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Lokalsport: Squash kämpft um Anerkennung

Lokalsport : Squash kämpft um Anerkennung

Dutzendfach pro Minute knallen die kleinen Squashbälle vor das Glas der drei Squash-Courts im Sportpark West an den Holter Sportstätten. Bei den hohen Außentemperaturen ist es in der Halle fast unerträglich heiß, und da Squash ohnehin eine schweißtreibende Angelegenheit ist, sehen einige der jungen Spieler eher aus, als seien sie mit den Sportklamotten in den Pool gefallen.

Viele Fehler gemacht

Mit einem Sommercamp versucht der Mönchengladbacher Squash und Racket Club zum Ende der Schulferien, neue junge Spieler für den Sport zu begeistern. "Bis in die 90er Jahre erlebte unser Sport einen Boom, und in dieser Zeit ist von den Verbänden und Vereinen viel falsch gemacht worden", sagt Martin Reich, der die eigenständige Jugendabteilung des Vereins leitet.

Aktuell zählt sie 32 Mitglieder, zwischen 50 und 60 wären zu verkraften. "Neben der Organisation und der Verfügbarkeit von Spielstätten ist da natürlich das Finden qualifizierter Trainer ein Problem", erklärt Reich. Deshalb hat sein Sohn Niklas längst den Trainerschein gemacht. "Und meine Tochter Sarah ist jetzt 13 Jahre, wir führen sie auch schon langsam heran. Anders geht es nicht", stellt er klar.

Das dreitägige Camp bietet die Möglichkeit zum Schnuppern, soll aber auch den Mitgliedern etwas bieten. Deshalb ist mit Stefan Leifer, der gerade erst wieder Vize-Weltmeister der Ü35 geworden ist, ein Routinier mit von der Partie, von dem sich viel lernen lässt. Doch auch Leifer weiß um die Probleme, die sein Sport hat. "Wir hätten jetzt in London wieder die Chance haben können, in einem Land, in dem Squash seinen Ursprung hat, als Präsentationsdisziplin ins Programm zu rutschen. Wenn das selbst in England nicht geht, ist unser olympischer Zug wohl abgefahren", sagt er.

Auch die Ganztagsschul-Konzepte, die für viele Sportarten eine große Herausforderung sind, treffen den Squash-Sport doppelt. "Bei uns muss man sich nun mal besonders schinden", erklärt Reich. "Belohnt wird man aber damit, dass 92 Prozent aller Muskeln im Körper trainiert werden. Das hilft in allen Sportarten", weiß Reich. "Ob Talent da ist, sieht man eigentlich schon nach zwei Stunden", erklärt Leifer.

Wie Reich hofft er, dass nicht noch mehr Squashplätze aus den Stadtbildern verschwinden. "Eigentlich sind Squasher einfache Menschen. Die wollen spielen, schwitzen, danach die Sauna benutzen und ein Bierchen trinken", sagt Reich. Und im Verein ist der Sport auch durchaus bezahlbar. Mit 60 Euro Jahresbeitrag und 40 Euro im Quartal für Courts und Trainer kommt man beim MSRC bei den Jugendlichen hin.

(kpn)