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Saisonabbruch wegen Corona: Die Handballer des TV Geistenbeck und die Volleyballerinnen des TV1848 sind Meister

Wegen Corona-Abbruch : TV Geistenbeck und TV 1848 sind vorzeitig Meister

Während die Handballer und Volleyballer Klarheit haben, ist Hockey-Tabellenführer Gladbacher HTC in der Warteschleife. Der TV Geistenbeck und der TV 1848 aus Mönchengladbach dürfen sich jedoch freuen.

Die Handballer des TV Geistenbeck mussten warten. Sie waren klarer Tabellenführer der Verbandsliga und auf dem besten Weg zum Titel. Dann kam Corona. Zunächst wurde die Saison unterbrochen, dann abgebrochen. Offen war, wie sie gewertet wird. „Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn sie annulliert worden wäre“, sagt Trainer Thomas Laßeur unserer Redaktion. Nun die Erlösung: Die Saison wird mit einer Quotienten-Tabelle durch den Handballverband Niederrhein gewertet, Geistenbeck steht als Meister und Aufsteiger in die Oberliga fest.

Damit haben die Geistenbecker ihr Saisonziel erreicht. Zweimal waren sie zuvor Vizemeister, nun passte alles. Acht Spieltage vor Schluss hatte das Team 34:2 Punkte und acht Zähler Vorsprung auf die Verfolger. Dass der TV die Geschichte durchgezogen hätte unter normalen Umständen, ist zu vermuten. „Schade, dass der Adrenalin-Stoß fehlte, den man hat, wenn feststeht, dass man Meister ist. Sicherlich fühlt sich der Aufstieg etwas unvollständig an, aber wir haben unser Saisonziel erreicht, sind als Team über Jahre gewachsen. Und das Team bleibt auch für die Oberliga komplett zusammen“, sagte Laßeur im Gespräch mit unserer Redaktion.

Auch die Landesliga-Volleyballerinen des TV 1848 aus Mönchengladbach hat Corona vorzeitig zum Meister gemacht. Die Saison wurde wegen der Krise abgebrochen. Nun teilte der Westdeutsche Volleyball-Verband mit, dass sich die Mannschaften, die in der beim Abbruch eingefrorenen Tabelle einen Aufstiegsplatz innehatten, für einen Startplatz in der nächsthöheren Liga für die neue Saison bewerben können. Wie die Handballer aus Geistenbeck waren auch die seit vielen Jahren von Thomas Palaszewski trainierten Volleyballerinnen klar auf Titelkurs. „Wir standen auf Platz eins und hatten noch zwei Spiele zu absolvieren, von denen höchstens eins noch gewonnen werden musste. Daher fanden wir es durchaus angemessen, das Ticket für die Verbandsliga in der nächsten Saison zu lösen“, sagte Abteilungsleiterin Ina Meuter.

„Den Platz in der Verbandsliga nehmen wir gerne wieder an, nachdem wir zehn Jahre in der Landesliga immer oben mitgespielt haben. Aus der damaligen Verbandsligamannschaft ist neben dem Trainer nur noch Judith Krölls dabei. Aber besonders die langjährigen 18er und Leistungsträgerinnen Katha Weyermanns-Chudzik, Steffi Paul, Swetlana Klytschnikow und Sarah Kettler sind dem Verein und auch den alten Zeiten, in denen der Volleyballsport in Mönchengladbach noch eine herausragende sportliche Größe war, sehr verbunden und haben es verdient, endlich aufzusteigen“, so Meuter.

Die Damen des TV 1848 mit ihrem Trainer Thomas Palaszewski sind aufgestiegen. Foto: nipko

Das höchstspielende Volleyball-Team der Region, die Männer-Mannschaft des VC Ratheim, geht als Tabellensechster aus der abgebrochenen Oberliga-Saison. „Wir sind froh, dass wir Gewissheit haben. Für uns hat die Entscheidung des Verbandes keinerlei Auswirkungen, hat uns allerdings eine Zitterpartie bis zum Ende de Saison erspart, denn mit dem Klassenerhalt hätte es eventuell eng werden können. Deshalb ist das, was jetzt entschieden wurde, für uns das Optimum“, sagte Trainerin Hendrike Spaar. „Allerdings wäre es mir lieber gewesen, wenn der Verband die Saison komplett annulliert hätte, anstatt sie zu werten. So kann es sein, dass vor allem die Oberliga nächstes Jahr extrem groß wird, da es ja jedem Team, das rechnerisch noch die Möglichkeit hatte, freigestellt ist, in der Liga zu bleiben. Zudem kommen vermutlich mehr Aufsteiger als sonst dazu“, merkte Spaar an.

Klarheit hat auch der Hockey-Zweitligist Gladbacher HTC. Allerdings nicht, was den angestrebten Bundesliga-Aufstieg angeht, sondern nur darüber, dass die Saison langfristig bis zum 31. Juli ausgesetzt ist. Dann soll es weitergehen und für den aktuellen Tabellenführer wird es darum gehen, den Spitzenplatz zu verteidigen und wieder erstklassig zu werden. „Klar, wenn wir bei einem Abbruch zum Aufsteiger erklärt worden wären, hätten wir nichts dagegen gehabt. Aber es ist gut, wie es jetzt ist“, sagte Kapitän Niklas Braun unserer Redaktion. „Es ist zunächst mal gut, dass wir Klarheit haben, wie lange die Pause dauert und nicht von Woche zu Woche schauen müssen“, sagte Braun.

Seinen Hockeyschläger hat er zunächst mal im Keller verstaut, der Student hält sich mit Heimtraining, Radfahren und Laufen fit, um dann bereit zu sein, wenn es – „hoffentlich“ – wieder losgeht. Dienstags steht für das gesamte Team in diesen Tagen eine Athletik-Einheit via Videokonferenz an. „So halten wir Kontakt“, sagt Braun. Ob und wie es nach dem 31. Juli wirklich wieder losgeht, „müssen wir abwarten“. Braun kann sich vorstellen, dass es erst im April 2021 weitergeht und die im Winter anstehende Hallensaison vielleicht nicht gespielt wird. So oder so wird es für den ausgesetzten Tabellenführer GHTC noch ein langes Warten auf die Titelentscheidung.