Handball: Tore auf Pump

Handball: Tore auf Pump

Bei der 24:27-Niederlage des TV Korschenbroich in Erlangen offenbarte der Aufsteiger deutliche Defizite in der Schlussphase. Vorher zeigte sich der TVK gleichwertig mit der heimstärksten Mannschaft der Liga.

bundesliga Marcel Görden hockte verletzt auf der Tribüne und fand eine simple Erklärung dafür, dass sein TV Korschenbroich beim HC Erlangen 24:27 (13:13) verlor. "Es fehlten Spieler, die für Entlastung sorgen konnten."

Das Korschenbroicher Schicksal mit dem zu kleinen Kader sieht nun einmal so aus: Die Mannschaft ackert, schmeißt aber Tore auf Pump. Und in der Schlussphase, wenn die Kräfte schwinden, zahlt sie den Preis dafür. Wobei die Niederlage durchaus als Fortschritt gelten darf. Waren zuvor noch zum Teil schlechte Leistungen Grund für die Pleitenserie, hat sich der TVK nun gefangen, in allen Mannschaftsteilen.

Khans Überraschung

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Thomas Bauer bestätigte im Tor erstmals zaghaft die Gerüchte, wonach er in Österreich ein EM-Held ist. Christian Rommelfanger sorgte aus dem linken Rückraum für Torgefahr, und auch die Außenspieler Markus Breuer und Mathias Deppisch trafen, als der Rückraum unter Ladehemmung litt. Vor dem Seitenwechsel war der ligaweite Top-Torjäger David Breuer mit acht Treffern noch Alleinunterhalter des TVK gewesen.

Trainer Khalid Khan überraschte Erlangen mit einer sehr offensiven 3-3-Abwehr, was zunächst auch aufging. Nach neun Minuten stand es 1:1. Korschenbroich blieb bis zur 54. Minute richtig gut im Spiel und hätte durchaus gewinnen können. Wenn man die vierminütige Zeitstrafe gegen den Erlanger Daniel Stumpf besser genutzt hätte. Doch dem TVK gelang in dieser Überzahl nur ein Tor. Vier Minuten vor Schluss traf Christoph Piske zum 24:25-Anschluss — das war aber auch das letzte Korschenbroicher Tor. In der aufgeheizten Atmosphäre, in der die Gastgeber erst eines ihrer zwölf Heimspiele verloren, sah Jörn Ilper wegen eines Fouls am starken Hannes Münch die Rote Karte. "Ich habe meinen Körper nicht mehr dazwischen gekriegt. So blieb nur das Bein stehen", sagte Ilper, der mit Muskelverletzung in der Wade spielte.

"Die größere Physis hat gesiegt", sagte Marcel Görden. Er hofft, am kommenden Wochenende beim Heimspiel gegen die TSG Groß-Bieberau wieder eingreifen zu können. Genauso wie Jörn Ilper (der seine Muskelverletzung bis dahin auskuriert haben wird) und die beiden Verstärkungen aus der Reserve, Bodo Leckelt und Daniel Schürungs. "Ich gehe davon aus, dass ich dann wieder zum Team gehöre", sagte Leckelt. Dann gibt's keine Tore auf Pump mehr.

(RP)