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Taekwondo: Antonia Beck startet bei Jugend-Europameisterschaft in Sarajevo

Taekwondo-Kämpferin Antonia Beck : Mit Fleiß das Ticket zur Europameisterschaft erkämpft

Antonia Beck startet für Deutschland bei der Jugend-Europameisterschaft in Sarajevo. Für die Nettetalerin ist es die Bestätigung für den Einsatz, den sie auch während des Lockdowns in ihren Sport investierte. Ihr Trainer spricht über die Chancen bei der EM.

 Antonia Beck von der TG Jeong Eui Nettetal ist von der Deutschen Taekwondo-Union offiziell zur Jugend-Europameisterschaften in Sarajevo eingeladen worden. Als das Nominierungsschreiben vom DTU-Präsidenten Stefan Klawiter per Post eintraf, war die Freude im Hause Beck und bei der TG Jeong Eui Nettetal entsprechend groß. „Antonias Einsatz und Wille in den vergangenen Jahren haben sich ausgezahlt. Unser Konzept trägt nun Früchte mit einer weiteren Teilnehmerin bei einer Europameisterschaft“, sagt ihr Trainer Björn Pistel. Die Bundeskaderathletin vertritt in Sarajevo erstmals die Deutschen Farben in ihrer Gewichtsklasse bis 68 Kilogramm. Die 17-Jährige, die zuletzt den fünften Platz bei der deutschen U21-Meisterschaft belegte, hatte wie viele andere junge Sportler zuletzt wegen der Pandemie sportliche Rückschläge hinnehmen müssen. Nach ihren ersten internationalen Einsätzen und Erfolgen, beispielweise Bronze bei den Dutch Open 2019, brachte der Lockdown den Sport zum Erliegen.

Das Training nahm Antonia Beck aufgrund einer Ausnahmebestimmung schnell wieder am Landesstützpunkt in Nettetal auf, aber Turniere fielen überwiegend alle aus. Beck nutzte jedoch die wenigen Chancen, sich zu zeigen und schaffte dadurch den Sprung in den Bundeskader. Die Schülerin hatte zudem die Hoffnung, zum Olympischen Jugendlager nach Tokio zu fliegen, für das sie sich über ein aufwendiges Bewerbungsverfahren qualifiziert hatte. Das wurde allerdings dann durch eine Woche Jugendlager in Frankfurt ersetzt. „Natürlich war das bei Weitem kein Ersatz für die richtigen Olympischen Spiele in Japan, aber im Nachhinein eine tolle Erfahrung“, sagt die Taekwondo-Kämpferin. Die Zeit nutzte sie für ihr Training und ließ nicht locker. Auch eine Oberschenkelverletzung warf sie nicht zurück. „In der Zeit, wo hohe Techniken mit den Beinen tabu waren, trainierte ich den Fauststoß“, sagt sie. Als die ersten internationalen Turniere stattfanden, war sie gut vorbereitet, um gleich zu überzeugen. Mit ihren dritten Plätzen bei den Tallin- und Dutch Open und einer guten Leistung mit Platz fünf bei einem Turnier in Polen setzte sie ihre Konkurrenzfähigkeit international unter Beweis.

  • Trainer Björn Pistel von der TG
    Taekwondo-Kämpfer aus der Region : Bei Deutscher Meisterschaft knapp an Gold gescheitert
  • Antonia Beck von der TG Jeong
    Medaille in den Niederlanden : Beck überzeugt bei Dutch-Open
  • Auf dem Foto (von links) bei
    Starke Konkurrenz bei Polish Open : Taekwondo-Kämpferinnen scheitern im Viertelfinale

„Klar war die Nominierung für die EM in Sarajevo allerdings nicht, da nicht alle Gewichtsklassen bei der Europameisterschaft besetzt werden können“, erzählt Antonia Beck. „Für mich ist die Teilnahme von Antonia bei der Europameisterschaft ein voller Erfolg in einem langen Weg“, sagt Trainer Björn Pistel und fügt an: „Bei der Europameisterschaft gehört sie nicht zu den Favoritinnen, aber nach dem langen Lockdown ist es schwierig, überhaupt von einer klaren Favoritenrolle zu sprechen.“

Viele der Konkurrenten, die in Sarajevo an den Start gehen, kennen beide noch nicht. „Wir hatten noch nicht die Möglichkeit, sie zu beobachten“, sagt Pistel. Daher gaben er und Beck in den vergangenen beiden Wochen vor dem Turnier noch einmal alles, um das Beste am Balkan herauszuholen. „Antonia hat absolut ihre Stärken mit ihrer zweiten und dritten Technik und ist für jeden Gegner mehr als eine unangenehme Kontrahentin, weil sie ihren eigenen Stil entwickelt“, sagt Pistel. Mit diesem Wissen und der Überzeugung an ihre Stärken geht die Zweikämpferin in die Europameisterschaft. Ihren Wettkampftag hat die Nettetalerin am 14. November. „Der Bundesadler verleiht mir mit Sicherheit Flügel, um eine Top-Leistung abrufen zu können“, sagt Beck zuversichtlich.