Special Hockey: 39. Walter-Mayer-Gedächtnisturnier in Mönchengladbach

Traditionsturnier in Mönchengladbach : Beim Special Hockey ist keiner außen vor

Zwei Mannschaften des Special Hockey Teams Mönchengladbach nahmen am 39. Walter-Mayer-Gedächtnisturnier für Menschen mit Behinderung teil. Trainer Claus Heinze setzte dabei auch einige Hockey-Neulinge ein.

Es ist ein sauberer, flacher Pass, den Oliver Junker aus dem eigenen Schusskreis heraus spielt. Das Zuspiel soll seinen Mitspieler Florian Bresch erreichen, der sich freigelaufen hat. Doch im letzten Moment fängt ein gegnerischer Angreifer den Ball ab und leitet sofort den Gegenangriff ein – kurz darauf steht es 0:1. Das Special Hockey Team Mönchengladbach verliert letztlich gar 0:2 gegen die Auswahl aus Essen. Doch ein böses Wort fällt nicht. Für die Mönchengladbacher geht es beim 39. Walter-Mayer-Gedächtnisturnier für Menschen mit geistiger Behinderung nicht um den Sieg. Trainer Claus Heinze schaut vielmehr, dass alle Teammitglieder beim Hockey-Traditionsturnier zum Einsatz kommen – völlig unabhängig von ihrer Spielstärke.

„Wir helfen uns gegenseitig, keiner ist außen vor“, sagt Bresch. Der 28-Jährige gehört zu den stärkeren Spielern in der Mannschaft, er hat bereits mit der deutschen Auswahlmannschaft Edelmetall bei einer Europameisterschaft gewonnen. Zudem spielt er im Inklusionsteam des Rheydter SV, das am regulären Meisterschaftsbetrieb teilnimmt. Im wöchentlichen Training des Special Hockey Teams hilft er jenen, die erst seit kurzer Zeit dabei sind, und gibt wertvolle Tipps. Denn der Umgang mit Schläger und Ball erfordert gerade am Anfang viel Geduld und Übung.

„Wir arbeiten grundsätzlich mit sehr viel Lob. Und im Spiel werden vor allem bei Neulingen kleinere Regelverstöße nicht so streng von den Schiedsrichtern geahndet. Es sollen sich möglichst schnell Erfolgserlebnisse einstellen“, sagt Trainer Heinze. Bei Oliver Junker hat diese Herangehensweise ihre Wirkung nicht verfehlt. „Anfangs war Hockey sehr schwer für mich, aber jetzt kann ich es ganz gut. Es macht mir großen Spaß“, sagt der 26-Jährige, der seit vergangenem Jahr zum Mönchengladbacher Special Hockey Team zählt. Jetzt nimmt er erstmals auch am Walter-Mayer-Gedächtnisturnier teil.

Zusammen mit seiner Ehefrau Ottima hatte Walter Mayer vor mehr als 40 Jahren begonnen, mit behinderten Kindern Hockey zu spielen. Die vier Söhne des Ehepaares besuchen weiterhin jedes Jahr das Turnier, an dem Manschaften aus Essen, Wiesbaden und den Niederlanden teilnehmen. Zum Teil treffen sie dabei auf Spieler, die bereits seit Jahrzehnten dabei sind. Für Florian Bresch ist es die sechste Teilnahme. „Auch beim Turnier kann ich meine Erfahrung weitergeben“, sagt er.

Das gute Miteinander und der Teamgeist sind Faktoren, auf die Trainer Heinze großen Wert legt. „Alle 27 Spieler, die ich derzeit haben, gehören zum Team. Und dieses Turnier ist für alle einer der Jahreshöhepunkte. Insofern spielen auch alle, das ist gar keine Frage“, sagt Heinze, der mit seinen Spielern darüber hinaus an verschiedenen Turnieren teilnimmt, das Sportabzeichen absolviert und als Volunteers – zuletzt bei der Olympia-Qualifikation der Hockey-Nationalmannschaften oder am kommenden Wochenende beim Länderspiel der deutschen Fußballer gegen Weißrussland – im Einsatz ist. „Wir wollen mehr machen als nur Hockey. Doch das Turnier steht weiter an erster Stelle“, sagt Heinze.