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Tischtennis: Wieso die Verbände uneinig über den Spielbetrieb sind

WTTV unterbricht, DTTB spielt weiter : Verbände uneinig über den Spielbetrieb im Tischtennis

Während der WTTV die Tischtennis-Spiele in seinen Ligen bis Februar coronabedingt unterbrochen hat, werden die Teams der DTTB-Ligen zum Rückrundenstart an die Platte gebeten. Das sorgt mitunter für kuriose Situationen in den Vereinen.

Rasant steigende Fallzahlen, die Ausbreitung der Omikron-Variante, neue Maßnahmen der Politik: Auch der Sport musste sich in den vergangenen Tagen und Wochen die Frage stellen, ob und wie der Spielbetrieb im neuen Jahr weitergeführt werden kann. Bei der Bewertung sind dann der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) und der Westdeutsche Tischtennis-Verband (WTTV) zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Denn während die Partien im DTTB – verantwortlich für den Spielbetrieb von der 1. Bundesliga bis in die Oberliga – regulär ausgetragen werden, hat der WTTV, der für die Ligen der Region unterhalb der Oberliga zuständig ist, eine Unterbrechung für den gesamten Januar angeordnet.

Das führt in den Tischtennis-Vereinen zu der kuriosen Situation, dass manche Teams spielen dürfen, andere wiederum nicht. Wie beim TTC Waldniel, wo die Herren-Mannschaft in der Oberliga antritt. „Die erste Mannschaft spielt am Wochenende ganz normal in Düsseldorf und Brühl, die Partien der anderen Teams in unserem Verein sind abgesagt“, erklärt Klaus Taplick, Vorsitzender beim TTC. Sportlich geht es für den Tabellendritten aus Waldniel, der weiter um den Aufstieg in die Regionalliga mitspielen will, um einen guten Start in die Rückrunde. Für das Duell am Samstag gegen Borussia Düsseldorf II soll dafür Neuzugang Yang Lei direkt an der Platte stehen. Der 44-Jährige ist Trainer beim Tischtennis-Bundesligisten TTC Schwalbe Bergneustadt und aktuell die Nummer 35 Deutschlands. Am Sonntag trifft Waldniel dann auf den TTC BW Brühl-Vochem. „Brühl hat kein schlechtes Team, in der Hinrunde haben wir uns recht deutlich durchsetzen können, Ich hoffe, das klappt nochmal“, so Taplick.

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Von der unterschiedlichen Handhabung der Verbände ist auch der TuS Wickrath betroffen. Sicher ist: Der Rückrundenauftakt der Männer in der NRW-Liga wird nicht stattfinden. „Ich finde es vernünftig, dass in der aktuellen Lage nicht gespielt wird“, sagt Hubert Radermacher, zuständig für Tischtennis beim TuS. Deshalb fand in dieser Woche auch noch kein Training in Wickrath statt, man wolle damit – unter 2G-Plus-Bedingungen – erst in der kommenden Woche starten. Dann könnte es zu dem kuriosen Fall kommen, dass die Damen des TuS Wickrath sehr wohl im Ligabetrieb antreten müssen. Denn anders als die Männer, spielen die Damen in der DTTB geführten Oberliga. Hubert Rademacher glaubt da noch nicht so wirklich dran: „Ich bin skeptisch und kann mir nicht vorstellen, dass die Ligen weitergespielt werden.“

 ASV Süchteln Damen Tischtennis Oberliga TTC GW Fritzdorf
ASV Süchteln Damen Tischtennis Oberliga TTC GW Fritzdorf Foto: Jörg Knappe/Jörg Knapp

Wieso die beiden Tischtennis-Verbände die Lage überhaupt unterschiedlich bewerten, erklärt WTTV-Geschäftsführer Michael Keil durch eine andere Ausgangslage: „Während der DTTB insbesondere für die Ligen zuständig ist, die deutlich mehr dem Profibereich zuzuordnen sind, ist der Spielbetrieb auf Verbandsebene und darunter hauptsächlich am Breiten- und Amateursport ausgerichtet.“ Der WTTV halte es für schwierig, für die Einhaltung der 2G-Plus-Regel auf ständige Tests zu bestehen, „welche in ländlichen Regionen gegebenenfalls auch gar nicht so flächendeckend wie gewünscht zur Verfügung stehen“, so Keil weiter. In der Beschlussfassung des WTTV ist jedoch die Ausnahme hinzugefügt, dass Ligaspiele stattfinden können, wenn beide Mannschaften das ausdrücklich wollen. Der Verband glaubt allerdings nicht, dass dieser Fall oft eintritt.

Nicht betroffen von dieser Situation ist der ASV Süchteln, da beide Seniorenteams Ligen des DTTB angehören. Für die Herren des ASV steht das erste Rückrundenspiel ohnehin erst am 30. Januar an. Eine lange Pause, die für Daniel Halcour, die Süchtelner Nummer eins, nicht ganz einfach ist. „So ist es schwierig, wieder in den Rhythmus zu kommen. Wir haben aber etwas Glück, dass unsere Rückrunde gegen den Tabellenletzten startet. Das ist ein guter Gegner, um wieder reinzukommen“, sagt er. Der Gießener SV als Schlusslicht hat bislang alle neun Spiele verloren. Beim ASV ist das Punktekonto hingegen mit 9:9 ausgeglichen, man liegt auf Platz fünf. Halcour ist damit grundsätzlich zufrieden. Ohne Verletzungen wäre für ihn sogar noch mehr möglich gewesen. Unter anderem fehlte er zweimal, auch Hutter, im Einzel an Position drei gesetzt, fiel zweimal aus. „Das ist bei vier Mann schwer zu kompensieren. Sonst wären drei bis fünf Punkte mehr drin gewesen“, sagt er. Für die Rückrunde hofft er daher auf mehr Stabilität im Kader.

Die Damen des ASV überzeugten insbesondere im Hinrunden-Endspurt der Oberliga mit zwei Siegen und einem Remis, wodurch man mit 9:11-Punkten im sicheren Mittelfeld überwinterte. Für die Rückrunde erhält man Verstärkung durch die 16-jährige Johanna Paul, deren vorheriger Klub in Kamp-Lintford sich auflöste. „Sie war zweimal beim Training dabei und dann haben wir entschieden, dass sie bei uns mitspielt. Sie ist eine junge und motivierte Spielerin, wird aber sicher ein paar Spiele brauchen, um sich an das Niveau zu gewöhnen“, so ASV-Spielführerin Sanja Geneschen.

Für die Rückrunde muss die Mannschaft auf Agnieszka Sobila, Nummer zwei und sichere Doppelspielerin, verzichten. Sie befindet sich im Auslandssemester in Singapur. „Dafür rutscht Jaqueline Resing aus dem unteren Paarkreuz nach oben, da warten dann andere Gegner. Das könnte ein Knackpunkt werden“, sagt Geneschen. Erste Prüfung ist am Wochenende das Heimspiel gegen den Tabellendritten TTC Mennighüffen. Auch Neuzugang Paul soll dann dabei sein.