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Fußball: Schwere Zeiten für den SV Lürrip

Fußball : Schwere Zeiten für den SV Lürrip

Die Männer verloren 0:7, die Frauen 2:12. Gestern debattierte der Vorstand. Daniel Pusic soll helfen.

Klaus Brockers ist konsterniert. "Ich komme mir vor, als stünde ich aus irgendeinem Grund mitten auf der Kreuzung und von allen Seiten kommen Autos auf mich zu", beschreibt der Vorsitzende des SV Lürrip die augenblickliche Lage des Klubs. Denn es ist nicht nur die Männer-Mannschaft in der Landesliga, die Kummer verursacht, sondern auch die Frauen-Mannschaft, die in der ebenfalls in der Landesliga auf dem vorletzten Platz steht.

Sowohl die Männer wie auch die Frauen handelten sich am vorigen Sonntag herbe Klatschen ein. In Fischeln verloren die Männer 0:7, die Frauen kamen in Kaldenkirchen mit 2:12 unter die Räder. "Damit mussten wir aber unbedingt rechnen. Aus beruflichen Gründen haben uns einige Spielerinnen verlassen. Andere folgten, weil sie in anderen Vereinen höherklassig spielen konnten. Für unsere Mannschaft ist die Landesliga sicher eine Klasse zu hoch. Wir wollten aber dann doch nicht die Truppe abmelden, sondern die junge Mannschaft Erfahrung sammeln lassen", skizziert Klaus Bockers die Lage bei den Frauen.

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Trainer Christian Buddewig hat indes das volle Vertrauen des Vorstands und soll den Neubeginn ohne Druck einleiten. Bei einer Abmeldung hätte man in der kommenden Saison in der Kreisliga A mit einem Neustart beginnen müssen. Sollte nun der Abstieg unvermeidlich sein, kann man im nächsten Jahr in der Bezirksliga den Versuch starten, wieder in die Landesliga zu kommen. "Dann stehen uns auch Spielerinnen aus unserer U17 zur Verfügung, für die das genau die richtige Liga ist", sieht Bockers recht optimistisch in die Zukunft.

Die sieht bei den Männern weniger rosig aus. "Wir haben sicherlich wichtige Leistungsträger verloren, die man nicht einfach ersetzen kann. Zudem kamen plötzlich vier Spieler nicht mehr, die die Vorbereitung mitgemacht hatten. Das haben wir in dieser Form noch nie erlebt", sagt Fußball-Obmann Andreas Zimmermann.

Er sah aber genau wie Trainer Damir Knezovic, dass beim 0:7 in Fischeln einige Akteure recht lustlos über den Platz liefen. Den Trainer erinnerte das Verhalten dieser Spieler an Arbeitsverweigerung. Vielleicht erkannten aber auch die Kicker die Aussichtslosigkeit, gegen einen übermächtigen Gegner anzukämpfen.

"Darüber müssen wir sprechen und eine Analyse betreiben, bei der alles auf den Tisch kommt", sagt Zimmermann. Gestern hat sich bereits der Lürriper Vorstand zusammengesetzt, um die Lage zu besprechen. Heute Abend soll mit dem Trainergespann und den Spielern geredet werden. Wie es dann weitergeht, ist offen. Es sind schwere Zweiten für den SV Lürrip.

Einen ersten kleinen Lichtblick gibt es immerhin. Andreas Zimmermann konnte den 35-jährigen Daniel Pusic gewinnen, der bis zur Winterpause aushelfen will. Der spielte vor einigen Jahren zuletzt beim Rheydter SV.

(RP)