Tennis-Bundesliga: Gladbacher HTC spielt 3:3 bei Blau-Weiß Krefeld

Tennis : GHTC muss sich mit Remis begnügen

In der Tennis-Bundesliga starten die Gladbacher mit einem 3:3 in Krefeld – dabei hatten sie nach den Einzeln schon 3:1 geführt. Doch beide Doppel gewinnen die Hausherren – damit wiederholt sich die Geschichte aus dem Vorjahr. Teamchef Henrik Schmidt findet das Ergebnis am Ende „für beide in Ordnung“.

Zum Auftakt in die neue Saison der Tennis-Bundesliga hat das Prestige-Duell zwischen dem HTC Blau-Weiß Krefeld und dem Gladbacher HTC gehalten, was die Paarung versprochen hatte: Es war am Sonntag ein enges, spannendes Duell, das am Ende keinen Sieger fand.

Während die Krefelder mit einem rein italienischen Quartett in die Einzel gingen, bot der GHTC Spieler aus vier Nationen auf: Hinter Philipp Kohlschreiber den Spanier Albert Ramos-Vinolas, den Slowaken Andrej Martin und den Kasachen Aleksandr Nedovyesov. Und bis auf die deutsche Nummer eins, der Marco Cecchinato in zwei Sätzen unterlag, gewannen die Gladbacher Spieler ihre Einzel, die allesamt hart umkämpft waren. Erinnerungen an das Vorjahr wurden wach, als die Krefelder in Gladbach nach den Einzeln 3:1 geführt hatten, sich nach zwei Doppelsiegen der Hausherren aber mit einem 3:3 begnügen mussten. Geschichte wiederholt sich zuweilen.

Für die Doppel setzten beide Teams je einen neuen Spieler ein, aufseiten der Gastgeber unterbrach der noch kurzfristig aus Wimbledon eingeflogene Österreicher Jürgen Melzer die italienische Phalanx, bei den Gästen durfte sich der 21-jährige Tim Sandkaulen darüber freuen, die Partie an der Seite von Kohlschreiber zu bestreiten. Das Duo aus College-Spieler und der aktuellen Nummer drei in Deutschland, die schon rund zwölf Millionen US-Dollar Preisgeld in ihrer Karriere gesammelt hat, harmonierte zunächst prächtig, schnell war der erste Satz gegen die Italiener Paolo Lorenzi und Simone Bolelli gewonnen. Auch im parallelen Doppel holten sich Martin und Nedovyesov den ersten Durchgang, plötzlich sah es nach einem deutlichen Sieg der Gladbacher im Prestige-Duell aus.

Doch Krefeld glich in beiden Begegnungen nach Sätzen aus, nach rund sieben Stunden Spielzeit mussten die Match-Tie-Breaks entscheiden, ob es einen Sieger oder ein Remis wie im Vorjahr geben würde. Da Nedovyesov und Martin den Match-Tie-Break klar verloren, hing diese finale Entscheidung an Kohlschreiber und Sandkaulen. Das deutsche Duo ging 3:1 und 5:3 in Führung kassierte aber um 18.18 Uhr den Ausgleich zum 5:5 und lag nur zwei Minuten später 5:7 hinten. Die Gladbacher fanden keine Antwort mehr und hatten um 18.22 Uhr beim 5:9 Matchbälle gegen sich Krefeld nutzte den ersten und kam so noch zum Ausgleich. Die Geschichte aus dem Vorjahr hatte sich wiederholt, die aussichtslos zurückliegenden Hausherren noch ein Remis erreicht.

GHTC-Teamchef Henrik Schmidt musste nach einem „unfassbaren Tennis-Tag“ erst einmal durchatmen. „Ich habe gerade zehn Jahre meines Lebens verloren. Das war ein unfassbarer Kampf, aber vielleicht das beste Bundesliga-Spiel, das ich von beiden Mannschaften je gesehen habe“, sagte Schmidt. Natürlich war er „etwas enttäuscht“, nach der 3:1-Führung nicht gewonnen zu haben, betonte aber auch: „Das 3:3 geht für beide in Ordnung. Wir waren in den Einzeln einen kleinen Tick besser, Krefeld in den Doppeln.“

Weiter geht es für den GHTC am Freitag (13 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den TuS Sennelager und am Sonntag, ebenfalls An den Holter Sportstätten, gegen TK Blau-Weiß Aachen (11 Uhr). Aufgrund dieser beiden Heimspiele wurden bereits am gestrigen Sonntag möglichst viele Erstrundenspiele der 14. Auflage des Badwerk-Cup beim GHTC gespielt. Das Turnier dauert noch bis kommenden Sonntag.

HTC BW Krefeld - Gladbacher HTC 3:3 (1:3). Einzel: Cecchinato - Kohlschreiber 6:3, 6:4; Lorenzi - Ramos-Vinolas 5:7, 6:7; Giannessi - Martin 7:6, 3:6, 5:10; Bolelli - Nedovyesov 6:7, 4:6. Doppel: Cecchinato/Melzer - Martin/Nedovyesov 3:6, 6:1, 10:3; Lorenzi/Bolelli - Kohlschreiber/Sandkaulen 2:6, 6:4, 10:5.