Verband würdigt gute Nachwuchsarbeit SG Mönchengladbach steigt zum Nachwuchsleistungszentrum auf

Schwimmen · Die SG Mönchengladbach ist am Dienstag vom Schwimmverband NRW zum Nachwuchsleistungszentrum ernannt worden. Der Verband begründet das mit den Nachwuchserfolgen des Vereins – und wünscht sich in Zukunft eine NRW-Meisterschaft in Mönchengladbach.

 Die Übergabe der Plakette: SG-Geschäftsführer Achim Gingter, SG-Cheftrainer Dieter Sofka, SG Geschäftsführerin Gudrun Gruhn, Landesreferenten Leistungssport Frank Lamodke und NLZ-Stützpunkttrainer Thorsten Polensky (v.l.).

Die Übergabe der Plakette: SG-Geschäftsführer Achim Gingter, SG-Cheftrainer Dieter Sofka, SG Geschäftsführerin Gudrun Gruhn, Landesreferenten Leistungssport Frank Lamodke und NLZ-Stützpunkttrainer Thorsten Polensky (v.l.).

Foto: Daniel Brickwedde

Das, was Thorsten Polensky am Dienstagnachmittag überreicht bekam, ist optisch unauffällig: eine rechteckige, hellblaue Glasplakette, selbst der Schriftzug geht beim ersten Anblick etwas verloren. Dabei ist dieser entscheidend. Die Übergabe durch den Landesreferenten Leistungssport, Frank Lamodke, war ein reiner Symbolakt, doch der Status der Startgemeinschaft (SG) Mönchengladbach Schwimmen ist künftig ein anderer. Denn oben auf der Plakette steht Nachwuchsleistungszentrum (NLZ).

Konkret bedeutet das für die SG Mönchengladbach, dass sie künftig im Schwimmverband als Stützpunkt der Talentsichtung und -förderung fungiert. „Schwimmer aus beispielsweise Willich oder Viersen können dann bei uns auf der Langbahn trainieren oder an bestimmten Trainingsformen teilnehmen“, sagt Polensky, Nachwuchstrainer bei der SG und nun auch Stützpunkttrainer des neuen NLZ. Voraussetzung dafür: Die Kinder sind zwischen acht und zwölf Jahren alt und Bezirkskaderathleten – oder stehen kurz davor. Ziel sei es allerdings nicht, so betont Polensky, dadurch Schwimmer abzuwerben. Denn ansonsten kämen schnell keine Schwimmer mehr aus anderen Vereinen zum Training ins NLZ.

Die SG ist damit einer von drei Vereinen im Schwimmbezirk Rhein-Wupper, der als NZL die erste Anlaufstelle für kleinere Vereine in der Region sein soll. Außer der SG sind zuletzt auch der TV Ratingen und der SC Delphin Geldern in diesen Status berufen worden. Der Schwimmverband NRW führte diese Stufe der Leistungszentren in diesem Jahr neu ein. „Das war auch der langen Corona-Pause geschuldet“, sagt Lamodke. „Wir haben gemerkt: Wir müssen unten etwas tun.“ Denn gerade den Schwimmern wurden im Corona-Lockdown über viele Monate ihrer Trainingsmöglichkeiten genommen. Das zeigt sich vielerorts nun auch im Nachwuchs. Insgesamt ernannte der Schwimmverband in NRW in diesem Jahr 24 Standort für Schwimmen und Wasserball zum NLZ.

Die SG Mönchengladbach hatte sich aktiv um diesen Status beworben und sei aufgrund ihrer Erfolge in der Nachwuchsarbeit berücksichtigt worden, sagt Lamodke. Außerdem sei der Verein personell bei den Trainern gut aufgestellt. Davon sollen nun auch Schwimmer aus anderen Vereinen profitieren. Im Sommer überzeugte die SG unter anderem beim Schwimm-Mehrkampf in Dresden, der deutschen Meisterschaft für die elf- und zwölfjährigen, bei der die SG gleich mit fünf Teilnehmern am Start stand – die beste Quote seit Jahren. Und mit Eric Nickel gab es sogar eine Medaille: Der Elfjährige belegte in der Disziplin Freistil in seinem Jahrgang den dritten Platz. „Die Ergebnisse sprechen für sich, daher hat Mönchengladbach den Titel Nachwuchsleistungszentrum verdient“, sagt Lamodke. Trainiert wird Nickel bei der SG in der Mannschaft von Polensky, weitere Trainer im Nachwuchs sind Oxana Volk und Cordula Berner.

Im Elite-Bereich verbuchte die SG zuletzt unter Cheftrainer Dieter Sofka ebenfalls Achtungserfolge: Bei der Deutschen Kurzbahn-Meisterschaft holte man in der 4x50-Meter-Freistil-Mix-Staffel die Bronzemedaille. Insbesondere die Erkelenzerin Nina Holt sticht als Ausnahmeathletin aus dem SG-Kader heraus. Sie holte in diesem Jahr bei der Deutschen Meisterschaft mit Bronze über 50-Meter-Freistil die erste Einzelmedaille des Vereins.

Der Status als NLZ wird für einen olympischen Zyklus vergeben, also zunächst bis Ende 2024. Im Anschluss werden die Voraussetzungen neu bewertet. Das Ziel sei allerdings, die Zusammenarbeit langfristig zu gestalten, sagt Lamodke. Der Vorsitzende des Schwimmverbandes Rhein-Wupper, Rudolf Brügge, formulierte bereits die nächste Stufe als Landesstützpunkt als mögliches Fernziel für die SG. Das NLZ sei dafür eine „Motivationshilfe“. Aktuell gibt es acht Landesstützpunkte in NRW, darunter Neuss, Wuppertal und Krefeld.

Lamotke brachte ein weiteres Anliegen an: „Ich habe den Wunsch, NRW-Meisterschaften in Mönchengladbach stattfinden zu lassen. Vielleicht kann man über 2024 nachdenken. Die Möglichkeiten dazu sind vorhanden.“ Es wäre für das Ansehen der SG ein weiterer großer Entwicklungsschritt für die SG. 

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