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Tennis: Manche Vereine halten in Lockdown-Phase ihre Anlagen geöffnet

Tennis in Mönchengladbach und im Kreis Viersen : Tennisspieler nutzen ihre Lockdown-Freiheit

Da Einzelspiele und Einzeltraining im Freien auch im November erlaubt sind, haben manche Vereine ihre Anlagen noch geöffnet. Sorge bereitet allerdings das Verbot für Tennis in der Halle.

Anfang November, in einer Zeit, in der Tennisspieler eigentlich von draußen in die Halle wechseln, kam plötzlich wieder Leben auf die Anlage des TC Rheindahlen. „Als klar war, dass Tennis als Individualsportart auch in der Lockdown-Phase im Freien gespielt werden kann, hat der Verein vier seiner zehn Plätze provisorisch wieder hergerichtet. Und dieses Angebot ist bislang auch sehr rege angenommen worden“, sagt Bettina Schlange-Röhrhoff. Und da sie nicht nur in Rheindahlen selbst aktiv, sondern auch Vorsitzende des Tenniskreises Mönchengladbach ist, kann sie von weiteren Vereinen berichten, die ihre Freiluftsaison nun verlängern. Denn Tennis in der Halle ist derzeit verboten.

„Zumindest jetzt Einzel spielen zu können, haben viele Mitglieder sehr dankbar aufgenommen. Bislang hat das Wetter im November ja auch mitgespielt“, sagt Schlange-Röhrhoff. Auch Elmar von der Forst, Vorsitzender des Tenniskreises Viersen, bezeichnet das Wetter der vergangenen Wochen als „glückliche Fügung. Es bleibt mir jedoch ein Rätsel, warum Einzel nicht auch in der Halle gespielt werden können. Abstands- und Hygieneregeln können auch dort ohne Probleme geregelt werden“. Von der Forst weist zudem darauf hin, dass der Tennis-Spaß an der frischen Luft auch schnell wieder vorbei sein kann: „Wenn der erste Frost kommt, werden die Plätze wieder winterfest gemacht, denn sonst besteht die Gefahr, dass sie zu stark beschädigt werden.“

Dass die Sehnsucht nach Tennis im Corona-Jahr groß ist, beweist auch den großen Zuspruch, den es bei der Anmeldung für die anstehende Winterhallenrunde im Tennisverband Niederrhein (TVN) gegeben hat. „Bei gut 400 Anmeldungen bei uns im Bezirk hat sich die Zahl in den vergangenen zehn Jahren vervierfacht“, sagt Schlange-Röhrhoff. Nur ist nun nicht klar, wie viel Hallentennis im Corona-Winter 2020/21 überhaupt möglich sein wird. „Für Hallenbetreiber ist der wirtschaftliche Schaden schon immens“, sagt die Kreisvorsitzende.

Für die Tennistrainer verbesserte sich die Situation zuletzt zumindest wieder etwas, da Einzeltraining im Freien mittlerweile ebenfalls wieder erlaubt ist in NRW. Doch ohne Hallennutzung fallen derzeit viele Trainingsstunden weg. „Natürlich war der Zeitpunkt des erneuten Lockdowns, jetzt zu Beginn des Winters, für die Trainer sehr schlecht. Doch ich bin dankbar dafür, dass ich nun die Möglichkeit habe, draußen zumindest Einzeltraining zu geben. Und das werde ich auch anbieten, wenn es noch kälter wird“, sagt Axel Niemöller, der in Giesenkirchen eine Tennisschule betreibt. Er sieht die Zeit der Pandemie als Herausforderung, aber auch als Chance.

Derzeit nur draußen aktiv: Tennistrainer Axel Niemöller. Foto: Marcel Kanehl/Marcel Kanehl/privat

„Wir haben im Frühsommer, als wir nach dem ersten Lockdown wieder Training geben durften, direkt die Tore aufgemacht und hatten einen enormen Zulauf. Über viele Angebote wie Camps, zusätzliche Stunden in den Sommerferien oder Wochenendturnieren hatten wir bis Ende Oktober fast reingeholt, was wir im April und Mai verloren hatten“, sagt Niemöller. Allerdings sei für 85 bis 90 Prozent der Kunden das reine Einzeltraining zu kostspielig. „Auf der anderen Seite haben wir aber auch die Möglichkeit, ganz anders auf den einzelnen Spieler einzugehen“, sagt Niemöller, der neben Freizeitspielern auch einige der größten Talente in der Stadt trainiert.

Für die Zeit nach der Pandemie will er gut gerüstet sein. „Ich bin mir sicher, dass die Nachfrage nach Bewegungsangeboten groß sein wird. Auch der Tennissport, der bereits vor Corona wieder im Aufwind war, wird davon profitieren.“ Auch Schlange-Röhrhoff hat zuletzt wachsende Mitgliederzahlen registriert. „Tennis ist auf der einen Seite eine Individualsportart, auf der anderen Seite auch ein sehr geselliger Sport. Das macht ihn für viele Breitensportler attraktiv“, sagt sie.

Zunächst einmal hofft sie jedoch ebenso wie Elmar von der Forst, dass die Hallensaison nicht komplett abgeschrieben werden muss. „Und wenn es so sein sollte, dass Doppel in diesem Winter nicht erlaubt sein sollten – die Hallen sind ein wichtiges Standbein im Tennis, deswegen wollen wir möglichst viel noch möglich machen bis zum Frühjahr.“