Lukas Hartmann beim SC Union Nettetal Der Erfahrenste unter den Jungspunden

Fussball-Oberliga · Lukas Hartmann hat für den SSV Reutlingen 185 Partien in der Oberliga bestritten, spielte mit dem ehemaligen Zweitligisten sogar im DFB-Pokal. Nun leitet der 30-Jährige das junge Team beim SC Union Nettetal als Führungsspieler an.

 Lukas Hartmann (r.), hier im Dull gegen den KFC Uerdingen, ist der erfahrenste Spieler im Nettetaler Kader.

Lukas Hartmann (r.), hier im Dull gegen den KFC Uerdingen, ist der erfahrenste Spieler im Nettetaler Kader.

Foto: BRAUER-Fotoagentur/Stefan Brauer

Lukas Hartmann gehört nicht nur aufgrund seines Alters von 30 Jahren zu den erfahrensten Spielern beim SC Union Nettetal, mit 185 Spielen für den SSV Reutlingen in der Oberliga Baden-Württemberg hat der gelernte Innenverteidiger auch mit Abstand die meisten Oberligaspiele auf dem Konto. Hinzu kommen 36 Spiele in der Verbandsliga für die TSG Tübingen.

Die Reutlinger spielten bis zum Ende der Saison 2003/04 für einige Jahre in der 2. Bundesliga und hatten in dieser Zeit unter anderem Ex-Nationalspieler Simon Rolfes unter Vertrag. Auch Nico Frommer, der einst für Borussia Mönchengladbach in der zweiten Liga auflief, gehörte dem damaligen Zweitligateam des Vereins an.

„Die Union-DNA hätte ich mir früher in Reutlingen gewünscht: Aus dem vorhandenen Potenzial eine gute Einheit und gemeinsame Basis mit einem Trainer schaffen, der schon lange da ist. Das gab es damals in Reutlingen nicht“, sagt Hartmann. Obwohl er über acht Jahre in der Oberliga für den ehemaligen Profiverein auflief, fehlte es ihm dort an Kontinuität. „In dieser Zeit hatte ich locker acht Trainer“, erinnert sich Hartmann zurück. Zum Vergleich – Nettetals Coach Andreas Schwan geht aktuell bereits in seine siebte Saison beim SCU.

Große Unterschiede sieht er in den beiden Oberligen nicht. Bei einer Sache musste er sich am Niederrhein dann aber doch umstellen, und zwar auf den Spieluntergrund. Während die Nettetaler im Stadion auf ihrem Hauptplatz auf Kunstrasen spielen, war er bei seinem Ex-Verein in Reutlingen ausschließlich auf Naturrasen unterwegs.

„Es gab immer nur Rasen für uns. Auf Kunstrasen läuft der Ball viel schneller – hier bei Union ist es ein anderes Spiel“, sagt Hartmann, der sich zumindest bei seinem einjährigen Gastspiel beim Bezirksligisten SSV Grefrath schon einmal an das neue Spielfeld gewöhnen konnte. „Das war schon mal ganz gut“, wie Hartmann sagt.

Das Ganze habe aber weniger damit zu tun, dass es in Baden-Württemberg keine Kunstrasenplätze gäbe, sondern eher mit dem Zuschaueraufkommen bei Spielen des SSV Reutlingen. „Wir hatten bis 2013 im Schnitt 1000 Zuschauer“, erklärt Hartmann. Hinterher sei die Zahl auf 700 abgeflacht. Das Stadion an der Kreuzeiche in Reutlingen umfasst 15.228 Plätze – und hat Rasen. Nettetal trägt seine Heimspiele dagegen im Schnitt vor etwa 200 Zuschauern aus. Am 28. Spieltag dürfte die Zahl im März allerdings deutlich nach oben schwellen, dann kommt nämlich der KFC Uerdingen an die Christian-Rötzel-Kampfbahn.

Hartmann erinnert sich gerne an die Derbys gegen die Stuttgarter Kickers oder SSV Ulm aus seiner Reutlinger Zeit zurück. „Das größte Derby war aber 2015. Da haben wir den Württembergischen Verbandspokal gewonnen und durfte in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Karlsruher SC spielen“, sagt Hartmann, der bei diesem Spiel vor 8166 Zuschauern über die vollen 90 Minuten gegen den Zweitligisten zum Einsatz kam.

„Wir schätzen Lukas nicht nur aufgrund seiner fußballerischen Qualität, sondern auch als Typ. Er ist kommunikativ und ein echter Teamplayer, der sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt“, sagt Trainer Andreas Schwan. Ob Hartmann am Sonntag beim Auswärtsspiel gegen den SV Sonsbeck mit dem SC Union Nettetal zum Einsatz kommt, ist fraglich. Seit letzter Woche ist der Defensivspieler nämlich krankgeschrieben und hofft, schnellstmöglich wieder zum Team dazuzustoßen.