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Oberliga: Wie „Siepi“ vom Stürmer zum Torhüter wurde

Torwarttrainer beim SC Union Nettetal : Wie „Siepi“ vom Stürmer zum Torhüter wurde

Bis kurz vor dem Seniorenbereich spielte Marcel „Siepi“ Siepmann als Stürmer. Doch erst als er in der A-Jugend des SV Issum den verletzten Keeper zwischen den Pfosten vertreten musste, wurde sein wahres Talent entdeckt. Heute ist der 45-Jährige Torwarttrainer bei Union Nettetal.

Trotz jahrelanger Ausbildung in der Jugend, sollten sich Spieler wohl nicht immer auf eine bestimmte Position auf dem Feld festlegen. Möglicherweise erkennen auch die Trainer nicht unbedingt das Talent, das ein Spieler auf einer anderen Position mitbringen würde – und das könnte selbst bei Stürmern manchmal zwischen den Pfosten liegen. So zumindest erging es Marcel Siepmann (45 Jahre), dem heutigen Torwarttrainer beim Oberligisten SC Union Nettetal.

Denn eigentlich ist „Siepi“, wie er liebevoll in Nettetal genannt wird, gelernter Stürmer, der in der Jugend für den SV Issum auf Torejagd ging. Doch mit 18 Jahren wurde er in seinem letzten A-Jugendjahr als Torwart umfunktioniert. Nötig war dies, weil sich die etatmäßige Nummer eins einen Bänderriss zugezogen hatte und so stand Siepmann in den letzten sechs Monaten seiner Jugendzeit plötzlich zwischen den Pfosten. Er machte seine Sache dabei so gut, dass er nicht mehr aus dem Kasten wegzudenken war und wechselte als Torwart anschließend bei den Issumern auch in den Seniorenbereich.

 Torhüter Maximilian Stefan Möhker vom SC Union Nettetal (l.) und Torwarttrainer Marcel Siepmann.
Torhüter Maximilian Stefan Möhker vom SC Union Nettetal (l.) und Torwarttrainer Marcel Siepmann. Foto: Heiko van der Velden
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Fortan zeigte die Kurve in seiner Laufbahn deutlich nach oben. Nach zwei Jahren beim FC Aldekerk in der Kreisliga A, wechselte er mit 23 Jahren dann nach DJK Labbeck-Uedemerbruch und spielte vier Jahre als Nummer eins in der Bezirksliga. Doch damit war das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. In der Saison 2003/04 folgte schließlich der Wechsel zu Viktioria Goch. Dort machte Siepmann in seiner Entwicklung noch einmal einen beachtlichen Sprung, obwohl er bereits das Alter von 27 Jahre erreicht hatte. Dort stand er nämlich unter den Fittichen des ehemaligen Bundesligatorhüters Dietmar Linders, der unter anderem für MSV Duisburg und Preußen Münster spielte.

 Alte Zeiten: Marcel Siepmann im Tor von Viktoria Goch.
Alte Zeiten: Marcel Siepmann im Tor von Viktoria Goch. Foto: Gottfried Evers

„Dietmar Linders war mein Mentor und Ziehvater, dem ich sehr viel zu verdanken habe“, erinnert sich Siepmann gerne an die gemeinsame Zeit mit dem heute 80-Jährigen zurück. Für Viktoria Goch kam er als Stammtorhüter in der Verbandsliga und Niederrheinliga zum Einsatz. In gleicher Liga spielte er auch für die SV Hönnepel-Niedermörmter und den SV Straelen. Nachdem er dann 2017/18 dann für den GSV Geldern noch einmal in der Bezirksliga auflief, tauschte er seine aktive Rolle gegen die des Torwarttrainers ein. Seine erste Station war der SV Straelen, bei dem er zusammen mit Ralf Ring in der Saison 2018/19 für die Regionalligatorhüter verantwortlich war. Seit 2019/20 kümmert er sich nun schon im dritten Jahr um die Torhüter des Oberligisten SC Union Nettetal.

Die technischen Fähigkeiten, die er einst als Spieler in der Jugend erlernt hat, kommen ihm nun als Torwarttrainer zugute. Denn es gibt nichts unbefriedigenderes als Keeper, wenn der Torwarttrainer den Ball unplatziert oder nicht mit der nötigen Härte auf das Tor spielt. Dieses Problem gibt es mit dem gelernten Stürmer „Siepi“ wahrlich nicht. Zudem kann er seinen Schützlingen das moderne Torwartspiel vermitteln. Denn in der heutigen Zeit ist der Schlussmann oft der elfte Feldspieler, der mitunter als eine Art Libero fungiert und das Spiel von hinten heraus lesen muss.

 Marcel Siepmann vom SC Union Nettetal.
Marcel Siepmann vom SC Union Nettetal. Foto: Heiko van der Velden

Siepmann ist froh, dass er die Position des Torwarttrainers nun beim Oberligisten in Nettetal ausüben darf. „Union ist ein absolut toller Verein, der mir die Möglichkeit gegeben hat, mich auf Oberliga-Niveau als Torwarttrainer zu entwickeln. Wir tauschen uns im Trainerteam täglich aus. Mit Andreas Schwan und Lutz Krienen ist dabei auch eine Freundschaft entstanden. Ich fühle mich hier extrem wohl“, sagt Siepmann.

Auch mit dem Einsatz seiner jungen Torhüter beim SC Union ist Marcel Siepmann zufrieden. Alle stehen gerade noch am Anfang ihrer Karriere, sind in ihrer Jugendzeit als Torwart aber schon gut ausgebildet worden. Das Ziel ist es für Siepmann, diese dennoch einen weiteren Schritt nach vorne zu bringen in ihrer Entwicklung.