Pro League: Keine Punkte für Damen und Herren gegen die Niederlande

Hockey Pro League : Deutschland verliert nach Führung noch

Die Hockey-Herren führen in Gladbach 2:1 gegen die Niederlande, doch am Ende jubelt der Erzrivale über einen 4:2-Sieg. Schon zuvor hatten die Damen ebenfalls gegen den Nachbarn verloren – nach einem frühen Gegentor 0:1.

Marlon Landbrug kannte keine Gnade. Der Stürmer der niederländischen Hockey-Nationalmannschaft nahm sich nach 40 Sekunden ein Herz und pfefferte den kleinen runden Hartgummiball hoch auf das deutsche Tor. Sein abgefälschter Schlag landete aber nicht mal annähernd in der Nähe des von Tobias Walter gehüteten deutschen Gehäuses. Stattdessen schlug der Ball gleich neben der Eckfahne in einem Holzhäuschen ein und zertrümmerte lautstark einige Latten. Acht Jahre nach dem letzten Länderspiel im Hockeypark waren die 3000 Zuschauer so mit einem Schlag sofort hellwach. Und es sollte nicht das einzige spektakuläre Highlight des Freitagabends bleiben. In einem packenden Spiel der beiden Erzrivalen, im Rahmen der Pro League, setzte sich am Ende das niederländische Team knapp mit 4:2 (2:2) durch.

Dabei ging es ständig hin und her. Mink van der Weerden, Hollands Strafeckenspezialist, machte nach sechs Minuten mit dem 1:0 den Auftakt. Das junge deutsche Team hatte gleich zwei Antworten parat. Erst erzielte Malte Hellwig nach feiner Kombination in seinem allerersten Länderspiel den Ausgleich (11. Minute), ehe sein Mülheimer Mannschaftskollege Lukas Windfeder per Strafecke den zweiten Treffer besorgte (21.). Die Niederlande spielten aber weiter fröhlich mit und kamen in der 25. Minute durch Arjen Lodewijks zum 2:2-Pausenstand.

Im zweiten Abschnitt waren sich beide Teams absolut ebenbürtig. Mit einer entscheidenden Ausnahme: van der Weerden nutzte eine von zwei Strafecken knallhart zu seinem zweiten Tor. Das deutsche Team versuchte im Anschluss alles. Allerdings ohne Erfolg. Stattdessen kam der Nachbar drei Sekunden vor Schluss durch Bjorn Kellerman noch zum 4:2. Da war Keeper Tobias Walter schon lange gegen einen elften Feldspieler ausgetauscht worden.

Ebenfalls keine Punkte gab es Freitagabend für die deutschen Damen. Im Duell mit dem amtierenden Weltmeister Niederlande verlor Deutschland unglücklich 0:1 (0:1). Das Gegentor durch Frederique Matla fiel bereits nach 200 Sekunden nach einem unnötigen Ballverlust in der Defensive. Danach war das Team von Coach Xaver Reckinger feldüberlegen, hatte mehr Spielanteile, mehr Chancen und Ecken. Ein Treffer wollte aber nicht fallen. Vor allem die Eckenquote (null Tore bei sechs Ecken) war unterirdisch. Reckinger war dennoch nicht ganz unzufrieden: „Das Ergebnis ist enttäuschend. Wir haben leider zeitweise etwas naiv verteidigt und bekommen unnötige Zeitstrafen. Aber wir können aus diesem Spiel auch sehr viel lernen. Wir haben es geschafft, dass die Niederländerinnen kaum etwas für sich kreieren konnten. Und ich war mit den individuellen Leistungen einiger Mädels sehr zufrieden. Wir holen uns viele Ecken, die wir aber leider nicht allzu gut ausführen“, sagte der Bundestrainer.

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