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Regionalliga: Dustin Franz erlöst den TV Korschenbroich in letzter Sekunde

Derbydrama in der Regionalliga gegen Neusser HV : Dustin Franz erlöst den TVK in letzter Sekunde

In einem spannenden Derby mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten gewann der TV Korschenbroich am Samstagabend mit 33:32 über den Neusser HV. Der Siegtreffer fiel erst mit der letzten Aktion.

Das Derby zwischen dem TV Korschenbroich und dem Neusser HV sorgte für ein Auf und Ab der Gefühle und hatte all das zu bieten, was ein Derby letztlich ausmacht: aufopferungsvollen Kampf, Spannung und Dramatik bis zum Schlusspfiff. Am Ende konnte sich der TVK über einen knappen und durchaus glücklichen 33:32 (20:13)-Erfolg freuen.

Es war eine Begegnung mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten. In der nach Corona-Auflagen ausverkauften Waldsporthalle erwischten die Korschenbroicher vor 350 begeisterten Zuschauern den besseren Start. Nach sieben Minuten war auf der Anzeigetafel 3:0 zu lesen, wofür allein Linksaußen Lukas Bark verantwortlich war. Korschenbroichs Trainer Dirk Wolf wies bereits im Vorfeld dieser Partie darauf hin, dass sich die Gäste aus Neuss zu keinem Zeitpunkt aufgeben werden. Schnell wurde klar, wie richtig seine Einschätzung war, denn wenige Zeigerumdrehungen später, hatten die Neusser nach einem Vier-Tore-Lauf die Nase vorne. Dies war jedoch die einzige Führung des NHV im Spiel, obgleich sie mehrfach die Möglichkeiten hatten, diesen Umstand auch zu ändern. Die Partie blieb dann bis zur Mitte der ersten Halbzeit ausgeglichen, ehe sich die Hausherren mehr und mehr absetzten.

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„Die erste Halbzeit war für uns eine absolute Katastrophe“, ärgerte sich der Neusser Trainer Gilbert Lansen. „Das Rücklaufverhalten stimmte nicht, wir hatten keine Zuordnung in der Abwehr und im Angriff wurden auf einmal Dinge gemacht, die wir zuvor noch nie gemacht hatten und das ging natürlich daneben.“ Andererseits lief es bei den Korschenbroichern richtig gut. Torhüter Max Jäger war ein sicherer Rückhalt, die Deckung stand sehr kompakt, fing viele Bälle ab und somit konnte das Tempospiel aufgezogen werden. So erspielten sich die Gastgeber bis zum Pausenpfiff einen komfortablen 20:13-Vorsprung.

Wer nun allerdings glaubte, dass das Derby vor sich hinplätschern würde, sah sich mächtig getäuscht. Verbissen kämpften die Gäste um jeden Ball und bei den Korschenbroichern lief es nicht mehr so rund wie vor dem Seitenwechsel. „Gerade in der Deckung war Neuss in der zweiten Halbzeit viel stärker“, erkannte der TVK-Trainer Dirk Wolf. „Sie waren deutlich aggressiver und damit hatten wir unsere Schwierigkeiten.“ Das war sicherlich auch ein Resultat der Halbzeitansprache von Lansen. „Wir haben die Fehler aufgezeigt, darauf hingewiesen, dass wir unter unseren Möglichkeiten spielen, gesagt, dass es keine Schande ist, hier zu verlieren, dann aber bitte mit Anstand.“ Langsam aber sicher schmolz der Vorsprung der Wolf-Schützlinge. Vier Minuten waren noch zu spielen, als der Neusser Regisseur den Ausgleichstreffer zum 29:29 erzielte, was auch gleichzeitig der Beginn einer packenden und dramatischen Schlussphase war. Hier bewies Wolf dann ein glückliches Händchen und wechselte Dustin Franz ein, der immerhin drei der letzten vier Korschenbroicher Treffer erzielte. 24 Sekunden vor dem Ende verwandelte erneut Klause einen Siebenmeter-Strafwurf zum 32:32. Korschenbroich hatte noch einmal Ballbesitz, spielte die Zeit gekonnt herunter und dann gelang es Franz nochmals in eine aussichtsreiche Wurfposition zu bringen. Der ließ nicht lumpen und erzielte mit dem Schlusspfiff den Siegtreffer.

„Wir waren so nah dran“, ärgerte sich Lansen. „Aber wir haben eine tolle zweite Halbzeit gespielt und darauf können wir weiter aufbauen.“ Auf der Gegenseite war Wolf glücklich über den Sieg. „Natürlich freue ich mich. Mit der zweiten Halbzeit bin ich aber nicht einverstanden. Am Ende wäre ein Unentschieden sicherlich verdient gewesen.“

TV Korschenbroich: Max Jäger (1), Felix Krüger - Henrik Schiffmann (7), Lukas Bark (6/3), Sascha Wistuba, Simon Förster, Steffen Brinkhues (2), Nicolai Zidorn (2), Mats Wolf (6/2), Maximilian Tobae (1), Justin Kauwetter, Marcus Neven (4), Philip Schneider (1) und Dustin Franz (3).