Reiten: Schwedin gewinnt Großen Preis

Reiten: Schwedin gewinnt Großen Preis

Mit der Titelverteidigung wurde es nichts: Lokalmatador Marc Bettinger musste im Stechen einen Abwurf hinnehmen. Besser machte es Angelica Augustsson , die schnell und zudem fehlerfrei durch den Parcours ritt.

Reiten Horst Tuma und Ilja Waßenhoven sollten Recht behalten. Während der Präsident des Zucht-, Reit- und Fahrvereins (ZRFV) Wickrath anmerkte, dass es in diesem Jahr sehr viele Anwärter auf den Sieg beim Großen Preis von Mönchengladbach gebe, sagte der Turnierleiter: "Es kommt nicht nur auf den Zentimeter an, ob die Stange auf dem Hindernis bleibt oder nicht, sondern es geht auch um jede Sekunde." Angelica Augustsson hatte wohl mitgehört. Die junge Schwedin blieb mit Aperol zweimal fehlerfrei, erreichte im Stechen die Bestzeit und gewann damit zum Abschluss des Schlossparkturniers die Drei-Sterne-Springprüfung um den mit 12 000 Euro dotierten Großen Preis der Gladbacher Bank.

Genau zehn Reiter hatten den 450 Meter langen Parcours mit seinen 13 Hindernissen, den die Brüder Michael und Christoph Johnen aufgebaut hatten, im ersten Durchgang fehlerfrei bewältigt. Nicht dazu gehörte Stefan Abt, der lange Jahre für den ZRFV geritten war, und mit Prins van de Kapel den 13. Platz belegte. Besser machte es da Lokalmatador Marc Bettinger, der mit Contero das Stechen erreichte.

Dort musste Angelica Augustsson als erste auf den um vier Hindernisse verkürzten Parcours, da sie im ersten Durchgang die langsamste der fehlerfreien Reiter gewesen war. Doch dann legte die Amazone nicht nur einen Ritt ohne Abwurf, sondern auch gleich eine Zeit hin, an der sich die anderen Finalisten die Zähne ausbeißen sollten: 34,42 Sekunden. Ihr am nächsten kam noch Andreas Kippling, der nur um 1,04 Sekunden langsamer war als die junge Schwedin. Die Reiter mussten etwas riskieren, wollten sie die führende noch verdrängen – das führte zu Fehlern. Zunächst riss Bettingers Contero eine Stange am Steilsprung der zweifachen Kombination, was dem Mönchengladbacher letztlich den sechsten Platz einbrachte.

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An der gleichen Stelle verzeichnete kurz darauf die Rheinische Meisterin der Springreiter, Sabrina Busch, einen bitteren Abwurf, denn fehlerfrei hätte sie die Schwedin aufgrund ihrer um eine halbe Sekunde schnelleren Runde geschlagen. Bei der 19-jährigen Katrin Eckermann und Verena Wolf-Richter verweigerten die Pferde jeweils vor dem vierten Hindernis. Als der Beste des ersten Durchgangs, Klaus Brinkmann auf Pikeur Gamble schon am zweiten Ochser eine Stange abräumte, war Angelica Augustssons Überraschungssieg perfekt.

Pünktlich zur Siegerehrung kam für die Schwedin sogar noch einmal die Sonne heraus. Die strahlende Siegerin bedankte sich bei ihrem neunjährigen Holsteiner-Sohn Aperol, der sie so schnell und fehlerlos durch den Parcours gebracht hatte, mit ein paar extra Streicheleinheiten. Und die Vorhersagen Tumas und Waßenhovens waren Wirklichkeit geworden. Es war um jede Sekunde gegangen.

(RP)
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