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Fußball: Sportplatz statt Luxushotel

Fußball : Sportplatz statt Luxushotel

Bezirksligist Fortuna suchte Zelte für das Trainingslager, Neuling Kleinenbroich Sponsoren für die Finanzierung einer preiswerten Vorbereitung. Beide hatten Glück. Landesligist 1. FC Mönchengladbach trainiert in Wegberg, Lürrip fährt ins Sauerland.

Wer schon einmal ein Trainingslager organisiert hat, weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt. Roger Steinbach und André Theißen können davon ein Lied singen. Während Steinbach für Bezirksliga-Neuling Kleinenbroich Sponsoren suchte, brauchte Kollege Theißen für die Fortunen Zelte. Es war nicht einfach, aber schlussendlich hatten beide Erfolg mit ihren Bemühungen. Allerdings entscheiden sich die geplanten Trainingslager erheblich.

Theißens Jungs schuften auf der Platzanlage und sind auch dort untergebracht. Die Teutonen dagegen holen sich in einer regelrechten Luxusumgebung den letzten Schliff für die kommende Saison. "Ich war als Spieler immer ein Trainingslager außerhalb unserer Anlage gewohnt. Da wurde von Vereinsseite auch nicht unbedingt gespart. Aber ich will auf jeden Fall mit dem Kader einige Zeit zusammen verbringen. Deshalb werden wir aus Kostengründen auf unserer Anlage trainieren und zweimal in Zelten übernachten", sag André Theißen. Allerdings war es gar nicht so leicht, die Zelte zu finden, denn Leihgebühren wollten die Fortunen auch nicht zahlen. Regnet es, wird eben im Vereinsheim übernachtet.

Das gilt auch für die Kleinenbroicher, die für das Wochenende ebenfalls Zelte geordert haben. Die Kleinenbroicher haben mit ihren externen Trainingslagern schon mehr Erfahrung. Im vorigen Jahr waren sie in der Eifel. Dieses Jahr logierten sie in einem Sporthotel bei Goch, in dem sich auch kurz zuvor Borussias U23 fit machte. "Wir haben dort fantastische Bedingungen: Sportplätze, Indoorsoccer, Fitnessraum, Tagungsräume, tolle Zimmer und sehr gutes Essen", schwärmt Roger Steinbach von schönen und erfolgreichen Tage mit seinem Team. Im Vorjahr übernahmen die Spieler selbst 50 Prozent der Kosten. Nach dem Aufstieg gibt es ein besonderes Bonbon. Sponsoren wurden gefunden, die die gesamten Kosten übernehmen. Dazu ergänzt Steinbach: "Die Kosten sind überschaubar in der Relation zum Angebot, das wir erhalten."

Leichter haben es da die Kicker des Landesligisten 1. FC Mönchengladbach. Sie kennen die Burg Wegberg schon aus dem Vorjahr, und als Besitzer des Hotels wird FC-Fußballobmann Lothar Rhönisch die Kosten sicher in sehr überschaubaren Grenzen halten. Trainer Emil Neunkirchen ist jedenfalls froh, das Wochenende mit der Mannschaft verbringen zu können: "Da wird sicher auch weiter gearbeitet. Wichtig ist aber auch, dass sich die Spieler untereinander besser kennenlernen. Das gilt auch für mich, denn ich sehe die Spieler nicht nur als Fußballer, ich will sie auch als Menschen besser kennen."

Um den zwischenmenschlichen Bereich geht es auch den Lürripern, die sich in diesem Jahr im Sauerland zeitlich kompakt vorbereiten. Fußballobmann Andreas Zimmermann ist sicher: "Während der Vorbereitung müssen die Spieler auch einmal eine andere Umgebung sehen. Bei den Kosten beteiligt sich die Mannschaft."

(RP)