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Oberliga: Darum trennte sich der 1. FC Mönchengladbach von Trainer Karaca

1. FC Mönchengladbach vor Oberliga-Derby gegen Nettetal : Das steckt hinter der Karaca-Trennung

Dony Karaca ist seit vergangenen Samstag nicht mehr Trainer beim 1. FC Mönchengladbach. Erst wollte er aus freien Stücken gehen, dann doch bleiben, am Ende hat sich der Verein von ihm getrennt. Die Hintergründe der turbulenten Woche vor dem Derby gegen den SC Union Nettetal.

Es war ein Paukenschlag am vergangenen Wochenende: Der 1. FC Mönchengladbach hatte sich am Samstag vor dem Duell gegen den direkten Konkurrenten Cronenberger SC vom bisherigen Trainer Erdogan „Dony“ Karaca getrennt. Für die Verantwortlichen der Westender waren es dabei nicht sportliche Gründe, die zur Trennung geführt haben.

 Für den Sportlichen Leiter des 1. FC Mönchengladbach Tito Thissiadis (l.) waren es turbulente Wochen. Nach dem Rücktritt von Coach Dony Karaca (r.), und einem späteren Rücktritt vom Rücktritt, trennte man sich nun doch vom Trainer. Timo Rheindorf (Mitte, links) übernimmt als Interimstrainer.
Für den Sportlichen Leiter des 1. FC Mönchengladbach Tito Thissiadis (l.) waren es turbulente Wochen. Nach dem Rücktritt von Coach Dony Karaca (r.), und einem späteren Rücktritt vom Rücktritt, trennte man sich nun doch vom Trainer. Timo Rheindorf (Mitte, links) übernimmt als Interimstrainer. Foto: Heiko van der Velden

„Dony kam nach der 0:8-Niederlage gegen TV Jahn-Hiesfeld auf uns zu und wollte aufhören. Wir hatten bis dato keinen Grund uns von ihm zu trennen. Ich habe ihn dann versucht umzustimmen. Doch am Dienstag hat er sich dann von der Mannschaft verabschiedet“, erklärt der Sportliche Leiter Chrisostomos „Tito“ Thissiadis. Am Mittwoch soll Karaca dann seine Meinung jedoch wieder geändert haben und somit vom Rücktritt zurückgetreten sein.

 Timo Rheindorf (l.) hat den 1. FC Mönchengladbach als Interimstrainer übernommen
Timo Rheindorf (l.) hat den 1. FC Mönchengladbach als Interimstrainer übernommen Foto: Heiko van der Velden

Thissiadis hatte trotzdem im Vorfeld auf die Partie gegen die Spvg Schonnebeck, welche nach einem 0:2-Rückstand am Ende noch 2:2 endete, begonnen, die ersten Gespräche mit möglichen Nachfolgern zu führen. „Wir mussten natürlich handeln“, so Thissiadis. Für ihn und den Vorstand der Westender war die Situation befremdlich. Die plötzliche Meinungsänderung von Karaca ging zudem nicht spurlos an den Verantwortlichen vorbei. Er hätte sich dabei gewünscht, das Karaca im Vorfeld auf ihn und den Vorstand zugekommen wäre, um die Beweggründe seiner Entscheidung zu verstehen. „Dann hätten wir über alles reden können. Wir haben dann nach dem Spiel in Schonnebeck lange überlegt, was wir machen und sind am Ende zu dem Entschluss gekommen, das es besser ist, wenn wir uns von Dony trennen“, erklärt Thissiadis.

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Mit Timo Rheindorf, 26, präsentiere der 1. FC dann einen Interimstrainer, der aus den eigenen Reihen kommt und zuletzt als Co-Trainer der Mannschaft fungierte. „Timo ist ein guter Trainer. Er genießt unser absolutes Vertrauen. Er ist taktisch sehr gut geschult“, so Thissiadis.

„Ich war natürlich überrascht, gleichzeitig hatte ich aber auch sofort eine große Vorfreude auf die Aufgabe. Es hat mich natürlich gefreut, dass ich jetzt selber mal als Cheftrainer arbeiten darf“, sagt Rheindorf, der nichts dagegen hat, die Aufgabe auch länger auszuführen. Er hat die Mannschaft in der zurückliegenden Woche auf das wichtige Derby beim SC Union Nettetal vorbereitet.

Er erwartet am Samstag im Stadion an der Christian-Roetzel-Kampfbahn ein hitziges, gleichzeitig aber auch ein diszipliniertes Spiel, bei dem beide Mannschaften auf Sieg spielen werden. „Es wird viel um Leidenschaft und Kampf gehen. Ich erwarte ein Duell auf Augenhöhe“, so Rheindorf, der hofft, drei Punkte mit nach Hause nehmen zu können. Das letzte Duell zwischen beiden Mannschaften ist nun etwas mehr als ein Jahr her und wurde ebenfalls unter Flutlicht ausgetragen. Im September 2020 gewann der SCU das Derby vor ausverkauftem Haus mit 4:0. Damals waren aufgrund der Corona-Auflagen 300 Zuschauer zu diesem Spiel zugelassen.

Derweil äußerte sich auch Karaca zu seinem Aus beim 1. FC Mönchengladbach. „Es waren rein persönliche Gründe, die mich zum Aufhören bewogen haben. Diese haben nichts mit dem Ergebnis gegen Jahn-Hiesfeld zu tun“, erklärt Karaca.

Nach guten Gesprächen mit dem Vereinsvorsitzenden Christian Oh und auch nachdem die Mannschaft um ihren Trainer gekämpft hatte, entschied sich Karaca, zunächst doch weiterzumachen, wie er unserer Redaktion mitteilte. „Ich habe dann allerdings gemerkt, dass es nicht funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Ich habe dann am Freitag endgültig entschieden, aus persönlichen Gründen aufzuhören“, so Karaca weiter.

Der scheidende Trainer schiebt nun keinen Groll und geht im Guten wie er sagt: „Ich bin Christian dankbar, dass es mir die Möglichkeit gegeben hat, in der Oberliga zu trainieren. Ich denke, zusammen mit Timo haben wir das gut gemacht, dem ich nun für seine neue Aufgabe viel Erfolg wünsche. Die Mannschaft ist intakt und absolut konkurrenzfähig. Es war eine intensive, aufreibende und vor allem schöne Zeit, auf die ich gerne zurückblicke. Ich hoffe, die Mannschaft schafft den Klassenerhalt.“

Er kündigte zudem an, sich in Zukunft als Zuschauer die Spiele der Mannschaft anzugucken. Das Derby gegen Nettetal wird er allerdings verpassen, da er im Borussia-Park im Block 17A das Spiel Borussia Mönchengladbach gegen VfB Stuttgart verfolgen wird. „Da nutze ich dann nach gefühlten eineinhalb Jahren dann auch wieder meine Dauerkarte“, sagte Karaca abschließend.