Stadtsportbund Mönchengladbach hat ein Angebot für Leistungssportler

Stadtsportbund : SSB bietet nun Laktattests für Amateure an

Der Stadtsportbund hat ein Gerät angeschafft, das allen Klubs professionelle Leistungsdaten liefern kann, um ihr Training besser steuern zu können. Statt bis zu 150 Euro pro Person rechnet der SSB nur mit rund 30 Euro. Das könnten sich auch Amateurvereine leisten. Der Test mit den Handballern hat gute Ergebnisse gebracht.

Amateursportler auf professioneller Ebene leistungsdiagnostisch testen lassen – das ist nun in Mönchengladbach möglich. Der Stadtsportbund (SSB) hat am Mittwoch ein Laktattest-Gerät angeschafft, mit dem Volker Groß als Leistungssportbeauftragter des SSB Sportler testen und ihren Trainern Empfehlungen zur besseren Leistungssteuerung geben kann. „Ein normaler Laktattest kostet zwischen 110 und 150 Euro pro Person, wir rechnen bei uns nur mit den Materialkosten für rund 30 Euro pro Person“, sagt SSB-Präsident Wolfgang Rombey. Das sei für Amateure eher finanziell möglich. „Wir wollen Vereinen, die auf dem Weg zur Spitze sind, dieses ständige Angebot machen, ihr Training zu professionalisieren“, ergänzt Rombey.

Leistungssportbeauftragter Groß erklärt: „Das Laktattest-Gerät, das wir nun haben, ist der gleiche Typ, den auch Fußball-Bundesligisten wie Borussia nutzen.“ Marcel Krause, Gebietsrepräsentant der Firma EKF-diagnostic, ergänzt: „Das Gerät hat einen Neuwert von 9000 Euro. Da es kein ganz neuwertiges ist, konnten wir es zu einem etwas günstigeren Preis überlassen.“ Und Rombey berichtete: „Die Stadt tut 50 Prozent dazu. Wir haben eine sehr gute Kooperation.“ Neben dem Gerät wurden auch Puls- und Herzfrequenz-Uhren mit Brustgurten und Sender angeschafft.

Vor wenigen Wochen hatte Groß zusammen mit dem Handballkreis Mönchengladbach schon die Handballer von Borussia, des HSV Rheydt und des TV Geistenbeck einem Laktattest unterzogen. „Man hat da gute Ergebnisse gesehen“, sagt Groß. „Da hatten manche Werte, da wäre ein Bundesliga-Profi stolz drauf. Sicher gab es auch viele, denen laufen nicht schaden würde. Aber man hat gemerkt: Obwohl sie in Summe sechs Kilometer in immer schneller werdendem Tempo gelaufen sind, trotz der Schmerzen, der Anstrengung und den Blutabnahmen – es kam immer wieder die Frage: ,Wann machen wir das nochmal?’ Als Sportler wollen sie sehen, wie sie sich entwickelt haben“, berichtet Groß. „Wichtig ist, dass damit jeder auf sein Ziel hintrainieren kann.“

Das interessiert auch Joline Schmitz, Leichtathletin des LAZ Mönchengladbach, und Luca Lindner, Zweitliga-Hockeyspieler des Gladbacher HTC. „Gerade für mich als 400-Meter-Läuferin ist es wichtig, Werte zu haben, insbesondere in der Vorbereitung auf Wettkämpfe, um zu wissen, wie ich mich steigern kann“, sagt Schmitz. Ihr Trainer ist SSB-Geschäftsführer Johannes Gathen. „Aus Trainersicht ist die Bestimmung der anaeroben Schwelle wichtig“, sagt er. „Darüber können wir das Training steuern. Jemand, der zum Beispiel die letzten 100 Meter schneller laufen kann als andere, hat eine bessere Laktat-Verträglichkeit“, fügt er an. Lindner findet: „Es ist sehr interessant zu gucken, wo wir stehen. Wir sind ja keine Profis wie die Bundesligafußballer, sondern betreiben unseren Sport als Hobby. Wenn wir unsere Werte kennen, können wir sehen, wie wir uns verbessern können.“

Rombey freut sich: „Wir hatten bislang wenig Angebote für Leistungssportler. Deswegen sind wir froh, dass wir Volker Groß für uns haben gewinnen können und wir mit diesem Gerät und seinem Know-How den Trainern und Sportlern nun ein solches Angebot machen können.“ Bis es losgeht, müsse er allerdings noch „ein paar Hausaufgaben erledigen“, sagt Groß, zudem wird er wohl erst ab Anfang Oktober jemanden haben, der die Blutabnahmen durchführt. Sicher ist aber: „Wir wollen das genauso professionell machen wie bei den Handballern, und da ist das genauso abgelaufen wie bei Bundesligisten“, sagt Groß.

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