Tennis-Bundesliga: Gladbacher HTC schafft in Großhesselohe noch ein 3:3

Tennis : Die Doppel bringen dem GHTC das Remis

Der Tabellenzweite der Tennis-Bundesliga liegt nach den Einzeln 1:3 beim Aufsteiger TC Großhesselohe zurück. Am Ende darf er sich aber über ein 3:3 freuen und bleibt in dieser Saison weiter unbesiegt. Das trifft auch auf das siegreiche Doppel aus Spezialist Roman Jebavy und Eigengewächs Tim Sandkaulen zu.

Der Auftritt des Gladbacher HTC in München war der von Teamchef Henrik Schmidt befürchtet schwere Gang. Während der Aufsteiger mit seinen Spielern der Positionen eins, sieben, zehn und elf antrat, musste der GHTC ohne seine Spitzenkräfte auskommen. Daniel Gimeno-Traver (Nummer 8), Aleksandr Nedovyesov (9), Andrej Martin (10) und Franko Skugor (11) bildeten das Gladbacher Aufgebot für die Einzel.

Und bereits die waren hartumkämpft, drei der vier Partien wurden erst im Match-Tie-Break entschieden, zwei davon zugunsten der Hausherren. Nur Gimeno-Traver gewann gegen Lucas Miedler, der Spanier hatte gegen die Nummer elf der Münchener das besser Ende für sich. Und auch wenn Skugor glatt in zwei Sätzen gegen Kevin Krawietz, den aktuellen French-Open-Doppelsieger, verlor, war auch dieses Match im zweiten Durchgang mit 7:6 zugunsten des Hausherrn eine knappe Angelegenheit.

So lagen die Gladbacher, die als Tabellenzweiter angereist waren, nach den Einzeln 1:3 hinten und mussten nun beide Doppel gewinnen, um in dieser Spielzeit unbesiegt zu bleiben. Dafür griff Schmidt auf ein in dieser Saison bereits bewährtes Duo zurück: Doppel-Spezialist Roman Jebavy und Eigengewächs Tim Sandkaulen, die schon beim 6:0-Heimsieg über TK BW Aachen gewonnen hatten, siegten nun auch in Großhesselohe – mit 10:7 im Match-Tie-Break gegen Miedler/Krawietz. Das war gerade für den jungen Gladbacher ein tolles Erlebnis, Sandkaulen darf sich nun also Grand-Slam-Sieger-Besieger nennen. Damit verkürzten die Gäste auf 2:3. Im zweiten Doppel hatten es Nedovyesov und Skugor mit der Top-Paarung Nikolz Basilashvili und Daniel Brands zu tun, nach gewonnenem ersten Satz gaben sie den zweiten ab und lagen auch im Match-Tie-Break hinten. Doch dann steigerten sich die Gladbacher und marschierten vom 4:4 auf 8:4 davon, nach rund sieben Stunden Medenspielzeit gewannen sie den finalen Satz 10:6 und schafften so das 3:3 für den GHTC.

Schmidt war sehr froh über das Resultat. „Nach dem Spielverlauf muss man schon dreimal Dankeschön sagen, wenn am Ende noch ein 3:3 rauskommt“, sagte der Gladbacher Teamchef. „Es war unfassbar spannend, in den Einzeln hatten wir auch ein bisschen Pech. Andrej Martin hat im Match-Tie-Break 8:1 geführt und dann noch verloren gegen die Nummer 16 der Welt, Franko Skugor hatte drei Satzbälle im zweiten Durchgang und verliert. So ist es am Ende ein gerechtes Ergebnis, beide Mannschaften haben wirklich gutes Tennis gespielt. Man hat nie das Gefühl gehabt, dass irgendwelche Top-Spieler fehlten.“

Dabei war genau das beim GHTC der Fall. „Klar hätten wir gerne Robin Haase dabei gehabt, aber der hat Samstag um 22 Uhr noch das Doppelfinale in Kroatien gewonnen, und Albert Ramos-Vinolas hat es nicht rechtzeitig aus Bastad zurück geschafft“, sagte Schmidt, der aber betonte: „Man kann nicht davon sprechen, dass wir ein schlechtes Team gehabt hätten. Wir können nicht immer mit vier unserer Top-Fünf spielen, aber das ist auch im Interesse des Teams. Spieler wie Aleksandr Nedovyesov, Andrej Martin, Roman Jebavy und Tim Sandkaulen sind ja der Stamm und die Seele unseres Teams und sollen dann auch spielen.“ Zumal die beiden letztgenannten das neue Erfolgs-Doppel des GHTC sind. „Die haben wieder sensationell gespielt“, lobte Schmidt und freute sich für Sandkaulen: „Da steht auf der anderen Seite der aktuelle French-Open-Sieger – alle Achtung, wie der Gladbacher Jung dagegen bestanden hat. Man hat keinen Leistungsunterschied zwischen ihm und Jebavy, der im Doppel unter den besten 50 der Welt steht, gesehen.“

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