Prügeln verboten

Der Kampfsportverein Asahi Sports veranstaltete in der Jahnhalle Internationale Deutsche Meisterschaften. Das Turnier verlief diszipliniert und für den Nachwuchs des Ausrichters sehr erfolgreich.

Kampfsport Am Ende schleppten ihre Eltern die Pokale zum Auto. Schließlich hatte Maria Pasenko zuvor den ganzen Tag lang genug geleistet. "Wir waren schon morgens um acht Uhr beim Aufbauen dabei und dann rund 13 Stunden in der Halle", sagte die 15-Jährige. Viel wichtiger war jedoch ihre Ausbeute auf der Matte: Die Kampfsportlerin des Asahi Sports Center holte auf den Internationalen Deutschen Meisterschaften der United Martial Arts Company den Jugendtitel in der Selbstverteidigung.

"Dieser Erfolg freut mich besonders, denn für diese Disziplin habe ich sehr viel geübt", sagte Maria Pasenko, die in anderen Wettbewerben weitere Podestplätze erreichte und damit wie ihre Vereinskameradin Alina Kliem den dritten Platz in der Techniker-Wertung belegte. Diese Sonderwertung, bei der die Kämpfer mit vielen vorderen Platzierungen in den verschiedensten Sparten geehrt werden, gewann mit Felix Lopez (16) ein weiteres Talent des Ausrichters. "Wir legen sehr viel Wert auf eine allgemeine Grundausbildung und wollen keine reinen Kämpfer oder Selbstverteidiger", erklärte Rolf Welters. Der Vorsitzende des Asahi Sport-Vereins war zufrieden mit den beiden Wettkampftagen in der Jahnhalle, die der Klub bereits seit Anfang der 90er Jahre austrägt: "Wir hatten unter den 280 Junioren und 100 Erwachsenen wieder viele Stammstarter. Das zeichnet ein Turnier auf hohem Niveau aus."

Fast die Hälfte sind Mädchen

Auf drei Wettkampfmatten verfolgten die Zuschauer die Bandbreite des asiatischen Kampfsports – vom Leichtkontakt-Boxen über die Waffenformen bis zum Showkampf. "Wir spezialisieren unsere Meisterschaft nicht, sondern fördern die Mehrkämpfer", sagte Welters, der sich vor allem über den sehr disziplinierten Verlauf der Wettkämpfe freute. Denn für ihn sind die Meisterschaften auch eine Art Werbeveranstaltung: "Wir möchten mit dem Turnier Imagepflege betreiben. Und da wäre wildes Drauflosprügeln nicht geeignet." Zudem sei der Erfolg seiner weiblichen Schützlinge ein schönes Zeichen, da "mittlerweile fast die Hälfte aller Jugendlichen bei uns Mädchen sind".

"Ich mache das jetzt schon seit acht Jahren", sagte Alina Kliem (13), die den Titel in der Kategorie Hardstyle (Vorführen von Schlägen und Tritten ohne Gegner) gewann. Dass sie an einem Tag in den verschiedensten Disziplinen gefordert wurde, machte ihr ebenso wenig etwas aus wie das Aufeinandertreffen mit ihrer Trainingspartnerin bei der Selbstverteidigung. "Das sind wir gewöhnt", sagte Maria Pasenko. Wie weit sie es einmal mit dem Kampfsport bringen wollen, wissen die beiden Nachwuchskämpferinnen noch nicht. Zunächst einmal müssen jedenfalls die vielen neuen Pokale zu Hause verstaut werden.

(RP)