 80 Sekunden vor Schluss gelang dem nominell deutlich besser, weil ausgeglichener, besetzten ThSV allerdings der Ausgleich zum 24:24. Marcel Görden warf 30 Sekunden vor Schluss die 25:24-Führung, die Alexander Koke sieben Sekunden vor dem Ende ausglich. Der TVK beeilte sich, spielte "Schnelle Mitte", Marcel Görden führte einen Freiwurf am Kreis schnell aus und passte zu Mathias Deppisch. Der war völlig frei und traf zur Entscheidung mit dem Schlussgong.

Eisenach war völlig erzürnt über die häufig unglücklich agierenden Schiedsrichter, die sich nicht immer einig waren. ThSV-Trainer Adalsteinn Eyjolfsson giftete: "Die Stars auf dem Feld waren die Schiedsrichter. Sie haben das sehr schönes Spiel auf ein dreckiges Niveau gezogen."

Khan war wesentlich entspannter: "So ein Sieg ist 70 Prozent Glück und 30 Prozent Klasse." Diese Mischung brachte den TVK nun auf Platz fünf der Tabelle, wodurch sich Khan zu einer für ihn euphorischen Umschreibung hinreißen ließ: "Wir können jetzt von einem annehmbaren Saisonstart sprechen."

(RP)