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Tennis-Bundesliga: GHTC verliert gegen Rosenheim alle Match-Tiebreaks

Meisterrennen in der Tennis-Bundesliga : GHTC-Frust in den Match-Tiebreaks gegen Rosenheim

Der Gladbacher HTC verliert in der Tennis-Bundesliga das zweite Spiel in Folge. Gegen Rosenheim fehlt in den Schlüsselmomenten das Spielglück. Welche Auswirkungen die Pleite auf das Meisterschaftsrennen hat.

Was genau Daniel Altmaier sich da zumurmelte, war nicht zu verstehen. Nur, dass es russisch war und nicht besonders freundlich klang. Es war Ausdruck seiner Unzufriedenheit. Und er wechselte an diesem Sonntag häufig ins Russische. Das lag zum einen am Wetter, einem Wechsel aus Regen, Wind und Sonne, das ihm nicht bekam, aber auch am Gegner, dem quirligen Italiener Lorenzo Giustino, der einfach konstanter agierte und den Deutschen nicht in sein Spiel finden ließ. Kurz: Es lief nicht für den gebürtigen Kempener mit russisch-ukrainischer Familenprägung, der zuletzt mit zwei Halbfinals auf der ATP-Tour von sich Reden machte. Diesen Rückenwind konnte er nicht nach Gladbach transportieren: Altmaier verlor sein Spiel mit 3:6, 6:4 und 5:10 im Match-Tiebreak.

Und damit wären wir bereits beim entscheidenden Faktor der Partie zwischen dem Gladbacher HTC und dem TC 1860 Rosenheim: eben jene Match-Tiebreaks. Es ist der entscheidende Schlagabtausch nach Satzgleichstand, die Zuspitzung des Spiels: Jeder Ballwechsel bekommt zehnmal mehr Bedeutung, jeder Fehler tut hundertmal mehr weh. Am Ende gewinnt der Spieler, der zuerst zumindest zehn Punkte bei gleichzeitig zwei Punkten Vorsprung hat. Bei der Partie am Sonntag waren das ausschließlich die Akteure von Rosenheim – und das gleich viermal. Endergebnis: 2:4 aus Sicht des GHTC. „Wir haben gut gespielt, aber am Ende Pech gehabt. Der Match-Tiebreak ist immer eine Lotterie, in der alles passieren kann. Bislang hatten wir da im Saisonverlauf oft Glück. Nun ist es gegen uns gelaufen“, sagte GHTC-Teamchef Henrik Schmidt nach der Partie.

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Bei Altmaier waren letztendlich zu viele Fehler das Problem. „Er konnte nicht so schnell und aggressiv spielen wie sonst. Er musste sich dem Wetter anpassen. Das ist nicht sein Spiel und hat zu mehr Fehlern geführt“, sagte Schmidt. Alleine im Match-Tiebreak leistete sich Altmaier sechs vermeidbare Fehler. Einer davon, ein Return ins Netz, bescherte dem Gegner schließlich sieben Matchbälle – den vierten verwandelte Giustino. Es war zu diesem Zeitpunkt bereits die dritte Niederlage im vierten Einzel für Gladbach: Nur Robin Haase gewann sein Spiel gegen Lukas Jastraunig (7:6, 6:2), Tallon Griekspoor verlor gegen Alejandro Tabilo (6:3, 2:6, 5:10) nach besagten Match-Tiebreak ebenso wie Andrej Martin gegen Damir Dzumhur (6:2, 2:6, 6:10). In den beiden Doppeln gewann der GHTC anschließend nur eine Paarung: Aleksandr Nedovyesov und Andrej Martin besiegten Giustino und Jastraunig (7:5, 6:3), den möglichen 3:3-Spielausgleich verpassten Haase und Griekspoor gegen Dzumhur und Tabilo – ebenfalls im Match-Tiebreak mit 4:6, 7:6 und 6:10.

Mit der zweiten Niederlage in Folge ist für den GHTC das Thema Meisterschaft beendet. „Da sind wir definitiv raus“, sagte Schmidt und fügte an: „Vergangene Woche nach der Niederlage in Mannheim waren wir enttäuscht, aber nicht geknickt. Das ist nun anders. Alle sind niedergeschlagen in der Kabine.“ Gladbach liegt mit einer Bilanz von 9:5-Punkten auf Platz drei der Tabelle: Der Rückstand auf Spitzenreiter Mannheim beträgt zwei Spieltage vor Saisonende drei Punkte. Am Freitag tritt der GHTC in Köln an.