Abschied nach sieben Jahren Dieter Sofka verlässt die SG Mönchengladbach

Schwimmen · Nach sieben Jahren beenden der Cheftrainer und die Startgemeinschaft auf Wunsch Sofkas die Zusammenarbeit. Er und SG-Vorstand Achim Gingter blicken zurück. Was Sofkas Gründe sind und wo er jetzt hingeht.

 Dieter Sofka (54 Jahre) prägte sieben Jahre die Geschicke der SG-Schwimmer.

Dieter Sofka (54 Jahre) prägte sieben Jahre die Geschicke der SG-Schwimmer.

Foto: SG Mönchengladbach

Der Cheftrainer der SG Mönchengladbach, Dieter Sofka, verlässt den Verein nach sieben Jahren. Das haben die SG und Sofka jetzt mitgeteilt. Bis Ende August übt der 54-Jährige den Posten noch aus. Sein Weggang kommt überraschend, hat aber gute Gründe, wie der Österreicher selbst verrät.

„Es war nie der Fall, dass ich sage, irgendwann muss ich weg, das war nicht geplant. Aber wenn ein gewisses Angebot kommt, da sagte ich mir, dann bin ich nicht abgeneigt“, berichtet Sofka. Und so kam es. Im Rahmen der Deutschen Meisterschaft Ende April in Berlin kam man mit einem Angebot für einen Trainerposten auf ihn zu. „Es war ein Trainer und eine Trainerin, die ich kannte. Die Wellenlänge stimmte, eine Zusammenarbeit erschien reizvoll“, schildert er die Begegnung.

Die Überlegungen konkretisierten sich, früh nahm Sofka auch den SG-Vorstand ins Vertrauen, Gespräche über seine Zukunft bei der SG wurden geführt. Durchaus hätte Sofka ohnehin geplant, zurück in Richtung seiner Heimat gen Süden zu gehen, allerdings erst nächstes Jahr. In diesem Frühjahr fühlte sich Sofka ausgelaugt, wünschte sich eine Verschnaufpause. Eine andere Lösung mit einer mehrmonatigen Auszeit sei aber im Verein nicht umsetzbar gewesen, so Sofka: „Wir haben also gemeinsam entschieden, die Reißleine zu ziehen.“ Ende Mai gab es die endgültige Entscheidung, im Verlauf der nächsten Tage wurde auch die Mannschaft informiert. Gleichzeitig nahm Sofka das Angebot an, künftig wird er für den bayerischen Landesverband arbeiten und am Leistungsstützpunkt in München den Nachwuchs trainieren.

„Mir ist es schwergefallen, den Wechsel durchzuziehen, ich habe mit Achim Gingter einen Vorsitzenden, mit dem ich gut klargekommen bin“, sagt Sofka. „Es ist super, dass ich einen wie ihn hatte, er kümmert sich ums Tagesgeschäft und hat meine Kompetenzen nicht beschnitten. Es war eine spannende Herausforderung, den Verein zu führen, ohne ihn wäre ich wohl schon früher weg gewesen“, äußert der Tiroler viel Lob für die SG.

Das neue Angebot ist aber nicht die einzige Ursache. „Es war eine Verkettung von Gründen, denn es gibt auch familiäre Gründe. Ich möchte näher bei meiner Mutter sein“, verrät Sofka, der auf eine „erfolgreiche und wunderbare Zeit“ zurückblickt. „Es war eine runde Sache, wir haben Ziele erreicht. Für mich war es eine coole Erfahrung in dem Verein und im Vitusbad zu arbeiten. Ich danke allen Mitarbeitern und meinem Vorsitzenden Achim Gingter“, bilanziert er und fügt an: „Ich würde mich freuen, wenn die Erfolgsgeschichte der SG weitergeht, bei Achim Gingter mache ich mir da keine Sorgen, er weiß, was der Verein braucht.“

Der sieht mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“ auf Sofkas Abschied. „Ich fand die Zusammenarbeit immer sehr gut, wir haben immer offen geredet. Wir hatten ein tolles Team“, sagt Gingter. „Eigentlich ist der Trainer-Rhythmus vier Jahre, jetzt sind es sieben geworden. Es war klar, dass irgendwann der Schnitt kommen wird. Wir haben uns wirklich im positiven Einverständnis getrennt. Jetzt ist es für ihn Zeit, sich um Familiäres zu kümmern, und er bekommt eine Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, dafür haben wir Verständnis“, fährt der Vorsitzende fort.

Der Abschied sei Plan A gewesen, nachdem Plan B, eine Auszeit Sofkas, nicht umsetzbar war. „Man hätte gerne weitergearbeitet, aber die Umstände ließen es nicht zu. Wir hatten gute Zeiten, die letzte Saison war die erfolgreichste jemals bei der SG, dazu hat er groß beigetragen“, sagt Gingter und richtet Dank an Sofka: „Der Job ist kein leichter, dafür muss man ein wenig verrückt sein. Wir wünschen ihm vom Vorstand alles Beste für die Zukunft und bleiben sicher in Kontakt.“

Auf der Basis von Sofkas Arbeit wolle man weiterarbeiten. Ein Nachfolger für den Cheftrainer-Posten steht noch nicht fest. Den Sommer über ist Sofka noch da und wird einige kleinere Wettkämpfe in der Umgebung begleiten, Mitte Juli geht es mit einer Delegation zu den Offenen Meisterschaften in die Schweiz.