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Tennis-Bundesliga: Deutliche Niederlage des Gladbacher HTC gegen Tennis-Rentner Kohlschreiber

GHTC unterliegt gegen Kohlschreiber und Co. : Deutliche Niederlage gegen den Tennis-Rentner

Der Gladbacher HTC verliert mit 1:5 beim TC Großhesselohe. Teamchef Henrik Schmidt kann dieses Mal nicht seine „Wunschformation“ aufbieten. Beim Gegner überzeugen unter anderem „Ex-Profi“ Philipp Kohlschreiber. Der Meistertitel ist damit abgehakt.

Mitte Juni kündigte Philipp Kohlschreiber sein Karriereende an. Der Rasenklassiker in Wimbledon sollte sein letztes Turnier nach 21 Profijahren werden. Danach sei Schluss. Ein letztes Hurra fiel dann allerdings aus; Kohlschreiber scheiterte bereits in der Qualifikation zu Wimbledon. Seitdem ist der 38-Jährige nun im Tennis-Ruhestand, zumindest inoffiziell. Denn Bundesliga spielt der Augsburger für den TC Großhesselohe weiterhin. Und das bemerkenswert erfolgreich: Bislang verlor Kohlschreiber in dieser Saison noch kein Spiel; fünf Siege im Doppel und fünf Siege im Einzel stehen in seiner Bilanz – inklusive zwei Erfolg am Sonntag gegen den Gladbacher HTC.

Teamchef Henrik Schmidt reiste ohnehin nicht mit dem besten Gefühl nach München zum TC Großhesselohe, einem Stadtteil in der bayrischen Landeshauptstadt. Die Kaderzusammenstellung erwies sich dieses Mal als kompliziert, mit Tallon Griekspoor, Jiri Vesely und Andrej Martin standen drei Spieler nicht zur Verfügung, die eigentlich für die Partie vorgesehen waren – Griekspoor war krank, Vesely und Martin bekamen aufgrund von Meldungen bei anderen Turnieren keine Freigabe. „Wir sind nicht mit unserer Wunschformation angetreten“, sagt Schmidt. Was es da nicht besser machte: Der Kader von Großhesselohe war mit Top-Kräften bestückt.

 Robin Haase musste sich im Einzel deutlich gegen Jan-Lennard Struff geschlagen geben.
Robin Haase musste sich im Einzel deutlich gegen Jan-Lennard Struff geschlagen geben. Foto: Henrik Schmidt
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In welche Richtung der Spieltag laufen würde, zeigte bereits das erste Spiel zwischen Jan-Lennard Struff und Robin Haase. Am Ende stand ein deutliches 6:2 und 6:1 für Struff auf der Anzeigetafel. „Struff war unfassbar gut. Haase hat gut gespielt, ist aber vom Platz geschossen worden“, sagt Schmidt. Im Anschluss bezwang jedoch Albert Ramos im Topspiel an Nummer eins den Tschechen Jiri Lehecka mit 6:4 und 6:4, der kurzfristige Ausgleich zum 1:1 – und der einzige Matchgewinn des Tages für Gladbach.

An Position vier lief dieses Mal der Tscheche Michael Vrbensky für den GHTC auf, der sich zuletzt gut in Form zeigte. Vrbensky holte dann im ersten Satz auch ein frühes Break gegen Jozef Kovalik und hatte drei weitere Breakbälle zum 5:3, die er jedoch alle vergab. Kovalik sicherte sich den ersten Satz knapp mit 7:5 und hatte im zweiten Satz beim 6:2 leichtes Spiel. Und dann gab es noch die Partie mit Kohlschreiber, der im Einzel auf Lukas Rosol vom GHTC traf: Den ersten Satz gewann Kohlschreiber souverän mit 6:3, den zweiten knapp im Tiebreak mit 7:6.

Nun ist Kohlschreiber auch für die Gladbacher kein Unbekannter. Von 2015 bis 2019 spielte er selbst für den GHTC, aus dieser Zeit sei man immer noch befreundet, sagt Schmidt. Da blieb auch Zeit, sich länger am Spieltag zu unterhalten, auch über die gemeinsame Meisterschaft von 2016. „Er trainiert aktuell jeden Tag weiter wie ein Profi bis zum Ende der Bundesliga“, sagt Schmidt. Zu Jahresbeginn wurde Kohlschreiber zudem von GHTC-Trainer Patrice Hopfe zu mehreren Turnieren begleitet.

Im Doppel stand Kohlschreiber jedoch wieder als Gegner auf dem Platz. Trotz des 1:3-Rückstands nach den Einzelspielen behielt sich Schmidt zu diesem Zeitpunkt noch etwas Resthoffnung auf einen Punktgewinn. Schließlich erwiesen sich die Doppel zuletzt als großer Trumpf im Kader des GHTC. An diesem Tag allerdings nicht: Kohlschreiber und Lehecka besiegten das GHTC-Doppel aus Tim Sandkaulen und Robin Haase mit 6:3 und 6:2. Der entscheidende vierte Matchpunkt für den TC Großhesselohe; das Spiel war entschieden. Im letzten Doppel kämpften sich Rosol und Roman Jebavy immerhin in den Matchtiebreak gegen Struff und Jan Zielinsky, letztlich ging aber auch diese Partie mit 3:6, 6:1 und 9:11 verloren. „Insgesamt war es eine verdiente Niederlage. Großhesselohe war besser. Das Endergebnis von 1:5 war nur zu hoch“, sagt Schmidt.

In der Tabelle rutscht Gladbach von Platz zwei auf Position sechs ab, nun mit 7:5-Zählern in der Bilanz. „Das Thema Meisterschaft ist erledigt für uns“, sagt Schmidt, der zugleich anfügt: „Ich habe zu Saisonbeginn aber auch gesagt, dass ich nicht glaube, dass wir um den Meistertitel mitspielen. Aber als wir nach fünf Spielen auf Platz zwei standen, wollten wir es natürlich probieren.“ Neues Ziel laut Schmidt: Platz vier oder fünf.