Schwimmen: Quartett der SG Mönchengladbach fährt zur DM nach Berlin

Sportler der Woche : Ein Quartett reist nach Berlin

Vier Schwimmer der SG Mönchengladbach sind für die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften qualifiziert – drei feiern ihr Einzel-Debüt.

Adrian Bierewitz dürfte in diesen Tagen ein gefragter Gesprächspartner unter den Schwimmern der Startgemeinschaft (SG) Mönchengladbach sein. Der 20-Jährige hat schließlich schon ein knappes Dutzend Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften hinter sich. „Mit der Zeit entwickelt man natürlich eine gewisse Routine, jeder Schwimmer hat ja so seine eigenen Rituale vor den Rennen und in der Vorbereitung. Auch ich habe jetzt eine größere Gelassenheit als beim ersten Mal“, sagt Bierewitz. Mit drei weiteren SG-Athleten fliegt er am heutigen Mittwoch zu den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften nach Berlin. Neben ihm werden Bennett Gingter (18), Alice Bianca Wettel (15) und Nina Holt (16) sowohl in der Mixed-Freistilstaffel als auch im Einzel auf verschiedenen Strecken an den Start gehen.

Dass es gleich ein SG-Quartett nach Berlin geschafft hat, macht Gladbachs Cheftrainer Dieter Sofka stolz. „Das ist für uns eine grandiose Ausbeute. Ehrlich gesagt bin ich sogar etwas überrascht über die Einzelleistungen. Es wird schwierig, das noch zu toppen“, sagt Sofka. Die vergangenen Wochen haben ihm aber auf jeden Fall gezeigt, dass die nationalen Titelkämpfe zur rechten Zeit kommen.

Zum einen absolvierte die SG im Oktober ein vielversprechendes Trainingslager in Innsbruck. Im abschließenden Wettkampf qualifizierte sich Bennett Gingter über 50 Meter Freistil erstmals für die Kurzbahn-DM. Zum anderen unterstrichen die Mönchengladbacher Schwimmer kurz darauf bei den NRW-Meisterschaften in Wuppertal ihre gute Form. Mit siebenmal Gold, achtmal Silber und dreimal Bronze avancierte die SG dort zum sechstbesten Verein. Zudem gewannen Wettel über 200 Meter Rücken und Holt über 100 Meter Freistil jeweils den Titel in der offenen Klasse.

„Beide habe ich im vergangenen Jahr schon für die Staffel zu Deutschen Meisterschaften mitgenommen. Sie stehen erst am Anfang ihrer Laufbahn, und die Einzelstarts werden nun ein weiterer Mosaikstein sein“, sagt Sofka. Dass sich die beiden mit Topleistungen zusätzlich pushen – und sich mitunter gegenseitig die Vereinsrekorde wegnehmen –, ist ein angenehmer Nebeneffekt. „Es ist gut und macht Spaß, so einen starken Trainingspartner zu haben“, sagt Alice Bianca Wettel, während Nina Holt schmunzelnd hinzufügt: „Und wenn die andere im Training besser ist, darf man auch mal genervt sein.“

Beide werden in Berlin über mehrere Strecken an den Start gehen. Auf einen speziellen Wettbewerb wollen sie aber nicht den Fokus legen. Adrian Bierewitz hält dies auch für die beste Herangehensweise. „Bei mir hat es früher oftmals gerade auf der Strecke nicht so geklappt, auf der ich mir im Vorfeld das meiste ausgerechnet habe. Man muss bei einer Meisterschaft einfach immer alles geben“, sagt der 20-Jährige. Sein Mannschaftskollege Bennett Gingter wird sich hingegen auf einen Einzelstart konzentrieren können. Für ihn kam es eher überraschend, nach Berlin fahren zu dürfen, während die anderen die DM als klares Ziel hatten. „Mir hilft das schon, dass ich mich auf die 50 Meter Freistil fokussieren kann. Es ist schon ein ganz anderer Wettkampf, vor etwa 2000 Zuschauern zu schwimmen“, sagt der 18-Jährige, der ansonsten die Teamkollegen unterstützen will.

Sofka kommt es sehr gelegen, mit einer so großen Mannschaft nach Berlin reisen zu können. So können sich die Schwimmer gegenseitig motivieren – und bei einer möglichen Enttäuschung auch aufbauen. „Wir können nicht erwarten, dass wir in jedem Rennen Bestzeiten schwimmen, und sollten die Erwartungen nicht zu hoch schrauben“, sagt der Chefcoach. Einige Bestleistungen sowie Finalläufe sind jedoch durchaus das Ziel der Gladbacher – und ein Platz in den Top Ten der Mixed-Freistilstaffel. Bei den NRW-Meisterschaften war das SG-Quartett jüngst Dritter geworden. „Diesen Wettbewerb haben wir alle im Blick. Es ist ein tolles Gefühl, im Team an den Start zu gehen“, sagt Gingter.