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Tennis-Bundesliga: Tim Sandkaulen macht Gladbacher Personalnot vergessen

GHTC bleibt Spitzenreiter der Tennis-Bundesliga : Tim Sandkaulen macht Gladbacher Personalnot vergessen

In einem packenden Spitzenspiel setzt sich der Gladbacher HTC mit 4:2 gegen den TC Großhesselohe durch und bleibt Tabellenführer der Tennis-Bundesliga. Dabei glänzte der gebürtige Mönchengladbach Tim Sandkaulen in ungewohnter Rolle.

Als Adrian Menendez vom Gladbacher HTC am vergangenen Samstagabend am Flughafen in Malaga stand, war sein Einsatz im Topspiel der Tennis-Bundesliga gegen den TC Großhesselohe noch fest eingeplant. Doch aufgrund eines fehlenden Ersatzteils hob die Maschine des spanischen Tennisspielers nicht ab. „Bis 1.15 Uhr in der Nacht haben wir versucht, dass Adrian noch irgendwie nach Deutschland kommt, um am Sonntag gegen den TC Großhesselohe auf dem Platz stehen zu können“, erklärt Teamchef Henrik Schmidt. Ohne Erfolg. „Man könnte heulen, wenn sowas passiert“, beschreibt Schmidt: Denn neben den schon feststehenden Ausfällen der Topspieler wie Cristian Garin, Albert Ramos oder Andrej Martin – die allesamt an ATP-Turnieren teilnahmen – war Adrian Menendez der nächste namenhafte Ausfall im Topspiel des Spitzenreiters gegen den ersten Verfolger aus der Nähe von München.

Das Fehlen des Spaniers kompensierte der eigentliche Doppelspezialist Tim Sandkaulen. Und wie: „Was Tim geleistet hat, war sensationell“, lobt Schmidt den gebürtigen Mönchengladbacher, der sich bei seiner Einzel-Premiere in zwei Sätzen (6:4, 6:4) gegen Andre Begemann durchsetzen konnte. „Er ist mit viel Selbstvertrauen in dieses Einzel gegangen und hat seine Chance absolut genutzt“, so Schmidt weiter. Dem Spitzenreiter der Bundesliga kam im direkten Duell gegen den Tabellenzweiten zugute, dass auch die Gäste aus Großhesselohe mit Personalproblemen zu kämpfen hatte. Alleine sieben Spieler befinden sich in Tokio bei den Olympischen Spielen – darunter die beiden Deutschen Jan-Lennard Struff und Philipp Kohlschreiber – und fehlten deshalb am Sonntag.

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Dem Unterhaltungswert der Begegnung tat das aber keinen Abbruch. 470 begeisterte Zuschauer, unter denen auch Borussia-Profi Jonas Hofmann war, sahen ein hochklassiges Tennis-Match. Neben Tim Sandkaulen gewann auch Robin Haase sein Einzel gegen Rudolf Molleker in zwei 6:4-Sätzen. Und während der Tscheche Jiri Vesely das Duell gegen Matthias Bachinger 0:2 in Sätzen verlor, holte Aleksandr Nedovyesov in einem spektakulären Match den dritten Punkt im Einzel. Gegen den österreichischen ehemaligen Top-Ten-Spieler Jürgen Melzer ging es nach einem 6:1 und 2:6 in das erste Match-Tiebreak des Tages. Dort führte Melzer bereits mit 9:6, als Nedovyesov das Duell noch mit 11:9 für sich entscheiden konnte. So stand es nach den Einzeln 3:1 für den GHTC.

Auch in den beiden Doppeln ging es jeweils über einen dritten Satz im Match-Tiebreak. Jiri Vesely und Tim Sandkaulen unterlagen dort gegen Matthias Bachinger und Jürgen Melzer – nach 7:5 und 3:6 – mit 3:10 am Ende deutlich. Knapper und dramatischer verlief das zweite Doppel: Und wieder war Aleksandr Nedovyesov beteiligt. Gemeinsam mit Robin Haase lagen die beiden gegen Rudolf Molleker und Andre Begemann bereits mit 6:8 im Match-Tiebreak zurück. Wie schon in seinem Einzelsieg, konnte Nedovyesov mit Haase die Partie im Macht-Tiebreak aber noch zu seinen Gunsten drehen. Vier Punkte in Folge markierten den 10:8-Erfolg. Damit setzt sich der GHTC am Ende mit 4:2 gegen den TC Großhesselohe durch. „Ein 3:3 wäre ein leistungsgerechtes Ergebnis gewesen. Wir hatten schon ein wenig Glück“, ordnet Teamchef Schmidt den Sieg ein. „Beide Teams waren aus unterschiedlichen Gründen personell gebeutelt, mit dem besseren Ausgang für uns.“

Der GHTC hat nun vier Siege und ein Remis (9:1 Punkte) auf dem Konto und verteidigt seine Tabellenführung. Am kommenden Wochenende geht es mit dem nächsten Topspiel weiter. Dann gastiert der Spitzenreiter beim TK GW Mannheim, seit Sonntag neuer Tabellenzweiter.