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Tennis-Bundesliga: GHTC verliert Spiel und Tabellenführung in Mannheim

Tennis-Bundesliga : GHTC verliert Spiel und Tabellenführung in Mannheim

Bei Grün-Weiss Mannheim verliert der Gladbacher HTC erstmals ein Spiel in dieser Saison. Ein Dämpfer im Rennen um die Meisterschaft. Beim Team überwiegt das Gefühl: Es wäre mehr drin gewesen.

Der Streaming-Anbieter Tennis Channel, der ab dieser Saison die Bundesliga umfangreich im Internet zeigt, pries die Begegnung zwischen Mannheim und Gladbach im Vorfeld als sogenanntes „Match of the Day“ an. An dieser Entscheidung gab es im Prinzip aber auch kein vorbeikommen, schließlich spielte der Tabellenführer, Gladbach, beim Titelverteidiger und direkten Verfolger, Mannheim. Ein Spitzenspiel also, in dem der GHTC am Ende mit 2:4 als Verlierer abreiste. Es war die erste Niederlage der Saison, Mannheim übernahm die Tabellenspitze.

„Wir sind sehr enttäuscht. Das war eine unglückliche Niederlage“, sagt GHTC-Teamchef Henrik Schmidt. Man hatte sich deutlich mehr in Mannheim ausgerechnet. Vor allem beim Blick auf die Mannschaftsaufstellungen. „Wir hatten das Gefühl, auf den Positionen zwei, drei und vier in den Einzeln der Favorit zu sein“, sagt Schmidt. Den Auftakt verlor Andrej Martin mit 4:6 und 2:6 gegen Radu Albot. Der Moldauer Albot, immerhin 2019 noch auf Platz 39 der Weltrangliste, sei einfach besser gewesen, sagt Schmidt. Abhaken. Nach Plan verlief dann der Auftritt von Daniel Altmaier, der sich im entscheidenden Match-Tiebreak mit 10:8 gegen Maximilian Marterer durchsetzte. Der 1:1-Spielausgleich.

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Und insgeheim spekulierte man beim GHTC da bereits im Idealfall auf eine 3:1-Führung nach den Einzeln, im Normalfall aber mindestens auf ein 2:2. Es sollte anders kommen. Tallon Griekspoor verlor sein Einzel gegen den Spanier Pedro Martinez im Match-Tiebreak mit 12:14 – der Niederländer vergab dabei sogar einen Matchball. Das Ergebnis war umso bemerkenswerter, da Martinez am Abend zuvor bis kurz vor Mitternacht das Finale beim ATP-Turnier in österreichischen Kitzbühel ausspielte - er verlor in drei Sätzen. Ein Chauffeur kutschierte ihn noch in der Nacht die gut 450 Kilometer nach Mannheim. „Unter den Bedingungen hatten wir gedacht, dass Griekspoor gewinnt. Er war auch zweieinhalb Sätze der bessere Spieler. Am Ende ein bitterer Punktverlust“, sagt Schmidt.

Er haderte auch mit der Niederlage von Mario Vilella Martinez im letzten Einzel gegen den Österreicher Gerald Melzer – auch hier letztendlich knapp im Match-Tiebreak mit 7:10. „Das Momentum war leider an diesem Tag gegen uns“, sagt Schmidt. Ein nicht unwichtiger Faktor für ihn dabei: die Heimspielatmosphäre, für die Mannheim berüchtigt ist. „In Mannheim spielt man gegen die Mannschaft und ein riesen Publikum. Das macht schon einen Unterschied und wirkt sich auch auf enge Situation im Match-Tiebreak aus“, sagt Schmidt. Rund 1500 Besucher waren am Sonntag auf der Anlage.

Mit einem 1:3-Rückstand ging man beim GHTC für die Doppel ins Risiko: Die beiden Spezialisten Robin Haase und Aleksandr Nedovyesov stellte man gemeinsam für das vermeintlich schwerere zweite Doppel gegen Maximilian Marterer und Kevin Krawietz, zweifacher French-Open-Sieger im Doppel, auf. Altmaier und Griekspoor, eher im Einzel zu Hause, mussten das erste Doppel spielen. Der Plan ging letztlich nur bedingt auf: Haase und Nedovyesov siegten (4:6, 6:3, 10:4), Griekspoor und Altmaier verloren (3:6, 4:6) – Endstand: 2:4.

Was bedeutet das in Sachen Meisterschaft? „Unsere Chancen haben sich verschlechtert. Es ist aber nicht so, dass wir die Meisterschaft abgehakt haben“, sagt Schmidt. Am kommenden Sonntag ist Rosenheim zu Gast in Gladbach.