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Tennis-Regionalliga: Damen des Gladbacher HTC steigen in 2. Bundesliga auf

Tennis-Damen des GHTC : Wie der Sensationsaufstieg in die 2. Bundesliga gelang

Das Ziel der Tennis-Damen vom Gladbacher HTC hieß Klassenerhalt in der Regionalliga. Nun haben sie den Aufstieg perfekt gemacht. Über eine Mannschaft mit viel Qualität – und noch mehr Teamgeist.

Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis die Damen des Gladbacher HTC realisieren, was da am Wochenende in der Aufstiegsrunde der Regionalliga West passiert ist. Gestartet war das Team von Coach Steffen Klasen mit einem klaren Ziel – und das hieß Klassenerhalt. Doch endete die Saison mit dem völlig überraschenden Aufstieg in die 2. Bundesliga.

„Es ist wirklich eine sehr große Überraschung“, sagt auch Henrik Schmidt, Ressortleiter-Tennis beim GHTC. „Vor der Saison hatten wir die Hoffnung, dass die Mannschaft in der Regionalliga bleibt und jetzt geht es hoch in die 2. Liga. Aber das haben sich die Spielerinnen durch eine überragende Saison auch wirklich verdient“, sagt Schmidt.

Da in der vergangenen Saison pandemiebedingt kein Team abgestiegen war, startete die Regionalliga mit neun Mannschaften, die aufgeteilt waren in zwei Gruppen. Als Tabellenzweiter qualifizierte sich der GHTC für die Aufstiegsrunde. Das eigentliche Saisonziel Klassenerhalt war also schon mal sicher.

Für das erste Spiel der Aufstiegsrunde reisten die Gladbacherinnen am Samstag zum TC GW Aachen, dem Favoriten für den Aufstieg. „Wir wussten im Vorfeld, dass es ein schwieriges Spiel gegen Aachen wird“, erklärt Soraya Moradian, die mit ihrem Einzel gegen die Aachenerin Lisa-Marie Hellweg für den dramatischen Höhepunkt des Tages sorgte. „Bis dato lief es in den Einzeln eigentlich gut für uns, doch als ich gespielt habe, lagen wir auch auf den anderen Plätzen zurück“, beschreibt Moradian. „Ich wusste wie wichtig es für das Team ist, dass ich mein Einzel gewinne.“

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Doch nachdem Moradian ihren ersten Satz noch 6:3 gewonnen hatte, verlor sie den zweiten deutlich mit 1:6. „In dem Satz habe ich sehr schlecht gespielt und musste deshalb ins Match-Tiebreak“, berichtet sie. Dort vergab erst sie und dann Hellweg für GW Aachen die entscheidenden Matchbälle. „Es war ein Nervenspiel“, sagt Moradian. Eines mit dem besseren Ausgang für den GHTC, denn Soraya Moradian setzte sich am Ende mit 13:11 im Match-Tiebreak durch und sicherte ihrem Team damit eine 4:2-Führung nach den Einzeln. Denn auch Leah Luboldt, die in den Sätzen bereits 4:6 und 1:4 gegen die Belgierin Catherine Chantraine zurücklag, drehte das Einzel noch und gewann ebenfalls im Match-Tiebreak für den GHTC. „Das waren super enge Spiele“, sagt Schmidt.

Mit der besseren Ausgangssituation und dem Wissen, dass man nur eins von drei Doppeln gewinnen muss, um Aachen zu schlagen, setzte Gladbach-Coach Steffen Klasen alles auf eine Karte. Mit den beiden Niederländerinnen Julie Belgraver und Jasmijn Gimbrere schickte der GHTC seine an Position eins und zwei gesetzten Spielerinnen ins selbe Doppel. „Eigentlich verteilt man die Spielerinnen anders. Aber wir wussten, dass wir nur noch ein Match gewinnen müssen, um Aachen zu schlagen“, sagt Schmidt. Der Plan ging auf: Mit 6:1 und 6:2 gewann das niederländische GHTC-Doppel sein Match. Der GHTC stand damit einen Tag später im finalen Endspiel um den Aufstieg gegen den TC Deuten.

Am Samstag war der GHTC als Außenseiter nach Aachen gereist, beim Spiel am Sonntag gingen die Gladbacher auf heimischer Platzanlage dann selbst als leichter Favorit ins Rennen – und war dem Druck gewachsen. Mit 6:0 war die Entscheidung bereits nach den Einzel-Matches gefallen: Der Aufstieg des GHTC in die 2. Bundesliga war damit perfekt. 

„Es ist wirklich unbeschreiblich. Die meisten von uns sind schon sehr lange im Verein, wir sind eine zusammengeschweißte Mannschaft mit einem tollen Teamgeist. Wahnsinn, dass wir das gemeinsam geschafft haben“, beschreibt Soraya Moradian. Ihre Schwester Sheila, Mannschaftsführerin des Teams, war beim großen Erfolg übrigens nicht dabei. „Sie war auf einer Hochzeit in der Schweiz. Aber wir haben sie die ganze Zeit mit Live-Ergebnissen versorgt und abends natürlich auch über Facetime mit ihr gesprochen.“

Das Abenteuer in der 2. Bundesliga findet für die Damen des GHTC im Mai und Juni 2022 statt. Ein großer Sprung im Leistungsniveau, wie Henrik Schmidt weiß. „Vielleicht werden wir eine neue Nummer eins ins Team holen, mal sehen. Aber wir möchten schon, dass die Spielerinnen, die sich den Aufstieg erkämpft haben, in der 2. Bundesliga antreten werden. Das hat sich das Team verdient“, sagt Schmidt. „Und dann bin ich sicher, dass wir eine schöne Saison spielen werden.“