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Sport in Mönchengladbach, Viersen, Erkelenz: Was mit Abstand noch erlaubt ist

Amateursport : Was mit Abstand noch erlaubt ist

Viele Sportarten sind coronabedingt derzeit wieder untersagt, doch manches geht schon noch. Das sagen die Sportverbände der Region.

Auf ein individuelles Training mit seinen Athleten muss Johannes Gathen in den kommenden Wochen verzichten. „Individualsport ist zwar trotz der weitreichenden Einschränkungen für den Vereins- und Amateursport im November erlaubt. Doch das bedeutet nicht, dass ich mich in eine Ecke des Grenzlandstadions stellen und von dort aus nacheinander einzelne Athleten bei ihren Übungen betreuen darf. Denn das fällt dann unter den organisierten Sportbetrieb, der derzeit coronabedingt untersagt ist“, erklärt der Leichtathletiktrainer, der zugleich auch Geschäftsführer des Stadtsportbundes (SSB) Mönchengladbach ist. Und in letzterer Funktion betrachtet er die Coronaschutzverordnung, nach der in den kommenden Wochen nur der selbstorganisierte, individuell betriebene Sport erlaubt ist, differenziert.

Positiv sei, dass der Landessportbund (LSB) in Absprache mit der Staatskanzlei anhand einiger Beispiele klarer umrissen hat, was unter Individualsport zu verstehen sei. So kann im Tennis ein Einzel gespielt werden, nur kein Doppel. Im Golf können an jedem Loch maximal zwei Personen oder bis zu zehn Personen aus einem Hausstand spielen. Laufeinheiten oder Technikübungen mit Ball sind ebenso möglich wie leichtathletische Disziplinen, Yoga oder Pilates, so lange sie im Freien stattfinden und die Kontaktbeschränkungen eingehalten werden. „Individualsport ist Sport, der keiner Mannschaft bedarf. Es gibt aber vom Land keine Detailauflistung. Letztlich ist aber der wesentliche Kern der Verordnung, Kontakte zu reduzieren“, heißt es von Seiten der Stadt auf Anfrage.

„Für den Amateur- und Breitensport besteht im Grunde kein Unterschied zum ersten Lockdown im Frühjahr – mit der Ausnahme, dass die Stadt nun die Außensportanlagen offen lässt. Darüber sind wir sehr froh“, sagt Gathen und fügt hinzu: „So gibt es sichere und überwachte Räume, in denen die Sportler aktiv werden können. Ich denke da vor allem an die Kinder und Jugendlichen.“ Die Außensportanlagen – das teilte die Stadt nochmals mit – stehen indes nur wochentags für den Individualsport zur Verfügung. Nur die Sportanlage Radrennbahn und das Grenzlandstadion sind auch am Wochenende geöffnet.

Mit der aktuellen Regelung sei den Trainern allerdings die Möglichkeit genommen worden, zumindest in kleinen Gruppen das Training ihrer Sportler zu begleiten, sagt Gathen. „Für die Grundlagen kann ich Trainingspläne ausgeben, doch beispielsweise im Bereich des Kraft- oder des technischen Trainings muss ich die Bewegungsausführungen – gerade bei den Nachwuchsathleten – auch sehen, sonst macht es keinen Sinn.“ Gathen beklagt zudem, dass erneut die Schwimmer keine Möglichkeit haben, ihren Sport auszuüben, da die Bäder für Publikumsverkehr und Vereinssport geschlossen sind.

Geschlossen sind in Viersen – im Gegensatz zu Mönchengladbach – auch die städtischen Außensportanlagen. „Wir haben jetzt nun mal diese Phase, durch die wir alle durch müssen. Die Sportler zeigen sich bei diesem Thema aber auch sehr einsichtig“, sagt Klaus Dieter Grefkes, Vorsitzender des Stadtsportverbands Viersen. Immerhin, darauf macht Jutta Bouscheljong vom Kreissportbund Viersen aufmerksam, ist derzeit aber die Abnahme des Sportabzeichens in einer „Eins zu eins Situation“ von Sportler und Prüfer und unter der Berücksichtigung der sonstigen Einschränkungen möglich.

Für die Vereine stellen die erneuten Einschränkungen nach den Erfahrungen aus der ersten Jahreshälfte schon eine gewisse Routine dar, das bestätigt auch Friedhelm Göhl, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Erkelenz. „Die Vereine halten sich an die Bestimmungen. Was mir allerdings Sorgen bereitet, ist die Frage, ob nicht irgendwann Mitglieder ihren Klubs den Rücken kehren, wenn Sie ihren Sport lange Zeit nicht ausüben können“, sagt Göhl. Es sei verständlich, dass Frust entsteht, wenn die Menschen ihrem Bewegungsdrang nicht nachkommen können. „Aber angesichts der Entwicklung der vergangenen Wochen ist auch nachvollziehbar, dass die Sportanlagen nun wieder geschlossen sind. Ansonsten besteht immer die Gefahr, dass die Auflagen, die mit einer Öffnung verbunden sind, schnell vergessen werden.“

Auf diesen Punkt macht auch der SSB Mönchengladbach nochmals aufmerksam und appelliert an die Sportler, kein Training in Gruppen durchzuführen, da sonst die Gefahr bestehe, dass die Anlagen komplett geschlossen werden.