Handball : Serie beendet

Eine Niederlage mit Ansage: Zweitligist TV Korschenbroich verliert gegen Eisenach 29:31 erstmals seit mehr als einem Monat, offenbarte große Müdigkeit und fiel um zwei Plätze zurück.

bundesliga Vor dem Anpfiff, da hatten sie noch Spaß. Beim TV Korschenbroich geriet nach 13:1 Punkten in Serie selbst das Warmmachen zur Show. Die 750 Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Waldsporthalle spendierten artig Beifall für eine seltsame Übung der Mannschaft, die an einen Folklore-Tanz erinnerte. Schön. Daran lag es aber wohl nicht, dass dem TVK nach der 29:31-Niederlage gegen den ThSV Eisenach – die erste seit acht Spielen – niemand böse war. Spieler wie Trainer wirkten sogar seltsam erleichtert, dass die phänomenale Serie nun Geschichte ist. "Die Serie steckte uns in den Knochen", sagte Khan. "Uns fehlte zehn Prozent an Geilheit."

Frisch wie ein Marathon-Läufer

Das ist die einfachste Erklärung für eine erste Halbzeit, die der TVK bemerkenswert schlecht gestaltete. In der die Abwehr seltsam lethargisch zurückzog gegen entschlossene Eisenacher. In der die Kreisläufer Marcel Görden und Jörn Ilper vorne nicht einen Stich sahen. In der die Torhüter Marcel Leclaire und Thomas Bauer nicht einen Ball hielten. Und in der auch der gefährliche Rückraum dem Spiel entsagte. Kurz: Korschenbroich wirkte nach fünf Spielen in drei Wochen geistig so frisch wie ein Marathon-Läufer im Ziel. Eisenach war eben eine Mannschaft, die das auszunutzen wusste. Schwierigkeiten hatten Daniel Luther (10) und der Klasse-kreisläufer Benjamin Trautvetter (7) nicht, die Thüringer zur Pause 19:12 in Führung zu schießen. "Das war emotionslos von uns", schimpfte Khan.

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Es dauerte bis zur 40. Minute, ehe die Korschenbroicher zeigten, dass ihre Serie kein schnell abgefackeltes Strohfeuer war, sondern eben auch aus Klasse resultierte. Gerade noch hatte David Breuer einen Siebenmeter neben das Tor geworfen, was bei ihm zuletzt in der A-Jugend vorgekommen sein dürfte. Da kam Korschenbroich ins Spiel, blockte auch mal Würfe von Pavel Prokopec und Tomas Sklenak, half den Torhütern, bewegte sich flinker, zeigte Leidenschaft. In der 53. Minute traf Marcel Görden zum 28:29 – doch der Ausgleich fiel nicht. Eisenach spielte sehr lange Angriffe – geduldet von den Schiedsrichtern – und der TVK traf zwei Mal die Latte. 30 Sekunden vor Schluss passte Dennis Marquardt den Ball in die Eisenacher Abwehr statt zu Marcel Görden – und Daniel Luther entschied das Spiel. "Wir haben uns gewehrt, aber zu spät", sagte Simon Breuer.

Der TV Korschenbroich ist aufgewacht. "Wir haben den ersten Schritt gemacht, nicht aufzusteigen", bemerkte Khan süffisant. Jetzt kann man wieder Spaß haben.

(RP)